Grabmilben
Mäuse werden von Milben der Gattungen Sarcoptes und Notoedres befallen, die wie alle Milben zur Klasse der Spinnentiere gehören.
Da sich die Tiere in die Haut hineingraben und dort leben, heißen Sie Grabmilben. Das verursachte Krankheitsbild ist bei Menschen als Krätze, bei Tieren als Räude bekannt.
Weibliche Grabmilben sind etwa 300 bis 500 µm lang, männliche Milben sind mit einer Länge von 205–285 µm deutlich kleiner.
Beide Geschlechter wohnen in der Haut ihres Wirtes. Während die Männchen eher in flachen Tunneln, manchmal sogar auf der Haut aufhalten, graben sich die Weibchen in tiefere Schichten der Epidermis, wo sie 3 bis 6 Wochen leben und wo auch der zwischen 12 und 21 Tage dauernde Entwicklungszyklus stattfindet. Dieser beginnt mit der Eiablage in Tunnelenden der Milbe. Aus den Eiern schlüpfen sechsbeinige Larven, die sich in diesem Gang oder auch in einem Haarfollikel erst zur Proto-, später zur Tritonymphe und schließlich zum erwachsenen Tier entwickelt. Diese Entwicklung findet über einen Zeitraum von 2 – 3 Wochen statt.
Die Milben öffnen die Epidermiszellen (Hautzellen) ihrer Wirtstiere um an deren Gewebesäfte zu kommen. Diese dienen als Nahrungsgrundlage der Milben.
Übertragung
Grabmilben sind keine sehr mobilen Parasiten. Daher werden sie meist durch den direkten Kontakt, nur selten mit kontaminierten Gegenständen oder Händen übertragen. Bei sehr engem Kontakt sind die eigentlich wirtsspezifischen Milben auch auf andere Arten und auch auf den Menschen übertragbar, der dann eine Pseudscabies ausbildet.
Die Ansteckung wird durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt.
Symptome
Der beginnende Befall wird in den ersten 2 – 3 Wochen meist übersehen, da er kaum oder keine Symptome hervorruft. Danach beginnt das Tier, sich aufgrund des einsetzenden, massiven Juckreize auffällig zu kratzen und es zeigen sich schnell erste Wunden.
Sarcoptes-Räude beginnt meist im Kopfbereich und an den Gliedmaßen. Unbehandelt kann sie sich aber auf den ganzen Körper ausbreiten.
Typische Symptome für die Räude sind starker Juckreiz, der vom Tier durch intensives und häufiges Kratzen angezeigt wird, die daraus folgenden schorfigen und aufgekratzten Hautstellen, Hautläsionen, Reizungen und Rötungen, Unruhe, Haarausfall und ein verschlechterter Allgemeinzustand.
Notoedres-Räude zeigt sich meist zuerst im Bereich der Ohrränder, aber auch an Nase und Augen, wo eine gelblich-graue Krustenbildung stattfindet, die sich im weiteren Krankheitsverlauf zu blumenkohl- und hornartigen Wucherungen entwickeln kann. Durch das permanente Putzen wird sie auch vor allem in den bereich der Pfoten und des Schwanzansatzes weitergetragen.
Diagnose
Da die Milben in der Haut sitzen, muß der Tierarzt ein so genanntes Hautgeschabsel machen, um die Milben nachweisen zu können. Dafür entnimmt er eine Probe der Haut und mikroskopiert sie. Diese ist jedoch nur im positiven Fall aussagekräftig!
Mikroskopische Bilder der Sarcoptes-Milbe und ihrer Eier
Behandlung
Behandelt werden müssen alle Tiere der betroffenen Gruppe, auch wenn nicht auf allen ein Milbenbefall nachgewiesen werden konnte. Am unkompliziertesten und verträglichsten hat sich eine Behandlung mit Ivomec erwiesen, das als Spot onMedikament, das als Tropfen auf die Haut gegeben wird
im Genick auf die Haut aufgetragen wird. Diese Behandlung sollten Sie im Abstand von 7 Tagen dreimal anwenden, in schweren Fällen empfiehlt sich eine vierte Anwendung.
In hartnäckigen Fällen sollte Ivomec vom Tierarzt gespritzt werden.
Reinigen Sie auch die Umgebung der Tiere im Turnus der Spot-on-Behandlungen gründlich mit heißem Essigwasser.
Grabmilbenquarantäne
Da Grabmilben keine besonders mobilen Parasiten sind, genügt es, wenn Sie die Tiere so unterbringen, dass keine Streu aus dem Quarantänekäfig krümelt.
Ansonsten findet auch in der Quarantäne nur die normale, oben beschriebene Behandlung statt.
Nehmen Sie trotzdem bei neuen Tieren mit bekanntem Grabmilbenbefall nach Möglichkeit weder Streu noch Heu aus dem alten Zuhause mit.
Quellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Grabmilben
A. Ewringmann, B. Glöckner: Leitsymptome bei Hamster Ratte, Maus und Rennmaus, Enke-Verlag 2008
Peter Deplazes, Johannes Eckert, Karl T. Friedhoff: Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin, Enke, 2. Auflage 2008

