Mehlwürmer

Mehlwürmer sind trotz des Namens keine Würmer sondern die Larven des Mehlkäfers (Tenebrio molitor), also eigentlich Vorratsschädlinge. Sie gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Futtertieren.

Lebenszyklus

Die nachtaktiven Mehlkäfer legen in einem Gelege zwischen 100 und 500 weiße Eier. Aus diesen schlüpfen nach einigen Tagen 2 bis 3 mm große Mehlkäferlarven, die Mehlwürmer. Bis zur Verpuppung häuten sich die Tiere immer wieder, da der Chitinpanzer nicht mit wächst. Frisch gehäutete Larven lassen sich leicht an ihrer weichen Haut und der weißen Farbe erkennen. Vor der Verpuppung sind die Larven dann bis zu 30 mm lang.
Im Larvenstadium können die Tiere je nach Außentemperatur und Nahrungsangebot bis zu einem Jahr leben. Bei Temperaturen unter 5° C sterben sie jedoch nach kurzer Zeit ab. Beachten Sie diese Kälteempfindlichkeit also bei der Lagerung.
Hat sich der Mehlwurm verpuppt, setzt die so genannte Puppenruhe ein, die meist nur etwa 6 Tage dauert. Abhängig ist die Dauer von der Umgebungstemperatur. Je kühler es ist, umso länger dauert die Puppenruhe.
Die Puppen sind anfangs weiß und recht weich, werden später aber gelblich-hellbraun. Auch als Puppen haben die Tiere noch eine gewisse Eigenbewegung. Berührt man sie, schlagen sie mit dem Schwanzteil um sich.
Die sich aus den Puppen entwickelnden Käfer sind dunkelbraun und 15 bis 25 mm. Sie leben nur etwa 4 bis 6 Wochen und können in dieser Zeit zahllose Nachkommen hinterlassen.
Wenn Sie mit den Tieren nicht züchten und eine Verpuppung vermeiden wollen, sollten Sie die Insekten bei 8 bis 12°C lagern.


Zucht

Mehlwürmer sind sehr produktive Futtertiere, die Sie ohne großen Aufwand züchten können.
Für einen Zuchtansatz benötigen Sie:

  • 1 Terrarium oder Aquarium ca. 60 x 30 x 30 cm
  • 1 Kokoshumusziegel
  • Verstecke
  • 1 Heizung
  • Trockenfutter
  • Naßfutter
  • Zuchttiere
Oben selbst gezogener, unten gekaufter Mehlwurm

Als Zuchtbehälter sollten Sie entweder ein Terrarium oder ein kleines Aquarium wählen. Letzteres braucht eine Abdeckung, da sowohl Mehlkäfer als auch Mehlwürmer am Silikon des Beckens hoch krabbeln können. Tupperdosen aus weichen Kunststoffe, Heimchendosen, Pappschachteln und ähnliches eigenen sich nicht als Zuchtbehälter, da die Mehlwürmer sich durch das dünne und/oder weiche Material durchbohren können.
Es genügt ein Behälter, in dem alle Stadien dieser Insekten leben können.
Mehlwürmer sehen schlecht. Sie können aber hell und dunkel unterscheiden und suchen immer in der Dunkelheit Schutz. Bieten Sie ihnen daher Kokosschalen (Bionüsse!), Korkstücken, Terrakottascherben oder ähnliches als Deckung an. Bodengrund benötigen Sie nicht unbedingt, Sie können aber auch Kokoshumus verwenden, in dem sich die Larven gern eingraben.
Als Trockenfutter eignet sich am besten eine Mischung aus Kleie und Haferflocken. Aber auch ein gutes Hundetrockenfutter, Knäckebrot, trockene Brot- und Brötchenstücke und ähnliches Backwerk werden nicht verschmäht.
Ihren Flüssigkeitsbedarf decken die Tiere über das Feuchtfutter, das aus Gemüse und Obst bestehen sollte. Diese Fütterung sorgt gleichzeitig dafür, dass die Futtertiere mehr Vitamine für Ihre Nager enthalten.
Entfernen Sie etwa alle 2 Tage alles Feuchtfutter, das nicht gefressen wurde. So verhindern Sie Schimmelbildung und zuviel Feuchtigkeit im Becken. Mehlwürmer mögen es trocken. Wird es im Becken zu feucht, kann Ihnen im schlimmsten Fall die gesamte Zucht eingehen.
Tote Tiere sollten Sie regelmäßig entfernen.
Je nach Zucht- und Beckengröße sollten Sie alle 4 bis 12 Wochen Grundreinigung vornehmen, bei der auch die Kotkrümel entfernt werden. Diese entfällt bei der Haltung auf Kokoshumus. Allerdings empfiehlt es sich dann, Weiße Asseln dazu zu vergesellschaften, die die Hinterlassenschaften der Käfer und Larven aufräumen. Achtung: Meist sind Insekten in allen Stadien vorhanden. Ganz kleine Larven und Eier werden leicht weggeworfen. Wer keine unangenehme Überraschung aus dem Biomüll erleben will, sollte diesen gleich in die Tonne entsorgen.
Damit die Zucht optimal abläuft, benötigen die Insekten eine Umgebungstemperatur von 20 bis 25°C. Diese erreichen Sie ganz einfach mit einer kleinen Terrarienlampe von 40 Watt.
Bis bei einem neuen Zuchtansatz die ersten winzigen Mehlwürmer zu sehen sind, können 8 bis 12 Wochen vergehen.
Mehlwürmer können Sie auch gut mit Waldschaben vergesellschaften. Im Terrarium sind beide Arten auch zusammen sehr produktiv.


Nährwerte

Mehlwürmer sind gehaltvolle Futtertiere. Sie enthalten:

Protein 20%
Fett15 %
Feuchtigkeit62%
Asche1%
Calcium 0,4 %
Phosphor0,29%



Quellen
http://www.oberbiermann.de/bartis/zwergbartagamen/futterfuerbartagame/naehrwerte/index.php
http://wiki.mausebande.com/farbmaus/mehlwuermer

 
ernaehrung/mehlis.txt · Zuletzt geändert: 18.05.2009 22:51 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
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