Einzelhaltung
Ob ein Tier sozial oder eher einzelgängerisch veranlagt ist, ist ihm mit allen anderen typischen Kennzeichen seiner Art angeboren. Das heißt, dass ihm auch das Bedürfnis nach sozialem Kontakt mit Artgenossen angeboren und somit essentiell für seine psychische Gesundheit notwendig ist!
Für die meisten Mäuse gilt, dass sie ein sehr ausgeprägtes, lebhaftes und vielfältiges Sozialverhalten haben, das sie in der Natur meist mindestens zu zweit, aber auch in kleinen Gruppen oder gar in riesigen Familienverbänden ausleben. Was auf die von Ihnen gehaltene Art zutrifft, können Sie leicht herausfinden, indem Sie sich das Sozialleben der wilden Verwandten ihrer Tiere betrachten. Daraus ergibt sich in der Regel auch die für ein optimales Wohlgefühl in der Haustierhaltung notwendige Gruppenstärke. Hier sollten Sie sich allerdings vor der Anschaffung gründlich informieren, ob es zuchtbedingte Veränderungen in Sozialverhalten und Verträglichkeit gekommen ist, wie dies etwa bei Mongolischen Rennmäusen der Fall ist.
Dabei ist der Kontakt zu Artgenossen für ein Exemplar einer sozialen Art unersetzlich, denn nur sie sprechen dieselbe Sprache und verhalten sich im selben Code. Dies kann der Mensch auch mit der größten Zuwendung nicht ersetzen. Nicht nur ist er schlicht zu groß dafür, ihm sind auch ganz andere Kommunikationswege und –weisen angeboren, so dass Maus und Mensch sich in der Mehrheit der Fälle nicht verstehen und das Kontaktbedürfnis der Maus im Endeffekt unbefriedigt bleibt.
Das Grundproblem für jedes einsame soziale Tier ist die Reizarmut ihrer „leeren“ Umgebung. Es fehlen Reize, für die die Tiere genetisch programmiert sind und die ihnen daher ein Bedürfnis sind, wie Essen, Trinken und Schlafen. Dabei gibt das Programm vor, welcher Art die Reize sein müssen und in welchem Umfang sie für eine gesunde Psyche auftreten müssen. Da diese Reize in der Einzelhaltung komplett fehlen, ist im Fazit also davon auszugehen, dass es sich bei sozialen Tieren in Einzelhaltung niemals um psychisch gesunde Tiere handelt!
