Futterneid

Farbmäuse streiten um eine Löwenzahnblüte

Das Gras ist woanders immer grüner als zu Hause und was der andere hat, schmeckt wahrscheinlich besser. Insofern ist Futterneid bei jeder Maus eine völlig natürliche, angeborene Reaktion. Beobachten lässt sie sich gut, wenn die Tiere am Futternapf drängeln und sich gegenseitig mit Pfoten oder Körper versuchen wegzuschubsen.
Futterneid an sich ist jedem Tier eigen und von der Rangstruktur in einer Gruppe unabhängig. Rangabhängig ist aber das Ausleben dieses Gefühls. Wer wem wie oft etwas wirklich abnimmt oder sich auch abnehmen lässt, hängt in der Regel mit dem Rang des betreffenden Tieres zusammen.
Ranghohe Tiere klauen dabei öfter und auch mit mehr Nachdruck, lassen sich jedoch nichts ohne Gegenwehr wegnehmen. Zudem verteidigen sie ihr Futter, manchmal sogar die ganze Schüssel oder einen Platz, an dem Leckerlis gefüttert werden, vehement.
Rangniedere Tiere klauen eher selten, lassen sich aber dafür öfter ihr Futter abnehmen. Die Gegenwehr ist dabei eher gering bis nicht vorhanden. Stehen zwei Tiere auf derselben Rangstufe, kann es auch zu einem handfesten Streit um das Futter kommen, bei dem beide Tiere mitunter nicht nur am begehrten Stück ziehen, sondern dieses fallenlassen und sich kurz prügeln – während meist ein schadenfroher Dritter mit dem Futter davonläuft. Vor allem bei sehr agilen, jagenden Arten wie den verschiedenen Stachelmäusen können aus dem Disput um ein Stück Futter schnell flotte Jagden durch das ganze Gehege werden, die jedoch harmlos sind und nicht gestört werden müssen.

 
verhalten/futterneid.txt · Zuletzt geändert: 21.06.2010 16:21 von angelus     Nach oben
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó