Narkose

Müssen Operationen oder Untersuchungen durchgeführt werden, die eine Ruhigstellung des Tieres erfordern, wird die Narkose angewandt. Hierbei hat der Tierarzt die Wahl zwischen verschiedenen Narkoseformen, die hier mit Vor- und Nachteilen kurz vorgestellt werden.

Inhalation

Die Inhalationsnarkose wirkt, wie der Name schon sagt, indem eine betäubende Substanz (z.B. Isoflurangas) eingeatmet wird. Da Gase eingeatmet werden, wird sie auch als Gasnarkose bezeichnet.
Nach Möglichkeit wird ein Beruhigungsmittel gespritzt, damit das Tier die Übergangsphase in die tiefe Narkose nicht bewusst erlebt. Gerade bei scheuen oder sehr kleinen Exemplaren und Arten ist dies jedoch nicht möglich.
Bei der Behandlung von Mäusen und exotischen Kleinsäugern hat sich diese Narkoseform mit dem Gas Isofluran als am verträglichsten erwiesen.

Vorteile:

  • Sowohl Länge als auch Tiefe der Narkose ist jederzeit steuerbar.
  • Bei Bedarf kann jederzeit Sauerstoff zugeführt werden.
  • Für den Kreislauf schonender als Spritzennarkose.
  • Kurze Aufwachphase.
  • In der Regel frisst das Tier direkt nach der Narkose.
  • Das Tier kühlt nicht so stark aus.
  • Die Narkose kann jederzeit beendet oder verlängert werden.

Nachteile:

  • Das Gas und damit diese Narkoseform ist teuer.
  • Sehr selten können bei Lungenschäden Probleme auftreten.
  • Je nach Narkosemittel muss noch ein Schmerzblocker gespritzt werden.

Achtung: Die Narkoseverträglichkeit ist auch bei Gas nicht bei allen Mäusearten gleich! Daher hier eine kurze Liste der Tiere, von Arten, die bei meinem Tierarzt schon erfolgreich narkotisiert wurden:

  • Afrikanische Vielstreifen-Grasmäuse
  • Afrikanische Vielzitzenmäuse
  • Akazienratten (schlafen sehr lange und tief, vorsichtig dosieren!)
  • Baumwollratten
  • Bleiche Rennmäuse
  • Buschschwanz-Rennmäuse
  • Farbmäuse
  • Fettschwanz-Rennmäuse
  • Grauer Steppenlemming (sehr sensibel, vorsichtig dosieren, Narkose möglichst kurz)
  • Indische Nacktsohlen-Rennmäuse
  • Mongolische Rennmäuse
  • Shaw-Rennmäuse
  • Sinai-Stachelmäuse
  • Striemengrasmäuse
  • Weißfußmäuse


Spritzennarkose

Bei der Spritzennarkose wird ein betäubendes und schmerzstillendes Medikament subkutanunter die Haut oder intramuskulär gespritzt.

Vorteile:

  • Die Narkose ist kostengünstig.

Nachteile:

  • Gefahr von Nekrosen an der Einstichstelle.
  • Die Narkose ist schlecht steuerbar, da eine Überdosis nicht korrigiert werden kann und Nachspritzen auch nicht immer ganz unproblematisch ist.
  • Wird vom Kreislauf schlechter vertragen.
  • Spritzennarkose wirkt atemdepressiv.
  • Es gibt nicht für alle Narkosen ein Antidot.
  • Die Tiere schlafen länger und kühlen dadurch stärker aus.
  • Die Aufwachphase ist in der Regel recht lang. Die Tiere fressen also eher spät. Bei sehr kleinen Tieren mit schnellem Stoffwechsel kann das zu Problemen führen.


Kurzzeitnarkose

Wie der Name schon sagt, wird diese Narkoseform angewendet, wenn nur eine kurze Betäubung nötig ist.

Vorteile:

  • Sie ist sehr kurz.
  • Es gibt ein Antidot.

Nachteile:

  • Sie ist teuer.
  • Es erfolgt keine Schmerzausschaltung.
  • Sie ist nur für kleine Eingriffe geeignet, die wenig Zeit brauchen (z.B. Chippen, Röntgen, etc.)
 
gesundheit/narkose.txt · Zuletzt geändert: 25.08.2009 09:26 von angelus     Nach oben
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó