Aquarien für Farbmäuse
Farbmäuse werden oft und gern in Aquarien gehalten, obwohl inzwischen feststeht, dass sie für reine Aquarienhaltung nicht geeignet sind.
Als Vorteile führen die Halter oft folgende Punkte an:
- kein störendes Gitter
- einfach zu reinigen
- einfach zu bekommen
Zudem werden Argumente wie mangelnde Durchlüftung und die fehlende Kletterfläche immer noch als lapidar abgetan, da der Halter die Folgen in der Regel nicht bemerkt. Dabei sind dies nicht die einzigen Nachteile, die Aquarien für Farbmäuse haben. Hier einige Punkte, die sie für diese Art wenig empfehlenswert macht:
- schlechte Lüftung
- Ammoniakgeruch wird spät wahrgenommen und die Tiere zu selten ausgemistet
- fehlende Kletterflächen
- oft zu flach
- Etagen fehlen oft
- schlecht verhaltensgerecht einzurichten
- Tiere müssen von oben angefasst werden
Zudem ist ein Aquarium in den entsprechenden Mindestmaßen sehr unhandlich.
Auch Aquarien, die nicht höher als breit sind, lüften schlechter als Gittergehege gleicher Größe. Das liegt in der Natur von Gitter und Glas. Ob sie dennoch ausreichend lüften, ist ein permanentes Streitthema, bei dem es noch kein abschließendes Fazit gibt. Weitgehend einig ist man sich dagegen darüber, dass Aquarien, die höher als breit sind, für Farbmäuse zu schlecht durchlüftet sind.
Hält man die Nase in ein Aquarium mit Farbmäusen, ist der Geruch darin mitunter ein ganz anderer als in der Umgebung. Da er aber außerhalb nicht wahrgenommen wird, geht der Halter davon aus, dass die Tiere noch nicht wieder gereinigt werden müssen. Es staut sich also unbemerkt vermehrt Ammoniak im Aquarium an. Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Lungenerkrankungen, zu denen Farbmäuse ohnehin schon neigen.
An Glas können Farbmäuse nicht klettern. Damit fallen die Seitenwände des Geheges als Bewegungsfläche aus. Mangels Größe reicht aber auch das Inventar meist nicht zu ausreichender Bewegung aus. Dies fällt allerdings erst auf, wenn man die Tiere aus dem Aquarium in ein Gehege setzt, das ihre Bewegung mehr fordert. Die Tiere zeigen dort Defizite in Koordination und Kondition.
Farbmäuse sollten in Gehegen mit einer Mindesthöhe von 50 cm gehalten werden. Betrachtet man aber die Aquarien, in denen sie von den meisten Haltern untergebracht werden, wird diese Höhe nicht erreicht, da das Aquarium nicht höher als breit sein darf. Damit fehlt den Tieren Raum nach oben, den Tiere sehr gern nutzen, wenn man ihnen diesen zur Verfügung stellt.
Ein eher praktisches Problem ist die Einrichtung von Aquarien. Das Befestigen von Trinkflasche und Inventar ist eher schwierig, das Einhängen von Nestern und Nistkästen unmöglich. Damit schränkt es die Einrichtung des Geheges ein.
Mäuse sind Fluchttiere, deren Feinde meist von oben auf sie herabstoßen. Dieses Feindbild des von oben angreifenden Räubers ist auch den Farbmäusen noch erhalten geblieben. Entsprechend unangenehm ist es für die Tiere, wenn sie von oben angefasst werden. Mitunter lässt sich das an größerer Scheu im Vergleich zu anderen Haltungsformen beobachten.
Wie die Betrachtung der Nachteile gezeigt hat, bemerkt man viele erst, wenn die Tiere in einer anderen, geeigneteren Gehegeform untergebracht sind. Ohne Vergleiche geht der Halter davon aus, dass den Tieren nichts fehlt.
Zudem zeigt der Vergleich von Vorteilen und Nachteilen, dass die Vorteile eher die des Halters, die Nachteile eher die der Tiere sind. Das Gehege sollten Sie jedoch in Hinblick auf die Vorteile für die Tiere wählen.