Untergründe

Hier werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, die Einstreu des Geheges zu gestalten. In großen Gehegen können Sie auf verschiedenen Etagen auch verschiedene Untergründe anbieten und so ausprobieren, welchen Ihre Tiere am meisten mögen und welche Ihnen für Ihre Tiere am geeignetsten erscheinen.

Altromin

Altromin ist eine entstaubte Holzstreu, die oft im Laborbereich verwendet wird. Sie ähnelt der normalen Kleintierstreu, ist jedoch feiner und weicher als diese.

Vorteile

  • erlaubt Gangbauten
  • staubarm
  • sehr saugfähig

Nachteile

  • nicht überall erhältlich

Eignung

  • sehr gut für fast alle Mäuse
  • sehr gut für Zwergschläfer
  • bedingt für Nager mit stark fettendem Fell
  • sehr gut für Tiere mit empfindlicher Lunge


Baumwollstreu

Baumwollstreu

Baumwollstreu ist eine weiche, stark klumpende Streu von Baumwollkapseln, die meist unter dem Handelsnamen „No Smell“ vertrieben wird. Die flockige Streu klumpt sofort zusammen, wenn man sie zusammendrückt. Nager können daher darin sehr stabile Nester bauen.

Vorteile

  • nimmt Gerüche gut auf
  • erlaubt Gang- und Nestbauten sehr gut
  • sehr saugfähig
  • staubarm

Nachteile

  • teuer

Eignung

  • bestens geeignet für Schlafhäuschen und Kloecken
  • besonders schön für Zwergschläfer
  • sehr gut für alle Mäuse als Material zum Nestbau
  • nur bedingt als Kompletteinstreu geeignet

Buchenholzgranulat

Buchenholzgranulat besteht aus kleineren Holzstückchen. Es staubt gar nicht, nimmt Flüssigkeit aber nicht gut auf. Allerdings ist die harte, relativ grobe Einstreu gerade bei kleineren Mäusearten meistens eher unbeliebt.

Vorteile

  • staubt nicht

Nachteile

  • Gangbauten sind kaum möglich, da das Material immer wieder zusammenrutscht
  • mäßig saugfähig

Eignung

  • für nicht wühlende, größere Mäusearten
  • nicht für Mäusearten mit stark fettendem Fell oder solche, die viel Urin absetzen
  • nicht für Zwergschläfer
  • gut für Tiere mit empfindlicher Lunge

Erde

Duprasi-Rennmaus schläft im Erdnest

Erde können Sie entweder Ihrem Garten entnehmen (beachten Sie das Risiko der Einschleppung von Parasiten oder Keimen) oder sie ungedüngt im Baumarkt oder Gartenmarkt kaufen. Auf keinen Fall sollten Sie Erde erstehen, die mit Kunstdünger versetzt ist, da dieser für Ihre Tiere giftig ist!
Wichtig ist, dass die Erde nicht völlig austrocknet, da sie sonst stark staubt. Halten Sie sie ganz leicht feucht und achten Sie darauf, dass sich unter Häuschen keine Nässe staut. Hier kann sich sonst Schimmel bilden. Auch Holzgegenstände können in feuchter Erde schimmeln.
Die Gefahr der Schimmelbildung kann durch eine Vermischung mit Terrarienhumus herabgesetzt werden.
In Naturgehegen können Sie auch Weiße Asseln ins Erdreich einbringen, einer Schimmelbildung gut entgegenwirken können.

Vorteile

  • kann bepflanzt werden
  • richtig behandelt staubarm
  • saugfähig
  • erlaubt Gangbauten

Nachteile

  • erhöhtes Keim- und Parasitenrisiko im Vergleich zu handelsüblicher Einstreu
  • Gefahr der Schimmelbildung bei Feuchtigkeitsstau
  • Arbeitsintensiver als andere Streu

Eignung

  • schön für einheimische Mäuse in Naturgehegen
  • nicht für Wüstenbewohner
  • bedingt geeignet für stark urinierende Arten

Hanf

Hanfstreu

Hanf gibt es in mehreren Formen als Einstreu zu kaufen.
Die Hanfstreu besteht aus Hanfnadeln und ist eine sehr glatte Streu.
Hanfgranulat fühlt sich fast an wie recyceltes, mehliges Papier und zerfällt sehr schnell. Die Tiere sind davon in der Regel wenig begeistert.
Hanfmatten werden aus Hanffasern gefilzt. Es gibt sie in verschiedenen Größen.

