Jagen

Beim Jagen folgt ein Tier dem anderen in einer scheinbaren Verfolgungsjagd. Zweck ist zum einen das Klären der Rangordnung, wobei das dominante Tier das unterlegene durch das Gehege jagt. Zum anderen kann die Jagd aber auch der Vertreibung eines Rivalen oder Fremden dienen. Können die gejagten Tiere nicht ausweichen, geht die Jagd oft fließend in eine ernste Beißerei über.
Wird Jagen bei einer Vergesellschaftung beobachtet, sollte es unterbunden werden, wenn es länger als einige Sekunden andauert.
Jagereien quer durch das Gehege, die sich auch nach Tagen nicht beruhigen, können bei Streifengrasmäusen und anderen Grasmausarten auch das Vorspiel zu ernsthaften Auseinandersetzungen sein, da diese nicht das klassische Boxen und Rangeln zeigen. Zwar zwicken sich die Tiere meistens nicht, wie es etwa Farbmäuse bei Jagden manchmal tun, verfolgen sich jedoch recht regelmäßig und hartnäckig. Hier bedarf es viel Erfahrung, den Punkt zu erkennen, wann die Tiere getrennt werden müssen. Als Faustregel gilt: Besser früher trennen als später, da eine Jagd in Sekunden zu einem Kampf mit tödlichen Folgen umschlagen kann.
Plüscht eine Grasmaus im Fell auf und sieht aus wie eine kleine Bürste, ist in jedem Fall eine Trennung angeraten, da das Tier so den massiven Streß zeigt, unter dem es steht.
Jagen kann auch bei einigen Rennmausarten (z.B. Mongolische Rennmaus) ein Vorbote für Streit und den Zerfall eines Duos oder einer Gruppe sein. Da sich der Zeitpunkt nie ganz genau voraussagen lässt, an dem die Tiere vom Jagen in ernsthafte Beißereien übergehen, bedarf es hier einer genauen Beobachtung der betroffenen Gruppe. Erfahrung im Verhalten der Tiere ist hier in jedem Fall von Vorteil, macht sie jedoch nur bedingt berechenbarer.

 
verhalten/jagen.txt · Zuletzt geändert: 12.02.2011 15:07 von mod     Nach oben
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