Jungenaufzucht

Streifengrasmaus mit Jungtier

Mäuseweibchen sind hingebungsvolle Mütter, die sich manchmal bis an die Grenzen ihrer Belastung für ihren Nachwuchs verausgaben. Bei den meisten Mäusearten helfen die Männchen mehr oder minder bei der Jungenaufzucht, besonders dann, wenn keine weiteren Mäuse außer der Mutter und dem Männchen vorhanden sind.
Interessant ist besonders das Brutpflegeverhalten der Stachelmäuse, das im entsprechenden Steckbrief näher beschrieben ist.
Eine Ausnahme bilden auch hier wieder Eurasische Zwergmäuse und Wüstenspringmäuse. Zwergmäusinnen halten das Männchen während der gesamten Aufzucht vom Nest fern und vertreiben es meist sehr konsequent. Wüstenspringerinnen zeigen dieses Verhalten vor allem in den ersten Wochen der Aufzucht. Zwar vertreiben sie das Männchen in der Regel nicht aus dem Revier, in der Nähe des Nestes dürfen sich die Mäuseherren aber meist nicht sehen lassen.
Auf Störungen reagieren die meisten Arten in der Aufzuchtphase eher empfindlich. So kann es gerade bei exotischen Kleinsäugern schnell passieren, dass die Jungen nach einer Störung verlassen oder gar gefressen werden. Vermeiden Sie also alle nicht essentiell notwendigen Störungen in dieser Zeit.
Auch eine Vergesellschaftung hochträchtiger Tiere sollten Sie vermeiden. Werden die Kleinen in die frisch vergesellschaftete Gruppe hineingeboren, kann es zum einen passieren, dass die Mutter sie wegen des Stresses verlässt oder frisst. Zum anderen können aber die „neuen“ Tiere auch die Jungen als Eindringlinge, mitunter auch als Frühstück, ansehen und töten. Daher verschwinden neugeborene Jungtiere in einer solchen Konstellation oft spurlos.

 
verhalten/jungenaufzucht.txt · Zuletzt geändert: 25.06.2010 12:02 von angelus     Nach oben
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