Ausprägungen des sozialen Kontaktbedürfnisses
Um Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend zu halten, ist es essentiell, auch ihr soziales Kontaktbedürfnis zu kennen. Mögen sie am liebsten allein sein? Oder stapeln sie sich lieber mit einem Dutzend Artgenossen im Nest? Reicht vielleicht auch schon ein Partner zum Kuscheln? Das sollten Sie vor der Anschaffung in jedem Fall abklären
1. Soziale Arten
Die meisten Mäuse und exotischen Kleinsäuger sind soziale Tiere, die immer einen artgleichen Partner brauchen.
Dabei ist das Bedürfnis nach Sozialkontakten mit Artgenossen bei den einzelnen Arten recht unterschiedlich ausgeprägt. Während einige Arten sich zu zweit genügen, mehr Artgenossen mitunter sogar ablehnen wie etwa Mongolische Rennmäuse, leben andere in kleinen Verbänden. Dazu gehören etwa Streifenmäuse, Wüstenspringmäuse und Akazienratten. Einige Arten können gar nicht genug Artgenossen um sich haben. Dazu gehören etwa Afrikanische Knirpsmäuse. Aber auch Sinai-Stachelmäuse, Vielzitzenmäuse und Farbmäuse fühlen sich auch in großen Gruppen von 20 Tieren und mehr sehr wohl.
2. Indifferente Arten
Bei manchen Exoten ist die Entscheidung „Einzelhaltung oder nicht?“ nicht ganz so einfach. So gibt es einige Arten, wie etwa Eurasische Zwergmäuse, Fettschwanz-Rennmäuse und Shaw-Rennmäuse, bei denen nicht alle Tiere sozial verträglich sind. Hier sollte nach dem Einzelfall entschieden werden. Tiere, die friedlich im sozialen Verband leben, schätzen den sozialen Kontakt zu Artgenossen und dürfen daher auch nicht einzeln gehalten werden. Bei unverträglichen Exemplaren, ist eine Einzelhaltung vertretbar.
Wichtig ist auch zu wissen, welche Tiere in der Fortpflanzungsperiode aggressiv gegen Artgenossen werden können. So sind schwangere und säugende Zwergmäusinnen oder auch Wüstenspringmäusinnen in dieser Phase mitunter ungenießbar gegenüber Artgenossen. Dann sollte eine Trennung für die Periode der Aufzucht erwogen werden.
3. Einzelgängerische Arten
Einige Arten exotischer Kleinsäuger sind strikt solitär veranlagt. Dazu gehören Hamsterratten und Kurzschwanz-Opossums. Diese Tiere sollten in jedem Fall einzeln gehalten werden. Da ihnen das Bedürfnis nach permanentem Kontakt zu Artgenossen nicht angeboren ist, fehlt ihnen in dieser Hinsicht auch nichts.
Bei diesen Arten wäre es im Gegenzug ein grober Fehler, sie zwangsweise mit Artgenossen zu vergesellschaften. Daher gehen solche Versuche nicht selten mit schweren Verletzungen, mitunter sogar tödlich aus.
