Farbmäuse und Vielzitzenmäuse
Realisierbarkeit und Umgang
Farbmäuse und Vielzitzenmäuse sind eine recht häufige Kombination bei Artengesellschaften unter Mäusen. In der Mehrzahl der Fälle ist die Vergesellschaftung der beiden Gruppen recht unkompliziert.
Auch bei der Gestaltung der Fütterung ist es nicht schwer, beiden Arten gerecht zu werden, wenn der höhere Eiweißbedarf der Vielzitzenmäuse beachtet wird.
Da beide Arten ähnliche Ansprüche an ihre Umgebung stellen, kann das Gehege problemlos für beide passend eingerichtet werden. Achten Sie dabei immer darauf, dass Artengesellschaften mehr Platz benötigen, als die platzintensivere Art bei gleicher Individuengesamtzahl in artreiner Haltung!
Die Interaktion zwischen Vielzitzenmäusen und den deutlich kleinen Farbmäusen ist in den meisten stabilen Gruppen recht eng. Oft lassen sich Gruppennester, gegenseitiges Putzen und andere soziale Interaktionen beobachten.
Dies macht Vielzitzenmäuse zu recht guten Kandidaten als Gesellschafter für einsame, unkastrierte Farbmausböcke.
Probleme
Da die beiden Arten sehr ähnliche Ansprüche an Umgebung, Pflege und Fütterung stellen, ist diese Kombination eher unproblematisch.
Das am häufigsten auftretende Problem ist das der Unverträglichkeit der beiden ausgewählten Gruppen. In der Mehrheit scheitert die Vergesellschaftung an der Unverträglichkeit und Aggressivität mancher Vielzitzenmäuse, seltener liegt die Ursache auch bei extrem dominanten Farbmäusen.
Darüber hinaus ist auch die Vergesellschaftung nicht immer ganz einfach, auch wenn sich im Nachhinein eine harmonische Gruppe ergibt. Hier bedarf es eines erfahrenen Halters zu erkennen, ob die Vergesellschaftung überhaupt Aussicht auf Erfolg hat.
Vergesellschaftungen dieser Kombination scheitern in etwa 10% aller Fälle.
Auch nach einer erfolgreichen Vergesellschaftung kann es in Einzelfällen noch nach Wochen oder Monaten zu Mobbing unter den Tieren kommen. Meistens geht dieses dann von den größeren Vielzitzenmäusen aus, manchmal aber auch von den kleinen Farbmäusen. In der Regel ist dieses Verhalten nicht mehr zu korrigieren und die Gruppen müssen im Interesse der Gesundheit der Tiere getrennt werden.
Die häufigsten Fehler
Immer wieder passiert es, dass gerade Anfänger charakterlich unpassende Tiere zusammenzwingen wollen. Dieser Schuß muß automatisch nach hinten losgehen. Eine solche unpassende Kombination wären etwa sehr dominante Tiere mit sehr ängstlichen Exemplaren. Je nachdem wie groß die Gegensätze sind, reichen die Folgen von permanenter Unruhe (und dem damit verbundenen Dauerstreß!) in der Gruppe bis hin zu heftigen Beißereien und den daraus resultierenden Verletzungen.
Da die beiden Arten bei Verträglichkeit oft sehr eng miteinander agieren, neigen einige Halter dazu Einzeltiere in einer artfremden Gruppe zu halten, da sie ja Sozialkontakt haben. Dies sollte jedoch die Ausnahme – etwa bei unkastrierten Farbmausböcken – bleiben! Da jede Art etwas anders kommuniziert, fehlt der betreffenden Maus die Unterhaltung in ihrer eigenen Sprache, sie fühlt sich fremd – ein Gefühl, dass Reisende nachvollziehen können, die eine fremde Kultur besuchen, deren Sprache sie auch nicht sprechen. Ein artgleicher Partner ist also unbedingt vonnöten.

