Gehegereinigung
Allgemeines
Jede Reinigung des Geheges bedeutet Streß für die Bewohner, da sie in ihrem Revier gestört oder sogar aus diesem kurzfristig herausgerissen werden. Wird das Gehege vollständig gereinigt, fehlen auch die vertrauten Marken, die dann wieder neu gesetzt werden müssen. Darin liegt auch die scheinbar widersprüchliche Tatsache begründet, dass Mäuse umso mehr stinken, je öfter man sie ausmistet. Müssen die Tiere ständig nachmarkieren oder meinen sogar, fremde Gerüche überdecken zu müssen, sind die Duftmarken intensiver.
Reinigen Sie Gehege und Inventar regulär nur mit klarem oder Essigwasser (bei Essigwasser gründlich nachspülen!). Verzichten Sie auf chemische Reinigungsmittel und Duftstoffe. Diese können für die Tiere nicht nur unangenehm, sondern auch schädlich, im schlimmsten Falle sogar giftig sein. Starke Düfte oder Ausdünstungen können die Atemwege reizen und auch schädigen. Vor allem bei Tieren mit empfindlichen Lungen kann das fatale Folgen haben.
Reinigungsintervalle
Wie oft und wie vollständig das Gehege gereinigt werden muß, hängt im wesentlichen von dessen Fläche in Relation zum Tierbesatz und vom gewählten Untergrund ab. So müssen große Naturgehege mit Erde und einem geringen Besatz mitunter nur einmal jährlich gereinigt werden, währen in einem Meterkäfig mit maximalem Besatz auf Kleintierstreu die Einstreu etwa alle 4 Wochen erneuert werden muß. Wird jeweils nur eine Teil- oder Minimalreinigung vorgenommen, verkürzen sich die Reinigungsintervalle entsprechend auf 1 Woche bis 1 Monat.
Komplettreinigung
Bei der Komplettreinigung werden Streu und Inventar komplett aus dem Gehege genommen. Das Inventar wird gereinigt, die Einstreu und das Nistmaterial werden erneuert.
Eine Komplettreinigung muß in jedem Fall bei Vergesellschaftungen und Parasiten- oder Pilzbefall vorgenommen werden, wobei sich die Art der Reinigung und der Reinigungsmittel nach dem jeweiligen Anlaß richtet.
Zudem ist die Komplettreinigung bei sehr scheuen Tieren eine gute Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme zu machen, die Tiere gegebenenfalls zu wiegen und einen kurzen Gesundheitscheck durchzuführen.
Partielle Reinigung
Bei der partiellen Reinigung werden nur stärker verunreinigte Streuflächen entfernt und die noch vorhandene Streu auf die geleerten Flächen verschoben. Der Rest wird mit frischer Streu aufgefüllt. So findet ein permanenter Streuaustausch statt, ohne dass der Reviergeruch für die Tiere verloren geht. Bei dieser Reinigungsmethode wird auch nicht das komplette Inventar gereinigt, sondern nur einzelne, stärker verschmutzte Teile.
Klarer Vorteil: Die Tiere müssen nicht aus dem Gehege genommen werden und haben so weniger Streß.
Diese Form der Gehegereinigung bietet sich prinzipiell für alle Arten als reguläre Reinigungsmethode an, besonders jedoch für die, deren Gruppen als streitanfällig bekannt sind (z.B. Streifengrasmäuse).
Minimalreinigung
Die Minimalreinigung bietet sich zum einen für Arten an, die sehr sauber sind, also (fast) ausschließlich feste Kloecken aufsuchen (z.B. Orkney-Feldmaus), wenig markieren oder zur Streitbegrenzung bei unruhigen Gruppen, insbesondere bei Farbmausböcken vor der Kastration.
Hierbei werden nur die Kloecken und das Areal rund um den Fütterungsplatz regelmäßig gereinigt. Der Rest der Streu verbleibt länger im Gehege, um den vertrauten Duft bestmöglich zu erhalten und so möglichst wenig Streß und/oder Streit zu verursachen.
Zur Minimalreinigung gehört auch die Reinigung einzelner Inventarteile, wenn diese etwa von Urin durchnässt oder stark von Markierungen verklebt sind.