Die Maus beim Tierarzt

Da bei Mäusen bei einer Erkrankung schnelles Handeln gefragt ist, sollten Sie den Tierarzt schon vor dem Ernstfall aussuchen, so dass Sie dann nur noch Maus und Sachen einpacken und losfahren müssen.
Stellen Sie sich also ruhig schon vor der Anschaffung der Tiere bei verschiedenen Tierärzten vor und fragen Sie, wie es mit der Erfahrung mit diesen kleinen Patienten aussieht. Ist ein Tierarzt abweisend, sehr zugeknöpft mit Aussagen oder wirkt er desinteressiert an der Materie Maus, sollten Sie besser einen Kollegen aufsuchen.
Wenn Sie einen Tierarzt suchen, bei dem Sie Ihre Mäuse kastrieren lassen können, scheuen Sie sich nicht, vorher nach Methode und auch nach der Erfolgsquote zu fragen. Erhalten Sie keine oder nur eine abweisende Auskunft, sollten Sie auch hier einen Kollegen aufsuchen.

Der erste Besuch

Achten Sie beim ersten Besuch auf folgende Punkte:

  • Wie fasst der Tierarzt die Maus an (ideal: vorsichtige Umgangsweise, nicht am Schwanz anfassen)?
  • Nimmt er sich Zeit und untersucht das Tier gründlich?
  • Erklärt er Ihnen seine Vorgehensweise?
  • Erklärt er Ihnen den Befund?
  • Erklärt er Ihnen nicht nur die Anwendung und Dosierung, sondern auch die Wirkungsweise der verschriebenen Medikamente?
  • Ist er bereit, bei Wissenslücken ein Buch oder einen Kollegen zu konsultieren?
  • Bei akuten Notfällen: Zieht er lebensbedrohlich erkrankte Mäuse bereits wartenden Patienten auch ohne Termin vor?

Vorbereitung

Sind Mäuse krank, ist meist schnelles Handeln gefragt. Trotzdem sollten Sie einiges beachten:

  • Packen Sie eine Transportbox immer mit benutzter Streu und ausreichend Heu für die Deckung sowie Futter und ein Gemüse für die Flüssigkeit.
  • Nehmen Sie nach Möglichkeit die gesamte Gruppe mit.
  • Achten Sie auf die Temperatur beim Transport (Wärmen im Winter, kühlen im Sommer, Zug vermeiden!).
  • Notieren Sie alle Krankheitsanzeichen und Beobachtungen (nach Möglichkeit mit Datum und Uhrzeit). So vergessen Sie in der Praxis nichts.
  • Sollten Sie selbst Medikamente oder Hausmittel (Tees, Rotlicht. u.ä.) vor dem Besuch angewendet haben, notieren Sie auch diese mit Datum, Uhrzeit und Dosierung.
  • Wenn Sie mit einem akuten Notfall (z.B. Vergiftung) kommen, rufen Sie vorher an!

Tip: Als äußerst praktisch haben sich ein Stammdatenblatt und ein Krankendatenblatt erwiesen, auf dem für das jeweilige Tier alle bekannten Daten (Alter, Herkunft, Vorgeschichte, Erkrankungen samt Behandlungen, …) notiert sind. Dies kann dem Tierarzt beim Stellen der Diagnose helfen!

In der Praxis

  • Wählen Sie im Wartezimmer eine ruhige Ecke zum Warten, um die Tiere nicht unnötig mehr zu stressen.
  • Geben Sie dem Tierarzt die zu Hause gemachten Notizen zur Information.
  • Folgen Sie den Ausführungen ihres Tierarztes aufmerksam und machen Sie sich bei Bedarf Notizen.
  • Notieren Sie sich auch Name und Dosierung sowie Verabreichungsturnus der mitgegebenen Medikamente sowie weitere evtl. notwendige Maßnahmen.
  • Wenn Sie nicht dazu aufgefordert werden, fragen Sie, ob sie wiederkommen sollen.

Nachbereitung

  • Beachten Sie Dosierung und weitere Hinweise des Tierarztes zu den Medikamenten. Eine falsche oder zu kurze Gabe kann zu Über- und Unterdosierungen kommen, so dass sich die Erkrankungen verschlimmern und bei Antibiotika Resistenzen entstehen können.
  • Fragen Sie nach der vereinbarten Zeit nach noch ausstehenden Laborergebnissen.

Separation kranker Tiere

Einige Tierärzte neigen dazu, für kranke Tiere Einzelhaltung für die Dauer der Erkrankung zu empfehlen. Dies ist jedoch meist nicht notwendig und mitunter sogar kontraproduktiv, da einsame Tiere langsamer genesen.
Soll ein Tier wegen einer infektiösen Krankheit separiert werden, macht dies wenig Sinn, da die gesamte Gruppe dem Keim bereits eine ganze Zeit ausgesetzt war und somit Träger sein kann.
Auch nach Operationen wird gern Separation empfohlen, da Artgenossen an der Wunde herumfressen könnten. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Beobachten Sie das operierte Tier in der Gruppe. Nur wenn die Artgenossen tatsächlich an die Wunde gehen, sollte das Tier aus der Gruppe genommen werden. Stellen Sie dann – etwa via Trenngitter – sicher, dass es weiter Geruchskontakt zu seiner Gruppe halten kann, um eine stressige und aufwändige Neuintegration sowie die völlige Vereinsamung des Patienten zu vermeiden.
Einzig bei Afrikanischen Zwergschläfern ist die Separation von akut erkrankten und frisch operierten Tieren in den meisten Fällen sinnvoll, da diese vor allem in größeren Gruppen von den Artgenossen angegriffen und gefressen werden!

Kosten

Ein Tierarztbesuch kann teuer werden. Woraus sich diese Kosten zusammensetzen und wie hoch sie in etwa für welche Leistung sind, können Sie der Gebührenordnung für Tierärzte entnehmen.
In dieser Ordnung ist der einfache Satz für eine Leistung aufgeführt, bis zum Dreifachen dessen darf gefordert werden.
Da es für Mäuse keine separaten Werte gibt, orientieren sich Tierärzte in der Regel an den allgemeinen Kosten für Heimtiere.

 
gesundheit/tierarzt2.txt · Zuletzt geändert: 16.08.2009 09:24 von angelus     Nach oben
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