Projekt Soloexperiment Baumwollratten

Warum dieses Projekt?

Anstoß zu diesem Projekt waren die Baumwollrattenmännchen, die im Januar 2008 im Tierheim Nürnberg abgegeben wurden. Nachdem die Tiere schon mehrere Wochen dort saßen, ein Tier in Beißereien zu Tode gekommen und alle Tiere einzeln gesetzt worden waren, wurde die Notwendigkeit persönlicherer, fachkundigerer Betreuung klar.
Ziel des Projektes war neben der artgerechten Haltung auch die Wiedervergesellschaftung der Tiere, um ihnen ein Leben in Einsamkeit zu ersparen.

Azrael


Über dieses Projekt

Im Gegensatz zu den Farbmaus-Soloprojekten war hier jedoch keinerlei Erfahrung mit den Tieren vorhanden, da niemand im Verein je Baumwollratten hatte. Auch die Angaben der spärlichen Quellen über das Verhalten der Tiere gingen stark auseinander. Daher wurde dieses Projekt auch als Solo-Experiment, nicht als Soloprojekt ausgeschrieben.
Das Projekt fußt auf der Idee, dass Farbmausböcke nach der Kastration ruhiger und verträglicher werden. Daher sollte auch hier die Kastration zur Verträglichkeit der Tiere verhelfen, die unkastriert als sehr aggressiv untereinander gelten.
Da in der Exotenpflegestelle die meiste Erfahrung mit exotischen Mäusen vorhanden ist, stand von vornherein fest, dass die Tiere hier einziehen würden. Vorgesehen wurde für sie ein 100 x 60 x 130 cm großes Gehege mit 3 Etagen.


Der lange Weg in den Norden

Asiel

Da im Falle des Scheiterns der Vergesellschaftung nicht alle vier vorhandenen Tiere untergebracht werden könnten, fiel die Entscheidung, vorerst nur zwei Tiere aufzunehmen.
Und so kamen die beiden Azrael und Asiel getauften Baumwollrattenjungs in unserer Hamburger Pflegestelle an, von der Sie dann auch in Boxen mit dem Vermerk „Vorsicht beißt und springt“ zur Kastration bei unserem Stammtierarzt abgegeben wurden.
Beide haben die Kastration sehr gut überstanden – wohl im Gegensatz zum medizinischen Personal, denn unter dem Vermerk „Vorsicht beißt und springt“ stand in der Handschrift einer Tierarzthelferin „Die kleinen Säcke“, als unsere Pflegestelle die beiden schon wieder völlig fitten Tiere abholte.
Die „kleinen Säcke“ entpuppten sich sonst als eher unauffällige Mitbewohner, die man kaum zu sehen bekam. Den Mengen an Gemüse nach, die sie verdunsteten, mußte es ihnen jedoch gut gehen.


Die Vergesellschaftung

Und dann kam nach 8 Wochen langen Wartens und gegenseitigem Beschnupperns durch das Gitter der große Tag. Die Wanne war geputzt, ich hatte meinen Baldrian eingeworfen und mir das ganze Wochenende freigeschaufelt.
Daß ich den Baldrian besser den beiden Jungs gegeben hätte, stellte sich erst später raus, als die beiden schon wie Flummis durch die Wanne hüpften. Wieder ihre recht träge Erscheinung und bis dato ruhige Natur wurden die Herren nämlich sehr aktiv, als sie plötzlich beide ohne Deckung in der Wanne saßen. Nachdem sie auch 10 Minuten später aneinander überhaupt kein Interesse zeigten und stattdessen panisch springend versuchten zu flüchten, gab ich ihnen eins der Quarantänehäuser zum verstecken.
Dankbar verschwanden beide darunter und wurden für Stunden nicht mehr (komplett) gesehen. Erstaunlicherweise gab es keinerlei Gerangel oder auch nur das geringste Anzeichen von Aggression. Das einzige, was man von den beiden ab da noch sah, war ein Schwanz, der hinten und eine Nase, die vorn aus dem Häuschen schaute, während selbiges auf Baumwollrattenfüßen durch die Wanne wanderte.
Nach 4 Stunden Wanne war ich dann sicher, dass sich am Status Quo auch nichts mehr ändern würde und verfrachtete die protestierenden Nager in einen 60er Hamsterknastkleiner, handelsüblicher Gitterkäfig bis zu einer Seitenlänge von 80cm , wo sie wieder panisch umher sprangen, bis sie ihr Häuschen bekamen. Damit war die erste Phase sehr unspektakulär zu Ende.
Viel spektakulärer wurde es dann auch nicht mehr. Ein paar Mal rangelten die beiden, jedoch ohne wirklich aggressiv zu werden oder sich gar zu beißen. Zwei Wochen später zogen sie dann in ihr voll möbliertes Endgehege, wo sie dankbar für so viele Verstecke sofort verschwanden und für zwei Tage nicht mehr zu sehen waren. Einziges Lebenszeichen: Morgens fehlt das Gemüse vom letzten Abend. Die erste Sichtung danach erbrachte 2 gesunde, kräftige Baumwollratten ohne Kampfspuren oder Streßanzeichen. Nach 4 Wochen war klar: Vergesellschaftung geglückt, wir holen die anderen beiden nach.


Raphael

Folgt…


Die Vergesellschaftung mit Raphael

Die Jungs sind jetzt zu dritt

Text folgt…


Eine nette WG

Folgt…


Das bittere Ende

Folgt…

 
maeuseasyl/soloexperiment_baumwollis.txt · Zuletzt geändert: 25.08.2009 15:45 von angelus     Nach oben
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