Panikbox
Die Panikbox ist eine Sonderform des Kleinsetzens, bei der eine besonders enge Box, z.B. 20 x 10 cm für Mongolische Rennmäuse, verwendet wird. Mitunter wird die Box auch sehr hoch mit Streu und/oder Heu gefüllt, so daß ausladende Bewegungen wie Kämpfe nicht mehr möglich sind.
In dieser Box bleiben die Tiere für 12 bis maximal 48 Stunden.
Die Methode fußt im wesentlichen darauf, daß ein Revierverhalten nicht entwickelt wird, aber wie die Bezeichnung schon sagt, auch auf der Angst der Tiere in der Enge. Der Eigenduft der Tiere kann sich durch die permanenten Berührungspunkte in der Enge gut zu einem Gruppenduft vermischen.
Definitiver Nachteil dieser Methode ist der extreme Stressfaktor. Zudem besteht eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr, falls sich die Tiere auf dem engen Raum doch bekämpfen sollten. Wird die Box zudem mit Streu gefüllt, ist die Versorgung mit Flüssigkeit für die Zeit in der Box nur über Gemüse möglich und daher eingeschränkt.
Die Panikbox empfiehlt sich vor allem für Tiere, die sich auf großen Flächen, wie sie bei Etappenmethode und teilweise auch beim neutralen Boden eingesetzt werden, aggressiv verhalten haben. Sie kann auch als Beginn der Etappenmethode verwendet werden.
Die Methode gilt als gescheitert, wenn die Tiere nach 15 bis 20 Stunden immer noch deutliche und permanente Aggressionen zeigen.
Nach der Box schließt sich entweder die Etappenemthode oder das Setzen auf neutralen Grund an.
Die Panikbox ist unter anderem für alle Stachelmäuse sowie männliche Afrikanische Knirpsmäuse und Eurasische Zwergmäuse ungeeignet, da sie bei diesen Aggressionen eher fördert als hemmt. Auch bei Grasmäusen kann diese Methode zu ernsthaften Verletzungen führen. Für verhaltensgestörte Tiere mit Neigung zum Angstbeißen verbietet sich die Methode von selbst! Auch bei extrem scheuen Exemplaren und Arten (z.B. braune Baumwollratten) und Tieren mit enormer Sprungkraft (z.B. Große Wüstenspringmaus) verbietet sich diese Methode aufgrund des immensen Verletzungsrisikos und der Tatsache, dass die Tiere eventuell nicht rechtzeitig wieder aus der angstauslösenden Situation befreit werden können.
Ich empfehle diese Methode generell nicht, obwohl sie ab und zu funktioniert, da sie die Tiere mit Gewalt zusammen zwingt. Aber auch bei Tieren spielen Sympathie und Antipathie eine Rolle und Tiere, die zusammen gezwungen werden, neigen später eher zu instabilen Gruppen und plötzlichen Aggressionen.