Vergesellschaftung allgemein
Vergesellschaftung ist die hohe Kunst, Tiere zu verstehen und ganz individuell auf jedes einzelne einzugehen. Hohe Kunst deshalb, weil Sie dafür Erfahrung und Einfühlungsvermögen brauchen. Sie können sich nicht einfach an festen Schemen entlang hangeln und erwarten, dass alles erwartungsgemäß läuft.
Erfahrung lässt sich aber nicht aus dem Hut zaubern. Beginnen Sie daher mit potentiell einfacheren Konstellationen und holen Sie sich Hilfe, wenn Sie unsicher sind. Mit der Zeit und mit jeder Vergesellschaftung werden Sie die Tiere schneller und besser verstehen.
Vergesellschaftung ist die Königsdisziplin in der Mäusehaltung, weil die praktische Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist und gemachte Erfahrungen aufgrund ihrer Komplexität auch nur in begrenztem Maße weitergegeben werden können.
Bedenken Sie daher beim Lesen dieses Themenfeldes: Sie haben immer nur einen Ausschnitt vor sich. Kein Text kann Ihnen die komplette Situation in allen Nuancen vorstellen!
Die Methoden der Vergesellschaftung sind höchst unterschiedlich. Es gibt jedoch immer grundlegende Regeln, die Sie beachten sollten, bevor Sie eine Vergesellschaftung beginnen. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie die betreffende Art noch gar nicht oder nur wenige Male vergesellschaftet haben. Die Mißachtung dieser Grundregeln kann Sie den Erfolg der Vergesellschaftung kosten!
Man unterscheidet verschiedene Vergesellschaftungstechniken. Grundlegend sind:
Ergänzende Methoden sind:
Keine Methode kann für alle Tiere die Beste sein. Versagt eine Methode, kann eine andere die Lösung sein. Es gibt jedoch auch Tiere, die sich niemals miteinander vertragen werden. Daher sollten Sie Vergesellschaftungen nicht ewig fortführen und auch akzeptieren, wenn die Tiere einander nicht wollen. Dann wird ein anderes Tier der richtige Partner sein.
Bei Tieren, die lange Zeit allein gehalten wurden, äußern manche Halter die Befürchtung, dass ihr Tier keinen neuen Partner akzeptiert. Dies ist in der Regel nicht der Fall. Im wesentlich gibt es bei diesen Tieren 3 Möglichkeiten, die ich stark gehäuft beobachten konnte:
- Das Tier freut sich extrem über den neuen Partner und akzeptiert ihn augenblicklich als neuen Freund.
- Das Tier hat Angst vor seinem Artgenossen, die behutsam überwunden werden muss. Das kann einige Tage bis zu zwei Wochen dauern.
- Das Tier reagiert hochaggressiv. Entweder passt dann der Partner nicht zu dem Solotier oder das Tier hat von seiner langen Einsamkeit eine Verhaltensstörung davongetragen, auf die Sie in der Vergesellschaftung individuell eingehen müssen.
Ein soziales Tier, das allein glücklich wird, gibt es nicht! Für jedes Tier gibt es irgendwo den richtigen Partner. Auch wenn die Suche manchmal etwas dauert…
Je älter ein Tier ist, umso weniger verkraftet es den Stress einer Vergesellschaftung. Das soll nicht heißen, dass alte Tiere nicht vergesellschaftet werden können oder sollen. Lediglich sollten Sie bei der Wahl der Methode und der Dauer der Vergesellschaftung auf das Alter der Tiere Rücksicht nehmen. Sehr alten Tieren sollten Sie daher grundsätzlich nicht nur die stressärmste Methode, sondern auch den unkompliziertesten Partner aussuchen.