Vorteile

  • Hanfstreu ist staubarm
  • ziemlich saugfähig
  • Hanfmatten sind staubfrei und sehr saugfähig

Nachteile

  • Hanfgranulat staubt etwas
  • sehr grob besonders für kleine Mäuse
  • Hanfmatten sind teuer und werden schnell zerlegt
  • Hanfmatten können nicht lang im Käfig bleiben, da sie schnell voll gesaugt sind
  • Gangbauten halten nur in den Matten, wenn die Tiere diese umgestalten, in Streu oder Granulat halten sie nicht

Eignung

  • Hanfstreu für ganze Gehege
  • Hanfmatten nur zum Auslegen einzelner Ecken
  • Hanfgranulat ist eher ungeeignet für Mäuse und Rennmäuse
  • alle Hanfformen sind nicht für Tiere mit stark fettendem Fell oder für Wühler geeignet
  • Streu und Matten sind gut für Tiere mit empfindlicher Lunge

Kleintierstreu

Kleintierstreu

Kleinstierstreu besteht aus Holzspänen und wird gepresst in Zoohandlungen, Supermärkten und Drogerien von vielen verschiedenen Herstellern angeboten. Die Qualitätsunterschiede sind dabei sehr groß, besonders was den Staubgehalt angeht.

Vorteile

  • überall erhältlich
  • günstig
  • erlaubt Gangbauten

Nachteile

  • staub oft mäßig bis stark

Eignung

  • für Farbmäuse u.a. Mäuse mit empfindlicher Lunge meist nicht geeignet
  • nicht als alleiniger Untergrund für Tiere mit stark fettendem Fell

Leinstreu/Eurolin

Eurolin

Leinstreu ähnelt stark der Hanfstreu, ist aber weicher und besteht aus einem nadelförmigen Substrat.

Vorteile

  • staubarm
  • saugt Feuchtigkeit gut auf
  • hypoallergen → gut für Allergiker geeignet (Nager und Halter)

Nachteile

  • Gangbauten halten schlecht

Eignung

  • nicht für Wühler oder Tiere mit stark fettendem Fell
  • gut für Tiere mit empfindlicher Lunge

Maiseinsteu

Maiseinstreu sieht ähnlich aus wie Kleintierstreugranulat und wird aus der Spindel des Kolbens hergestellt.

Vorteile

  • staubarm

Nachteile

  • für Gangbauten ungeeignet
  • wenig saugfähig

Eignung

  • nicht für wühlende Arten oder solche mit stark fettendem Fell
  • gut für Tiere mit empfindlicher Lunge

Papier

Manche Halter verwenden auch Küchentücher und/oder Zeitungspapier als Einstreu. Zeitungspapier ist aufgrund des Abriebs von Druckerschwärze bedenklich. Verwenden Sie bei Küchentüchern keine reißfesten Produkte! Diese können im Verdauungstrakt der Nager verklumpen, da sie nicht verdaut werden. Das kann zu einem tödlichen Magen- oder Darmverschluß führen!

Vorteile

  • einfach, schnell und kostengünstig zu bekommen
  • krümelt nicht raus

Nachteile

  • schlechte Geruchsbindung
  • Druckerschwärze ist immer noch umstritten
  • reißfeste Tücher können Verstopfungen und Darmverschlüsse verursachen
  • erlaubt weder buddeln noch das Bauen von Höhlen

Eignung

  • Zeitung ist nicht geeignet
  • Küchentücher eignen sich gut für Quarantänekäfige nach Operationen, da sie nicht so leicht wie Späne in der Wunde kleben bleiben
  • als normale Kompletteinstreu ist Küchenpapier bei Mäusen ungeeignet, Sie können aber einzelne Etagen damit auslegen

Pellets

Pelletts werden in verschiedenen Größen meist aus Holz oder Stroh gepresst.

Vorteile

  • staubarm
  • geruchsbindend

Nachteile

  • zu hart
  • meist zu groß
  • unterbinden jegliches Wühlen und Gangbauten
  • mäßig flüssigkeitsbindend

Eignung

  • nur als Geruchsbinder unter anderen Streuarten
  • nicht als alleinige Einstreu geeignet

Rindenmulch

Rindenmulch können Sie in verschiedenen Abpackungen in jedem Baumarkt recht günstig erstehen. Der frische Mulch riecht stark sauer und muß erst trocknen, bevor Sie ihn ins Gehege geben können.
Achten Sie darauf, dass unter Häuschen, Schüsseln und anderem Inventar kein Nässestau entsteht. Rindenmulch schimmelt nicht so leicht wie Erde, bei Staunässe besteht jedoch auch hier die Gefahr der Schimmelbildung.

