Warum sind Kastraten so teuer?

Da diese Frage doch immer wieder gestellt wird, hier ein paar kurze Antworten darauf.

Im Gegensatz zu vielen Tierheimen haben die meisten Notstationen und Vermittler nur ein kleines oder gar kein finanzielles Polster und finanzieren den Tierschutz aus sporadischen Spenden und der eigenen Tasche. Auch fließen für unseren Verein, den Mäuseasyl e.V. die Spenden nicht so üppig, wie es bei der riesigen zahl von Tieren notwendig wäre. Daraus ergibt sich, dass die vorhandenen Geldmittel nicht allzu üppig sind. Möchte jemand also Böckchen im Tierschutz helfen und sie als Kastraten aufnehmen, muß er zumindest einen Teil der entstehenden Kosten mit tragen, da die Nothilfe sonst schon aus finanziellen Gründen nicht machbar wäre.

Der Ablauf, bis der Interessent seine(n) Kastraten bei sich hat, ist meist recht ähnlich. Sitzen die Tiere im Tierheim, werden sie von dort abgeholt und in eine Pflegestelle gebracht, in deren Nähe die Kastration möglich ist. Mitunter sind dafür längere Fahrten oder gar die Organisation einer Mitfahrgelegenheit notwendig.
In der Pflegestelle werden die Tiere auf Gesundheit geprüft, bekommen eine Ungezieferprophylaxe, werden bei Bedarf behandelt und aufgepäppelt. Dann wird ein Termin zur Kastration beim Tierarzt gemacht.
Das Tier wird zum Tierarzt gebracht, die Kastration, die je nach Region durchschnittlich 20 bis 50 Euro kostet, oft komplett aus eigener Tasche vorgestreckt oder teils aus Spendengeldern finanziert. Nach der Kastration wird der kleine Bock wieder abgeholt und in der Pflegestelle medizinisch nachbetreut.
Oft verbleiben die kleinen Herren in der Pflegestelle, bis sie nicht mehr zeugungsfähig sind, da sie meist zu Weibchen vermittelt werden. Können sie umziehen, muß die Fahrt geregelt werden, wenn der Kastrat nicht abgeholt werden kann.

Bis der neue Besitzer seine(n) neue(n) Mitbewohner entgegennehmen kann, sind also mehr oder minder große Kosten für Transport, Telephon, Verpflegung und Unterbringung sowie für die Kastration und eventuelle medizinische Nachversorgung entstanden.
Macht man sich bewusst, welche Anstrengung, Arbeit und Kosten entstehen, bevor ein kleiner Bock umziehen kann, erscheint eine Beteiligung an den Kastrationskosten plötzlich gar nicht mehr so teuer. Die Tierschützer verdienen daran nie etwas. Ihr Lohn ist es, dass wieder ein oder mehrere Böckchen ein neues zu Hause gefunden haben.
Vergleichen Sie daher niemals den Preis für einen Kastraten mit dem Tarif der örtlichen Zoohandlungen.

 
tierschutz/kastratenpreise.txt · Zuletzt geändert: 18.05.2009 22:51 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
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