Erlebnisfutter
Futter soll nicht nur schmecken, die Tiere satt machen und sie optimal mit allen notwendigen Stoffen versorgen. Im Idealfall sollte die Nahrungsbeschaffung die Nager wie in der Natur einige Zeit beschäftigen. Sie sollten ihre Mahlzeit erarbeiten müssen. Dies sorgt zum einen dafür, dass bei den Nagern keine Langeweile aufkommt, zum anderen sorgt es dafür, dass die Tiere nicht so schnell verfetten.
Die folgenden Tips geben Ihnen Anregungen, wie Sie Ihre Tiere mit Futter beschäftigen können.
Basisfutter: Fruchtstände
Hirsen und Getreide werden als Basisfuttermischung lose verfüttert. Sie können den Tieren jedoch auch die Körner in Rispen, Kolben oder Ähren anbieten. Arten, die nicht so leicht verfetten, können Sie auch Sonnenblumen offerieren. Hier müssen die Mäuse länger für dieselbe Futtermenge arbeiten, als wenn sie die Körner aus der Schüssel nehmen würden.
Je nachdem, wo Sie die Fruchtstände anbieten, schulen die Tiere auch Geschicklichkeit, Kraft und Balance.
Geeignet ist diese Futtervariante für alle Nager, die die entsprechenden Körner auch in der losen Basismischung fressen.
Frischfutter: Gemüse- und Obstspieße
Das Frischfutter wird hierbei auf eine Spindel aufgespießt und nicht lose ins Gehege gelegt. Damit ist den Tieren die Möglichkeit genommen, das Futter einfach wegzutragen. Sie müssen erst eine Weile arbeiten, bis sie das Obst oder Gemüse vom Spieß abziehen können.
Geeignet ist diese Variante für alle Tiere die Frischfutter annehmen.
Frischfutter: Gemüse- und Obstäste
Obstäste meint in diesem Fall nicht Äste von Obstbäumen, sondern Äste, auf die verteilt Obst – wahlweise auch Gemüse – aufgespießt werden kann. Spießen Sie das Frischfutter entweder auf Astspitzen oder schlagen Sie Nägel in Äste, die mit dem Kopf ca. 1-3cm überstehen.
Durch die Verteilung des Futters und die Platzierung auf Ästen und an Astenden, werden die Tiere zum einen durch Sammeln der verteilten Stücke beschäftigt. Zum anderen werden Kraft, Koordination und Kondition geschult.
Geeignet ist diese Fütterungsvariante für mäßig bis sehr gut kletternde Arten.
Achten Sie darauf, das Futter entsprechend dem Klettervermögen der von Ihnen gehaltenen Art zu plazieren. Über- oder Unterforderung der Tiere machen diese Variante sinnlos.
Proteine: Rohe Eier
Einige als Haustiere geeignete Nager sind von Natur aus auch Nesträuber und Eierdiebe. Diesen Arten können Sie rohe Eier ins Gehege legen, die die Tiere finden und öffnen müssen.
Hühnereier sind für dieses Unterfangen zu groß. Verfüttern können Sie je nach Größe und Neigung der Nager Eier von Finken bis hin zu Wachteleiern.
Beim ersten Mal können Sie das Ei vorsichtig anpicken, damit die Tiere es besser aufbekommen und auch wissen, dass Futter drin ist. Im allgemeinen bekommen die Nager aber auch unversehrte Eier auf.
Achtung: Verfüttern Sie nur frische Eier!
Dieses Futter ist beispielsweise für Afrikanische Zwergschläfer sehr gut geeignet, die sehr schnell verstehen, dass man das runde Ding da essen kann, wenn man es aufmacht.
Proteine: Mobiles Futter
Vor allem exotische Mäuse benötigen oft einen recht hohen Anteil an Proteinen im Futter. Damit sie diesen nicht nur einfach bequem aus der Schüssel fressen, können Sie ihnen lebende Insekten anbieten.
Wichtig ist dabei, dass die Insekten sehr mobil sind. Heimchen, Heuschrecken, Grillen und ähnliche Kerbtiere eignen sich daher für diese Art von Erlebnisfutter.
Sie sprechen den natürlichen Jagdtrieb der Mäuse an und fördern so arttypisches Verhalten. Zudem bleiben die Tiere viel eher schlank, wenn sie hinter ihrem Essen vor der Mahlzeit erst einmal her rennen müssen. Nicht zuletzt sind die genannten Insekten auch um einiges fettärmer als beispielsweise Mehlwürmer oder Zophobas.
Voraussetzung ist hierbei die Akzeptanz von Lebendfutter bei den Nagern sowie ein gewisser Jagdtrieb auf Insekten.
Proteine: Verstecktes Futter
Dieser Tip eignet sich besonders für gut kletternde Arten. Geben Sie den Tieren, wenn sie schlafen, Stabschrecken auf dünnere Äste. Diese bleiben meist längere Zeit dort sitzen. So können die Nager nach dem Futter, das sie riechen, suchen.
Wichtig ist, dass die Tiere nicht sehen, wohin Sie die Schrecken setzen, da sie sonst nach einigen Malen wissen, dass sie nur der Hand folgen müssen. Die Suche nach dem Essen entfällt dann.
Leckerli und Basisfutter: Foodball
Es gibt so genannte Foodbälle aus Kunststoff, die bis auf eine kleine, in der Weite justierbare Öffnung geschlossen sind. Sie können mit den verschiedensten Leckerli befüllt werden. Legt man den maximal halb gefüllten Ball auf einen harten Untergrund, rollt er weg, wenn die Tiere versuchen, an das Futter zu kommen. Es fallen je nach Größe des Futters und der Öffnung kleine Stücken beim Rollen heraus oder die Tiere müssen sie aktiv herausziehen. Vor allem bei letzterer Variante sind die Tiere lange beschäftigt, da der Ball ständig wegrollt.
Geeignet ist der Foodball besonders für sehr intelligente, neugierige Tiere wie etwa Wüstenspringmäuse oder Ratten.
Bieten Sie den Ball nur unter Aufsicht an, um zu vermeiden, dass die Tiere den Ball annagen, um an den Inhalt zu kommen.
