Jungtierfressen

Das Fressen von Jungtieren kann eine Verhaltensstörung sein. Die Ursachen liegen dabei in höchst unterschiedlichen Anlässen: Zu kleines Gehege, falsches Futter, zu wenig Proteine, mangelndes erlerntes Sozialverhalten oder Depressionen können zum Töten und Fressen des Nachwuchses führen.
In der Regel sind Sie als Halter recht machtlos gegenüber dieser Störung, wenn Sie Fütterung und Haltungsbedingungen optimiert und für größtmögliche Ruhe im und am Gehege gesorgt haben, denn selten lässt sich die Ursache eindeutig ausmachen.
Bei einigen Arten steigt jedoch die Gefahr, dass diese Verhaltensstörung auftritt, enorm, wenn das Gehege zu klein und/oder nicht ausreichend eingerichtet ist. Stachelmäuse reagieren darauf beispielsweise recht empfindlich.
Die meisten Arten reagieren auch sensibel auf Proteinmangel in der Haltung, während Schwangerschaft und Aufzucht. Achten Sie also immer darauf, den Proteinbedarf Ihrer Tiere zudecken und den Proteinanteil im Falle einer Trächtigkeit und während der Säugeperiode entsprechend Beugen zu erhöhen.
Weitere Ursachen lassen sich nur schwer feststellen und daher kaum bekämpfen.
Jungtierfressen kann aber auch als Teil des normalen Verhaltens auftreten, etwa wenn die Mutter gestört wurde oder die Jungen berührt wurden. Besonders einige exotische Mäuse wie Afrikanische Knirpsmäuse sind sehr empfindlich gegen Störungen. Jedoch sollten Sie bei grundsätzlich jeder Art eine Störung der Mutter oder das Berühren der Jungen vermeiden.
Auch zu junge Mütter und Erstgebärende fressen ab und zu ihren Nachwuchs, da sie mitunter schlicht überfordert sind.

 
verhalten/jungtierfressen.txt · Zuletzt geändert: 30.09.2009 08:30 von angelus     Nach oben
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