Lesemäuse
Das so genannte „Lesen“ lässt sich ausschließlich bei rotäugigen Tieren, vor allem bei Farbmäusen, beobachten. Dabei setzen sich die Tiere auf allen Vieren hin, lehnen sich etwas nach vorn und pendeln dann langsam mit dem Kopf nach rechts und links. Meist lässt sich dieses Verhalten über einen Zeitraum von 30 bis 60 Sekunden beobachten, manchmal auch länger.
Rotäugige Mäuse sehen schlechter, da sie lichtempfindlicher sind als ihre dunkeläugigen Artgenossen. Man nimmt daher an, dass das „Lesen“ die schlechte Sicht ausgleichen soll, indem die Tiere eben genauer und sehr konzentriert hinschauen.
Die Tiere „lesen“ allerdings eher selten, da Mäuse sich primär über Gerüche und Geräusche, aber auch über ihren Tastsinn orientieren. Der Sehsinn ist eher sekundär. Daher muß man etwas Glück haben, um seine Tiere dabei zu beobachten.
„Lesen“ ist also kein krankhaftes Verhalten und muß demzufolge nicht behandelt werden. Von Kopfbewegungen, die aus neurologischen Störungen resultieren, grenzt sich dieses Verhalten durch seine Ruhe, Zwanglosigkeit und seine starke Gleichmäßigkeit aus.
