Laufräder

Notwendig oder nicht?

Laufräder spalten die Nagerhalter in Gegner und Befürworter. Generell zähle ich mich zu den Radgegnern. Meine Tiere haben bis auf Ausnahmen kein Rad, da die Gehege ausreichend groß sind, damit sich die Tiere in ihrem natürlichen Verhaltensspektrum bewegen können und müssen.
Wenn Sie den Tieren ein Rad anbieten möchten, überlegen Sie, ob die Laufbewegung einen großen Teil des natürlichen Bewegungsspektrums einnimmt. Sinnvoll wäre es beispielsweise für Lemminge, Hamster und einige Rennmäuse, die kaum bis gar nicht klettern.
Weniger sinnvoll wäre es dagegen beispielsweise für Akazienratten, Maushamster oder Schläfer. Diese Tiere klettern viel und sehr gut. Das Laufrad würde also ihr natürliches Bewegungsverhalten deutlich stärker in Richtung Laufbewegung verschieben, als sie diese in der freien Natur ausführen würden. Das sollten Sie vermeiden und solchen Arten lieber mehr Äste und andere Kletterfläche anbieten.

Welches Rad?

holzrad.jpg Laufräder gibt es viele. Aber die wenigsten sind gut und gesund für die Tiere. Für uneingeschränkt empfehlenswert halte ich lediglich die Holzlaufräder von Rodipet und Karlie Wonderland, da diese alle Anforderungen an ein sicheres Laufrad erfüllen:

  • einseitige Aufhängung
  • geschlossene Lauffläche
  • geschlossene Rückwand
  • komplett offene Front
  • Durchmesser so, dass das Tier den Rücken nicht durchbiegt beim Laufen
  • unbedenkliches Material


Und welches lieber nicht?

Kaufen Sie niemals ein solches Rad!

Leider werden im Zoohandel mehrheitlich ungeeignete bis höchst gefährliche Räder angeboten, da dies leider gesetzlich bis heute nicht verboten ist.
Es handelt sich hierbei um Räder mit folgenden Eigenschaften:

  • Räder mit Sprossen als Lauffläche
  • Räder mit zweiseitiger Aufhängung
  • Räder mit Schereneffekt
  • Zu kleine Räder, in denen die Tiere beim Laufen die Wirbelsäule stark durchbiegen
  • Räder aus Weichplastik


Folgen falscher Räder

Die ersten drei Punkte treffen vor allem auf die am häufigsten verkauften, billigen Metallaufräder zu. Leider wird der Kunde beim Kauf nicht aufgeklärt, welche gesundheitlichen Folgen ein solches Rad für die Tiere haben kann. Dazu gehören:

  • verrenkte und gebrochene Gliedmaßen
  • Quetschungen und Prellungen
  • Schwanz oder Gliedmaßen werden gebrochen, skelettiert oder sogar abgerissen
  • Wirbelsäulenverkrümmungen, einseitige Abnutzungen und Bandscheibenvorfälle durch zu kleine Räder


Bei Plastikrädern ist auch die Gefahr von schweren Verletzungen des Magendarmtraktes durch Plastiksplitter angenagter Räder (im schlimmsten Fall mit Todesfolge) nicht zu vergessen. Leider wird auch dies dem Kunden bei der Kaufberatung nicht gesagt. Meist wissen es die Verkäufer nicht einmal.

Verlassen Sie sich daher niemals auf die Beratung in einer Zoohandlung! Die Beratung ist nicht selten mangelhaft und kann Ihre Tiere ernsthaft gefährden.

Mehr Infos

Weitere interessante Informationen zu Laufrädern finden Sie hier.

 
haltung/laufrad.txt · Zuletzt geändert: 09.06.2009 11:49 von angelus     Nach oben
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