Wärme

Wärme ist bei den meisten Erkrankungen heilungsfördernd, bei einigen sogar dringend angeraten. Dabei gibt es sehr viele unterschiedliche Lösungen der Wärmezufuhr.
Unterschieden werden permanente und nicht permanente Wärmequellen. Kontrollieren Sie letztere (Wärmflasche, heiße Gläser, Heatpack) regelmäßig auf ihre Temperatur.

VORSICHT!

  • Achten Sie immer darauf, dass die Heizelemente nicht zu warm sind, sonst drohen Überhitzung und Hitzschlag!
  • Schlagen Sie Wärmflaschen und heiße Gläser in Handtücher ein, damit sich die Tiere nicht an der heißen Oberfläche verbrennen!
  • Wärmen Sie Tiere mit Untertemperatur nur langsam auf, da sonst ein Kreislaufzusammenbruch droht!
  • Bei einigen Erkrankungen ist eine durchblutungsfördernde Wirkung unerwünscht. Verwenden Sie hier kein Rotlicht, sondern Wärmflaschen, Heizmatten oder ähnliche Möglichkeiten.


Heatpacks

Heatpacks enthalten ein Gel, das beim Knicken kleiner Metallblättchen reagiert und bei dieser Reaktion Wärme freisetzt. Meist werden Sie in den verschiedensten Formen als Taschenwärmer verkauft.
Achtung: Die verschiedenen Fabrikate werden sehr unterschiedlich heiß! Testen Sie vor der Anwendung die Endtemperatur, damit sich Ihre Tiere nicht verbrennen!

Vorteile

  • oft im Hause
  • geht schnell
  • kostengünstig

Nachteile

  • Temperaturabfall durch Auskühlen → muß regelmäßig gewechselt werden

Eignung

  • für Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn andere Wärmequellen nicht im Haus sind
  • für kurze Strecken, z.B. zum Tierarzt


Heiße Gläser

Heiße Gläser funktionieren nach dem Wärmflaschenprinzip. Verwenden Sie hier Flaschen, Marmeladengläser oder ähnliches, die Sie mit heißem Wasser befüllen.
Achtung: Die Oberfläche ist für die Tiere zu heiß! Schlagen Sie das Glas daher unbedingt in ein altes Handtuch ein.

Vorteile

  • immer im Hause
  • geht schnell
  • kostengünstig

Nachteile

  • Temperaturabfall durch Auskühlen → muß regelmäßig gewechselt werden
  • Bruchgefahr des Glases

Eignung

  • für Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn andere Wärmequellen nicht im Haus sind
  • für kurze Strecken, z.B. zum Tierarzt


Heizmatten

Heizmatten gibt es in sehr unterschiedlichen Größen und Stärken. Sie eignen sich jedoch nicht für jede Gehegeform. Anwenden können Sie die Matten bei Glas- oder Plexiglasgehegen.
Die Matten werden entweder unter das Gehege gelegt oder an die Rückwand geklebt.
Achten Sie vor allem bei geschlossenen Behältern wie Faunaboxen, Aquarien und Terrarien darauf, dass die Stärke der Matte auch dem Gehege entspricht. Sonst drohen Hitzestau und Hitzschlag! Eine 7-Watt-Matte ist für ein 60er Aquarium beispielsweise für eine leichte Erwärmung völlig ausreichend. Wählen Sie im Zweifelsfall die geringere Stärke.

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeentwicklung
  • einfach anzubringen

Nachteile

  • recht teuer
  • hat nicht jeder im Hause

Eignung

  • als Wärmezufuhr für kranke Tiere
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)


Heizkabel

Heizkabel sind isolierte Drähte, die im Mäander mit Silikon auf eine Unterlage wie etwa Glas geklebt werden. Dabei erreichen Sie je nach Abstand der Schnurbögen zueinander eine unterschiedliche Wärmeintensität. Achten Sie unbedingt auf den vom Hersteller empfohlenen Mindestabstand!
Die Schnüre können sowohl auf eine transportable Platte, wie auch direkt unter ein Glasgehege geklebt werden. Für Plastik und Holz sind sie für direktes Aufkleben ungeeignet. Die transportable Variante funktioniert wie eine Heizmatte.