Vorteile

  • optisch sehr schön für Naturgehege
  • staubarm

Nachteile

  • nicht sehr saugfähig
  • kein Gangbau möglich
  • recht große Teile, die von kleineren Arten eher weniger gemocht werden

Eignung

  • für Naturgehege
  • nicht für wühlende oder stark Urin absetzende Tiere
  • nicht für Tiere mit stark fettendem Fell


Sand

Es gibt im Handel viele unterschiedliche Sandarten mit sehr verschiedenen Eigenschaften. Daher können Vor- und Nachteile hier schwer zusammengefasst dargestellt werden.

Sand ist für die meisten exotischen Nager als Bademedium oder je nach Art sogar als Untergrund unerlässlich.
Neben Sand als Kamm für Schmutz und Ungeziefer hat er vor allem bei exotischen Rennmäusen, Springmäusen und ähnlichen Tieren eine weitere wichtige Pflegefunktion: Der Sand nimmt den überschüssigen Talg aus dem Fell und vermeidet so, dass das Fell strähnig wird und seine Schutzfunktion in Teilen einbüßt. Somit ist Sand essentiell für die Gesunderhaltung der Tiere.
Der falsche Sand kann jedoch zu fettigem, stumpfen oder gar kaputtem Fell führen. Prüfen Sie daher vorher die Bedürfnisse Ihrer Tiere und wählen Sie danach die die entsprechende Sandsorte.
Allerdings ist Sand als Komplettuntergrund wenig geruchsbindend.
Nachstehend werden verschiedene Sandarten vorgestellt.

Attapulgus/Attapulgit

Attapulgus ist ein sehr feines Mineral, das Feuchtigkeit und überschüssiges Fett aus dem Fell der Nager binden kann. Er eignet sich sehr gut damit für alle Nager mit empfindlichem, stark fettendem Fell, wie etwa Springmäuse, Bleiche Rennmäuse oder Fettschwanz-Rennmäuse.
Der Sand ist sehr leicht und staubt etwas.
Bei diesem Mineral besteht jedoch der Verdacht, dass der Sand krebserregend wirken kann. Attapulgus kann ähnlich wie Asbest faserige Strukturen bilden, die sich in der Lunge festsetzen und dort Krebs verursachen können. Der Sand liegt aber nicht immer notwendigerweise in dieser faserigen Struktur vor.
Da Nager oft nicht lang genug leben, dass die Fasern ihre karzinogene Wirkung entfalten können, gehen viele Halter nicht von einer Gefährdung ihrer Tiere aus. Auch bei meinen Tieren konnte ich seit dem Umstieg auf diesen Sand keine erhöhte Krebsrate feststellen. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es für Kleintiere aber nicht, dafür teils sehr kontroverse Meinungen verschiedener Halter.
Da aber der Mensch deutlich länger lebt und den Staub beim Befüllen der Schüssel oder beim Aussieben einatmet, sollten Sie bei solchen Tätigkeiten vorsichtshalber einen Atmenschutz tragen, da die krebserregende Wirkung beim Menschen nicht ausgeschlossen werden kann.

Bimsstein

Sand aus Bimsstein ist dem Attapulgus und Sepiolith sehr ähnlich und für dieselben Zwecke geeignet. Es gelten aber auch dieselben Bedenken.

Chinchillasand

Der Begriff „Chinchillasand“ ist nicht geschützt. Sie erhalten also höchst unterschiedliche Qualitäten und Sandarten unter dieser Bezeichnung. So besteht der Chinchillasand von Rosnerski aus abgerundetem Quarzsand, während die Äquivalente bei JR Farm und Vitakraft Attapulgussand enthalten. Informieren Sie sich also beim Kauf eines mit „Chinchillasand“ deklarierten Produktes, um welche Sandart es sich handelt, um entscheiden zu können, ob der Sand für Ihre Tiere geeignet ist.

Quarzsand

Quarzsand wird in abgerundeter Form oft als Chinchillasand angeboten. Er erscheint wie gesiebter Vogelsand und pflegt ebenfalls das Fell. Allerdings kann er Fett und Feuchtigkeit aus dem Fell kaum aufnehmen. Daher eignet er sich bedingt eher für Tiere mit wenig fettendem Fell wie etwa Mongolische Rennmäuse. Gut geeignet ist er als Untergrund für Wüstenterrarien oder für Kloschüsseln der Nager. Geruchsdämmend wirkt der Sand aber nicht.
Nicht abgerundeter Quarzsand wird unter der Bezeichnung Quarzsand verkauft. Auch Aquariensand ist ein Quarzsand. Er ist scharfkantig. Daher eignen sich diese Produkte nicht als Badesand oder Untergrund für Ihre Nager.

