Clotrimazol
Clotrimazol ist ein Wirkstoff, der zum Beispiel in Canesten und Clotrimazol Cremes diverser Hersteller enthalten ist.
Wirkung
Clotrimazol ist ein synthetisches Imidazolderivat, das strukturell mit Miconazol verwandt ist. Verwendet wird der Wirkstoff in Salben, Lotions oder Lösungen für den äußerlichen Gebrauch.
Die pilzbekämpfende Wirkung erreicht Clotrimazol, indem es die Zellmembran durch die Bindung an Phospholipide verändert, jedoch ist seine Wirkung gegenüber den Polyenantibiotika weniger vom Sterolgehalt in der Zellmembran abhängig. Durch die veränderte Durchlässigkeit der Zellmembran ist diese nicht mehr fähig, als selektive Barriere zu wirken, und Natrium und andere Zellbestandteile strömen aus der Zelle und die Zelle stirbt ab.
So wirkt Clotrimazol auf Pilze (einschließlich Hefen und Dermatophyten) hemmend oder fungizidpilzabtötend
, es zeigt jedoch auch gegen einige grampositive färbt sich in Gram-Färbung dunkelblau
Bakterien Wirkung. Der Wirkstoff greift die meisten Stämme von Trichophyton rubrum, T. mentagrophytes, Epidermophyton floccosum und Microsporum canis an, in höheren Konzentrationen wirkt er auch gegen die meisten anderen empfindlichen Organismen inklusive Malassezia furfur (Pityrosporum orbiculare), Aspergillus fumigatus, Candida albicans, einige Stämme von Staphylococcus aureus, Streptococcus pyogenes, Proteus vulgaris und Salmonella, sowie gegen Sporothrix, Cryptococcus, Cephalosporium und Fusarium.
Bisher liegen keine klinischen Beweise für eine erworbene Resistenz gegen Clotrimazol vor.
Dosierung
Eine Pilzbehandlung mit Clotrimazolsalbe sollte mindestens 1x täglich vorgenommen werden. Um einen Rückfall zu vermeiden, sollte die Therapie bis zu 14 Tage nach dem Verschwinden der Symptome fortgeführt werden.
Anwendung
Clotrimazol eignet sich ausschließlich für die äußerliche Anwendung (z.B. bei Dermatophyten- oder Candida-Befall). Besonders häufig wird es zur Behandlung von oberflächlichen Microsporum- und Trichophytoninfektionen der Haut eingesetzt.
Um ein Verkleben des umgebenden Fells zu vermeiden, empfiehlt es sich, dieses vorher abzurasieren oder zumindest zu kürzen.
Clotrimazol ist nicht zur innerlichen Anwendung geeignet! Achten Sie daher darauf, dass Ihr Patient die Salbe, Lotion oder Lösung nicht ableckt! Setzen Sie den Patienten notfalls zur Beobachtung in eine Transportbox, bis die Salbe eingezogen ist, und beaufsichtigen Sie das Tier aufmerksam.
Achtung: Wenn Ihr Tier auf die Salbe, Lotion oder Lösung mit vermehrtem Kratzen reagiert, sollten Sie die Therapie in Rücksprache mit dem Tierarzt abbrechen und mit ihm nach einem anderen Mittel zur Pilzbehandlung suchen, da diese Darreichungsformen das Kratzen forcieren und bei fortgesetzter Anwendung großflächige, schlecht behandelbare Wunden entstehen können.
Verträglichkeit
Nebenwirkungen sind bei rein äußerlicher Anwendung selten. In seltenen Fällen kann es zu Hautirritationen, Rötungen, Brennen, Stechen auf der Haut und Schälen derselben, Hautrissen und ähnlichem kommen. Dann muß die Behandlung sofort abgebrochen werden.
Nach mehreren Tagen oraler Verabreichung kam es im Versuch zu einer Veränderung der Leberenzyme, die die Plasmakonzentrationen derart senkte, dass der Wirkstoff nicht mehr nachweisbar war.
Für Clotrimazol konnten in hoher Dosierung embryotoxischeden Embryo schädigend
Effekte nachgewiesen werden. Eine karzinogenekrebserregend
Wirkung wurde nicht gefunden. Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.
Die LD50 für Mäuse und Ratten liegt bei oralerAufnahme durch das Maul
Gabe bei 708 - 923 mg/kg.
Kombiniert man den Wirkstoff in der Therapie mit Hydrocortison, ist diese bei Trichophyton mentagrophytes-Infektionen der Haut wirksamer als 1% Clotrimazol allein.
Lagerung
Der Wirkstoff sollte dunkel bei 2 - 30°C gelagert werden. Er darf nicht eingefroren werden.
Haltbarkeit
Die Haltbarkeit ist auf der Verpackung des von Ihnen gewählten Präparates vermerkt. Wenn Ihr Tierarzt Ihnen ein Präparat abfüllt, lassen Sie sich aufschreiben, wie lange Sie es verwenden können.
Bezugsquellen
- Tierarzt
Quellen
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie
Anja Ewringmann, Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke, 1. Auflage 2008