Vorteile

  • gleichmäßige Temperaturentwicklung
  • transportable Variante einfach anwendbar
  • auch große Glasgehege können gleichmäßig mit Bodenwärme versorgt werden

Nachteile

  • Herstellung eines Heizelementes etwas aufwändiger
  • recht teuer

Eignung

  • gut für Kranken- und Quarantänebecken
  • transportable Variante gut und einfach wie Heizmatte für kranke Tiere anwendbar
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)


Rotlichtlampen

Rotlicht dringt durch seine Wellenlänge tiefer in den Körper ein als andere Lichtspektren und sorgt so für eine bessere Durchwärmung des Tieres, da es die Durchblutung anregt.
Rotlichtlampen gibt es sowohl im Medizinbedarf wie auch im Terrarienzubehör. Achten Sie beim medizinischen Rotlicht darauf, dass die Tiere nicht direkt ins Licht schauen können, da sonst Augenschäden bis hin zur Erblindung drohen. Schirmen Sie das Licht besser mit einem dünnen Tuch ab.
Terrarienrotlichter können als direkte Strahler verwendet werden.
Verwenden Sie unbedingt eine hitzebeständige Keramik- oder Porzellanfassung, da die Terrarienrotlichter sehr heiß werden können!
Achten Sie vor allem bei geschlossenen Behältern darauf, dass die Lampe nicht zu stark ist, da sonst Hitzestau und in der Folge Hitzschlag drohen!
Verwenden Sie medizinische Rotlichter nur im Notfall und nur für kranke Tiere. Für eine längerfristige Anwendung sollten Sie auch bei kranken Tieren auf Terrarienrotlichter zurückgreifen.
ACHTUNG: Wenden Sie Rotlicht nicht bei Erkrankungen an, bei denen die durchblutungsfördernde Wirkung der Birnen unerwünscht ist!

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeabgabe
  • recht günstig
  • medizinische Rotlichter gibt es in den meisten Haushalten
  • einfache Handhabe

Nachteile

  • direkte Bestrahlung beim medizinischen Rotlicht nicht möglich
  • nicht bei allen Erkrankungen anwendbar (z.B. NICHT, wenn keine starke Durchblutung gewünscht ist)

Eignung

  • als Wärmespot für Gittergehege (besonders beliebt: angestrahlte, warme Steine)
  • als Heizung für geschlossene Gehege
  • Wärmequelle für kranke Tiere
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)


Wärmestrahler

Wärmestrahler gibt es in der Terraristik in verschiedenen Spektren (Rotlicht, Mondlicht- und Tageslichtlampe, reiner Wärmestrahler). Fragen Sie im Zweifelsfall, ob das genaue Spektrum für Säuger geeignet ist.
Achten Sie bei geschlossenen Gehegen auf die Stärke der Lampe, um einen Hitzestau und damit die Gefahr eines Hitzschlages zu vermeiden!

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeabgabe
  • recht günstig

Nachteile

  • verwirrende Vielfalt

Eignung

  • als Wärmespot für Gittergehege (besonders beliebt: angestrahlte, warme Steine)
  • als Heizung für geschlossene Gehege
  • Wärmequelle für kranke Tiere
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)


Wärmflaschen

Die Wärmflasche wird mit warmem bis heißem Wasser befüllt, in ein altes Handtuch geschlagen, damit sich die Tiere nicht an der heißen Oberfläche verbrennen können.

Vorteile

  • einfach und schnell handhabbar
  • in fast jedem Haushalt vorhanden

Nachteile

  • relativ schnelles Auskühlen
  • Temperaturschwankungen
  • Gefahr des Auslaufens bei Annagen

Eignung

  • für kranke Tiere zu Hause
  • für den Weg zum Tierarzt
 
gesundheit/waerme.txt · Zuletzt geändert: 15.09.2009 18:06 von angelus     Nach oben
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