Sepiolith

Sepiolith

Sepiolith ist ein Bandsilicat wie der Attapulgus. Auch er eignet sich hervorragend für Mäusearten mit stark fettendem Fell, die über Sandbäder einen großen Teil der Fellpflege betreiben, da er das überschüssige Fett bindet und so die natürliche Isolierfunktion des Fells erhält.
Jedoch gilt auch für den Sepiolith die Debatte um die Verursachung von Krebs. Die Anwendung wird kontrovers diskutiert. Eine signifikant erhöhte Krebsneigung bei den Nagern konnte nicht festgestellt werden. Jedoch sollte der Halter den Sandstaub nicht einatmen.

Spielsand

Spielsand ist eine Mischung aus verschiedenen Mineralien wie Quarzsand, Kalk und Glimmer. Als Untergrund für Wüstenlandschaften ist er durchaus geeignet. Stellen Sie jedoch dann sicher, dass das Material trocken nicht zu sehr staubt. Zur Fellpflege ist Spielsand ungeeignet, da er weder Fett und Feuchtigkeit aufnehmen kann, noch fein genug dafür ist.
Bieten Sie den Sand nicht für sandbadende Arten an, da er deren Fell beschädigen könnte.

Strandsand

Strandsand besteht ebenfalls aus unterschiedlichen Materialien. Durch die permanente Bewegung des Wassers ist er abgerundet und kann so die Fellstruktur nicht schädigen. Da er jedoch auch kaum Feuchtigkeit und Fett aus dem Fell aufnehmen kann, eignet er sich eher als Untergrund für Wüstengehege.
Kochen Sie selbst geholten Strandsand immer ab, um eventuell vorhandene Parasiten und Keime abzutöten.

Talkum

Talkum ist in seiner massiven Form als Speckstein bekannt. Das fein gemahlene Pulver nimmt Fett und Feuchtigkeit sehr gut auf, ist aber als reiner Untergrund zu fein.
Es eignet sich aber hervorragen, um die Fett- und Feuchtigkeitsbindung z.B. von Quarzsand zu erhöhen, indem man das Pulver diesem beimischt.

Urgesteinsmehl

Urgesteinsmehl ist gemahlener Basalt und wird üblicherweise als Düngemittel verkauft. Ähnlich wie Talkum ist es als reiner Bade- oder Bodengrund zu fein, eignet sich jedoch hervorragend, die pflegenden Eigenschaften von Quarz und anderen Sandsorten zu verbessern.

Vogelsand

Vom Vogelsand ist abzuraten, da er zum einen Duftstoffe (Anis) enthält, die die feinen Nasen der Nager irritieren. Zum anderen schädigt der scharfkantige Muschelgrit die Fellstruktur. Das Fell wird stumpf und brüchig.
Darüber hinaus besitzt der Sand kaum die Fähigkeit Fett und Feuchtigkeit aus dem Fell aufzunehmen.
Vogelsand ist daher sowohl als Bademedium wie auch als Untergrund ungeeignet.

Seramis

Seramis ist ein stark flüssigkeitsspeicherndes Tongranulat. Als reines Naturprodukt enthält es keine Giftstoffe und kann unbedenklich verwendet werden.
Als alleiniger Bodenbelag ist Seramis ungeeignet. Jedoch hat sich seine Verwendung als Unterschicht/Zusatz für Erde vor allem bei Naturgehegen bewährt, da er hier die nötige Feuchtigkeit lange hält und Nässestaus vermeidet.

Vorteile

  • sehr saugfähig
  • staubarm
  • geruchsbindend

Nachteile

  • erlaubt keine Gangbauten
  • v.a. für kleinere Arten recht grob

Eignung

  • als Zusatz/Unterschicht für Erde in Naturgehegen
  • für Schlafkisten von Wüstennagern (hält hier trocken)

Terrarienhumus

Terrarienhumus besteht meist aus Kokosfasern und wird in der Regel in getrockneten, geprassten Ziegeln verkauft, die in Wasser eingeweicht ein Vielfaches ihres Volumens erreichen.

Vorteile

  • ergiebig, daher recht günstig
  • 100% natürlich
  • keim- und pilzfrei
  • ungedüngt
  • grabfähiges Material
  • bepflanzbar
  • staubarm
  • sehr saugfähig

Nachteile

  • erhöht die Luftfeuchtigkeit, daher nicht gut für geschlossene Terrarien

Eignung

  • auch in Mischung mit Erde besonders für dünn besiedelte Biotope
  • für Naturgehege
  • nicht für Wüstenbewohner und/oder Tiere mit stark fettendem Fell
 
haltung/untergruende.txt · Zuletzt geändert: 03.07.2009 07:46 von angelus     Nach oben
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó