Afrikanischer Zwergschläfer
Systematik und Biologie
| Ordnung: | Nagetiere (Rodentia) |
| Unterordnung: | Mäuseartige (Myomorpha) |
| Familie: | Bilche (Myoxidae) |
| Unterfamilie: | Afrikanische Bilche (Graphiurinae) |
| Gattung: | Pinselschwanzbilche (Graphiurus) |
| Art: | Zwergschläfer (Graphiurus spec.) |
Der Afrikanische Zwergschläfer wird auch als Pinselschwanzbilch, Afrikanischer Bilch oder (fälschlicherweise) als Zwergsiebenschläfer bezeichnet. Da sich die genaue Bestimmung der Art aufgrund der starken Ähnlichkeiten der einzelnen Spezies äußerst schwierig gestaltet, wird als lateinische Bezeichnung im allgemeinen nur Graphiurus spec. angegeben.
Wildtier Zwergschläfer
Über den Afrikanischen Zwergschläfer als Wildtier ist leider nur wenig bekannt.
Die streng nachtaktiven braunen bis grauen Nager leben fast ausschließlich in den Baumkronen von Wäldern oder (im südlichen und östlichen Afrika) höheren Felsnischen entlang von Wasserwegen. In Kamerun findet man sie teilweise auch in Nestern von Spinnen. Auf den Boden kommen die Tiere jedoch nur selten.
Das Revier einer Schläfergruppe, zu der bis zu 15 Tiere gehören, umfasst in freier Wildbahn mehrere Hektar, welche sie in der Nacht nach Früchten, Nüssen und Samen sowie Insekten, Vogeleiern, Vögeln und Kleinsäugern durchsuchen. In sehr dichten Wäldern gehen die kleinen Nager aber mitunter auch am Tag auf Nahrungssuche. Das Revier der Gruppe wird dabei besonders von den Männchen deutlich wahrnehmbar markiert.
Den Tag verschlafen die kleinen Bilche in einem Astloch oder einem hohlen Baumstamm. Sie bauen in den Bäumen aber auch Schlafnester, wenn sie keine natürlichen Höhlen finden.
An das Leben in den Baumwipfeln sind die Nager perfekt angepasst. Mit ihren mit Drüsen besetzten Pfoten und den scharfen, hakenförmigen Krallen finden sie nahezu überall Halt. Außerdem springen zielsicher bis zu einem Meter weit.
Noch ist unklar, ob die Zwergschläfer in freier Wildbahn Winterruhe halten. Bei tiefen Temperaturen und/oder Futtermangel wurde aber schon eine Art Topor, ein Starrezustand, mit dem die Tiere Energie sparen, beobachtet. Die Tiere können sogar für tot gehalten werden!
Die 2 bis 10 Jungtiere werden von Januar bis Mai geboren.
Anatomie und Erscheinung
Mit einer Körperlänge von 6 bis 12 cm und einer Schwanzlänge von 5 bis 10 cm und einem Gewicht zwischen 18 und 32 g tragen die Afrikanischen Zwergschläfer das „Zwerg“ zu Recht im Namen.
Die Tiere haben ein graues bis leicht graubraunes Rückenfell, das in eine sehr helle Bauchseite übergeht. Der buschige Schwanz wird beim Springen zur Stabilisierung und als Steuerruder eingesetzt. Zeitweise dient er auch als fünftes Bein.
Die ohnehin schon großen Augen wirken durch die dunkle Augenmaske noch größer. Bei der Jagd exzessiv gebraucht werden die verhältnismäßig großen, runden Ohren, um die Beute zu orten. Der insgesamt sehr flache Schädel erlaubt es den Tieren, sich auch noch durch sehr kleine Spalten hindurch zu schieben.
Die kleinen Nager haben auch ein sehr breites Lautrepertoire, das von einem lebhaften Zwitschern bis hin zu erstaunlich lauten Schreien reicht, wenn sie um Futter zanken.
Der Zwergschläfer als Haustier
Eignung
Zwergschläfer sind optisch sehr possierliche Mitbewohner. Jedoch sollten Sie sich vorher darüber im Klaren sein, ob Sie auch mit den Nachteilen der Tiere leben können. Diese produzieren beispielsweise verhältnismäßig viel und sehr weichen Kot, so dass das Gehege relativ oft gereinigt werden muß. Zudem haben Sie je nach Fütterung einen mehr oder minder starken Eigengeruch. Sie sollten also vorher herausfinden, ob Sie dieser spezielle Duft stört oder nicht.
Für das Handling der extrem flinken Tiere ist es ein nicht zu unterschätzender Vorteil, schon Übung mit solch kleinen Tieren zu haben.
Für Halter, die diese Punkte nicht abschrecken, können Zwergschläfer sehr interessante Beobachtungstiere sein, für die man viel basteln und bauen kann. Außerdem werden die Tiere mit etwas Geduld auch futterzahm bis ziemlich aufdringlich.
Für Kinder sind die extrem flinken Nager allerdings nicht geeignet.
Handhabung
Das Tempo dieser Nager macht ihre Handhabung nicht ganz einfach. Widerstehen Sie der Versuchung, die Tiere am Schwanz festzuhalten. Die Schwanzhaut reißt leicht komplett ab und es bleiben nur nackte Wirbelkörper zurück, die dann absterben und abgefressen werden.
Vermeiden Sie es generell, die Schläfer direkt anzufassen, wenn es nicht sein muß. Zum Ausmisten stellen Sie einfach die Schlafhöhle der Tiere samt den Schläfern raus und machen das Gehege sauber. Solange die Tiere tagsüber fest schlafen, können Sie das tun, ohne Gefahr zu laufen, dann ein Tier suchen zu müssen. Gruppen, die nicht zuverlässig schlafen, stellen sie einfach mit der Schlafhöhle in eine Transportbox.
Zum Umsetzen von einem Gehege in ein anderes können Sie die Tiere einfach mit einer kleinen Transportbox einfangen.
Beim Tierarzt fixieren Sie den Schläfer am besten mit dem Nacken- oder dem Nacken-Rückengriff. Achtung, das Fell der Tiere ist relativ weit und sie können sich bei einer zu kleinen Falte darin noch gut umdrehen und schmerzhaft zubeißen.
Entflohene Tiere fangen Sie am besten mit der Triptrap-Falle oder einem Kescher ein. Achten Sie unbedingt darauf, offenes Wasser/Flüssigkeit wie gefüllte Tassen, Gießkannen und Blumenvasen aus den Räumen zu entfernen, in denen sich der Flüchtling befinden könnte, oder decken Sie diese zumindest ab. Auf der Suche nach Wasser ertrinken die Tiere sonst leicht.
Sozialstruktur und Verhalten
Über das Sozialleben der streng nachtaktiven Zwergschläfer herrscht Uneinigkeit. Einige Quellen bezeichnen die Schläfer als streng territorial, was bei männlichen Tieren sogar in Kannibalismus münden kann, andere beschreiben sie als sehr sozial. Ich kann letzteres nur unterschreiben. Meine Tiere waren immer gesellig und haben fremde Tiere ohne große Probleme aufgenommen.
Die Schläfer eignen sich auch für die Haltung größerer Gruppen von 10 und mehr Tieren, wobei es egal ist, ob dies Männchen oder Weibchen sind. Bei kleinen Gruppen bis etwa 5 oder 6 Tieren sind die Tiere sehr schüchtern und Sie werden sie eher selten zu Gesicht bekommen. Das ändert sich mit zunehmender Gruppenstärke.
Die Lautäußerungen dieser Nager sind sehr variabel. Sie reichen von leisem Zirpen über einen keckernden Singsang bis hin zu schrillen, erstaunlich lauten Schreien.
Zwergschläfer sind extrem flinke Tiere und besonders geschickte Kletterer, die durch fast jeden Spalt passen. Ihre Schnelligkeit macht dem ungeübten Halter am Anfang die Handhabung etwas schwer. Mit der Zeit werden Sie sich aber auch an das Tempo Ihrer Schützlinge gewöhnen.
Herrscht bei Ihren Schläfern Futtermangel und/oder ist den Tieren zu kalt, fallen sie in einen Ruhezustand, in dem sie auf den ersten Blick wie tot erscheinen und sich auch kalt anfühlen. Bei entsprechend erhöhter Temperatur und Nahrungszufuhr wacht der Schläfer aber nach einiger Zeit wieder auf. Vermeiden Sie es unbedingt, den Schläfer aus diesem Zustand mit „Gewalt“ zu wecken! Das ist für das Tier extrem kräftezehrend und kann sein Leben verkürzen. Der Schläfer wird bei geeigneten Bedingungen von selbst aus dem so genannten Topor erwachen. Dafür braucht er etwa 30 Minuten.
Haltung
Da die kleinen Nager auf Störungen recht empfindlich reagieren, etwa mit verminderter Nachtaktivität und sogar mit reduzierter Lebenserwartung, sollte das Gehege in einer ruhigen, nicht allzu hellen Raumecke stehen, in der die Zimmertemperatur nicht unter 18°C abfällt.
Möchten Sie die Tiere besser beobachten, verwenden Sie am besten eine Rotlicht- oder Mondlichtlampe. Dieses Licht stört die Tiere nicht, da sie es nicht wahrnehmen.
Das Schläfergehege sollte dem enormen Bewegungsdrang der Tiere Rechnung tragen und für 2 bis 5 Exemplare mindestens 100x50x150cm groß sein.
Geeignet sind Terrarien entsprechender Größe mit ausreichender Lüftung. Sind die Lüftungsflächen zu klein, kann es im Schläferheim leicht schimmeln.
Die weitaus beste Lösung für die Haltung von Zwergschläfern ist eine Voliere, die mit Maschengitter bespannt ist. Die Maschenweite sollte maximal 0,8cm, besser 0,6cm betragen. Gehege mit Parallegitter sind grundsätzlich ungeeignet, da sich die Tiere auch durch sehr schmale Spalten quetschen können.
Die Rückwand der Voliere sollte entweder aus Holz bestehen oder abgehängt werden, da die kleinen Nager sonst die Tapete mit Begeisterung als Klo entdecken.
Achten Sie beim Bau von Eigenbauten auf eine lückenlose Verarbeitung. Die Tiere finden schnell jeden Spalt und machen dann die Wohnung unsicher.
Bei der Einstreu haben Sie verschieden Möglichkeiten. Von normaler Nagerstreu bis hin zu einem Erde-Terrarienhumus-Gemisch können Sie fast alles verwenden. Ist die Einstreu mindestens 10cm hoch, wird sie gern durchwühlt und mit Gängen, manchmal sogar mit Schlafnestern versehen. Stabiler werden die Gänge, wenn Sie Heu oder Stroh abwechselnd mit Streu schichten. Heu wird auch zum Nestbau verwendet. In die Schlafkästen können Sie auch Baumwolleinstreu geben. Diese wirkt gleichzeitig etwas geruchsabsorbierend.
Spannend für die Tiere ist auch eine kleine Kiste mit Walderde und Herbstlaub, die genauestens auf Eßbares untersucht wird. Hier ist allerdings die Gefahr des Einschleppens von Parasiten und Krankheitskeimen gegeben.
Durch die akrobatischen Kletterkünste der Tiere, sind Ihrer Phantasie bei der Einrichtung kaum Grenzen gesetzt. Sie können Äste, Wurzeln, Seile, Blumenampeln, Korkröhren und ähnliches als Kletterfläche im Gehege befestigen.
Was ihre Schlafstelle anbelangt, sind die kleinen Nager manchmal etwas wählerisch und schlafen auch nicht immer gemeinsam in einem Nest. Sie sollten Ihnen also immer mehrere Möglichkeiten anbieten. Als Schlafplätze dienen können Nistkästen, Grasnester, Finken- und Exotennester sowie Naturstammhöhlen und ähnliches.
Da die Tiere kaum nagen, können Sie auch lebende Pflanzen als Einrichtung in die Voliere stellen. Zwergkiefer oder Hibiskus könnten hier beispielsweise als lebendes Inventar genutzt werden. Achten Sie dabei auf den Lichtbedarf der Pflanzen.
Da die Tiere eher klettern als laufen, ist ein Laufrad bei entsprechender Gehegegröße und
-gestaltung überflüssig. Es entspricht ohnehin nicht ihrer natürlichen Bewegung.
Verwenden Sie beim Füttern für jede Futtersorte einen separaten Futternapf. Dazu brauchen die Tiere jederzeit frisches Wasser, das Sie ihnen am besten in einer Flasche zur Verfügung stellen.
Ernährung
Der Appetit der kleinen Nager ist erstaunlich groß. Zudem wird fast alles, was Sie ihnen anbieten, auch ausprobiert werden. In der Natur ernähren sich die flinken Bilche von Früchten, Eiern, Insekten und kleinen Säugern und Vögeln, manchmal auch von Körnern und Sämerein.
Einige Quellen empfehlen als Grundfutter eine Mischung Sittich- oder Exotenfutter, das hier aber nur ungern bis gar nicht gefressen wurde. Ebenfalls empfohlen wird als Basis Papageienfutter. Dieses Futter hat einen zu geringen Eiweißanteil und einen zu hohen Fettanteil. Kannibalismus und Verfettung sind die Folge.
Läßt man den Tieren die Wahl, bevorzugen sie deutlich tierisches Eiweiß. Dieses können Sie in Form von lebenden Insekten wie Mehlwürmern, Zophobas, Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken und Wiesenplankton anbieten, wobei sich alle flinkeren Insekten auch sehr gut eignen, um die Tiere zur Bewegung anzuregen und ihren Jagdinstinkt anzusprechen. Sie könnten die Kerbtiere aber auch getrocknet oder in Form von Ziervogelmischungen verfüttern. Getrocknete Garnelen und Gammarus wurden bei mir allerdings verschmäht. Ebenfalls geeignet sind gekochte Eier. Wer Wachtel- oder ähnlich große Eier bekommt, kann sie frisch auch roh verfüttern. Auch Fleisch wie etwa Hühnchen kann roh verfüttert werden, solange es ganz frisch ist. Sonst sollten Sie es ohne Gewürze kochen. Jedoch findet gekochtes Fleisch in der Regel deutlich weniger Begeisterung als rohes. Trocken- als auch Dosenfutter für Hunde und Katzen sind eher eine Notlösung denn Bestandteil einer optimalen Ernährung. Zudem riechen die Tiere gerade auf das Dosenfutter hin intensiver.
Ab und zu können Sie auch Joghurt anbieten. Besonders gern wird er gefressen, wenn Sie etwas flüssigen Honig unterrühren, denn die Schläfer fressen alles gern, was süß ist.
Auch beim Obst gilt das Motto je süßer, desto besser. Verfüttern können Sie fast alles: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Trauben, Kiwis, Melonen jeder Art, Erdbeeren, Bananen, die auch gern etwas überreif sein dürfen. Waschen Sie das Obst gründlich und hängen Sie es am Stück ungeschält in das Gehege. Die Tiere zerlegen es selbst. Auch getrocknetes Obst fressen sie ab und zu ganz gerne. Jedoch ziehen sie frisches immer vor.
Bei Gemüse und sonstigem Grünfutter sind die Tiere sehr wählerisch und fressen auch oft nur wenig. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Tiere keine Tomaten und andere oxalsäurehaltigen Gemüse bekommen. Die Säure kann schwere Verdauungsstörungen und sogar lebensbedrohliche Durchfälle auslösen.
Viel lieber fressen die kleinen Nager dagegen Nüsse und Fettsaaten. Mit diesen sollten Sie es allerdings nicht übertreiben, da Ihre Tiere sonst leicht verfetten.
Wundern Sie sich nicht, dass oft, viel und lautstark um das Essen gestritten wird. Das ist für die Bilche völlig normal. Generellen Streit in der Gruppe müssen Sie deshalb nicht befürchten.
Da die Nager relativ viel trinken, müssen Sie ihnen eine permanente Quelle für frisches Wasser zur Verfügung stellen.
Fortpflanzung
Während die Tiere in der Natur Pausen zwischen den Würfen einlegen, werfen sie in Gefangenschaft das ganze Jahr über. Zudem gelingt die Nachzucht von Zwergschläfern relativ leicht. Wenn die Weibchen in Stimmung sind, rufen sie mitunter mit Pfeiflauten nach den Männchen und es kommt zu zum Teil etwas ruppigen Annäherungsversuchen zwischen den Tieren. Die kleinen Bilche bekommen nach einer Tragzeit von 21 – 30 Tagen pro Wurf 2 bis 10 Jungtiere, so dass sich die Zahl der Tiere regelrecht explosionsartig steigern kann. Bei begrenztem Raum führt das irgendwann zu Kannibalismus, wenn Sie keine Tiere entnehmen. Da zudem die Geschlechter der Schläfer schwer zu bestimmen sind, sollten Anfänger in jedem Fall eine eingeschlechtliche Gruppe wählen, um einer unkontrollierten Vermehrung der Nager vorzubeugen.
Rein äußerlich lässt sich die Trächtigkeit nicht immer zweifelsfrei feststellen, so dass es durchaus passieren kann, dass Sie von einem Wurf komplett überrascht werden. Das passiert vor allem dann, wenn die Tiere nicht ordnungsgemäß getrennt wurden, der Halter aber von einer gleichgeschlechtlichen Gruppe ausgeht. Decken Sie dann die Babys einfach wieder zu und lassen Sie das Nest in Ruhe, bis die kleinen Schläfer es von selbst verlassen.
Zwergschläfer sind bei ihrer Geburt etwa 1 cm groß, ca. 3,5 g schwer und wie alle Nesthocker nackt und blind. Nach etwa einer Woche beginnt das Fell zu wachsen, nach ca. 2 Wochen öffnen sie die Augen. Nach nur rund 4 Wochen sehen die Jungbilche wie Miniaturausgaben ihrer Eltern aus, sind aber frühestens mit 6 Wochen selbstständig. Bis zu diesem Zeitpunkt trinken sie auch noch Milch. Von den Eltern getrennt werden sollten die jungen Bilche zwischen dem 4. und 5. Lebensmonat, wenn die Geschlechtsreife eintritt. Ab dann können Sie die Männchen an dem mitunter hervortretenden, gut sichtbaren Hodensack erkennen. Da sie die Hoden aber bei Streß oft einziehen, werden Männchen trotzdem leicht mit Weibchen verwechselt.
Während Zwergschläfer in der freien Wildbahn nicht sehr alt werden, haben sie in Gefangenschaft eine Lebenserwartung von 4 bis 5 Jahren. Das älteste bekannte Exemplar war ein Weibchen, das im Alter von 5 Jahren und 9 Monaten starb.
Krankheiten
Das einzig auffallende Gesundheitsproblem der kleinen Nager entsteht erst bei unsachgemäßer Haltung. Werden die Tiere zu eng gehalten oder falsch gefüttert, so dass ein Eiweißmangel entsteht, neigen sie zu Kannibalismus bis hin zum Töten einzelner Tiere. Auch anderweitig erkrankte Tiere werden mitunter von der Gruppe attackiert.
Bei ordnungsgemäßer Haltung sind die Tiere sehr gesund und robust.
Achtung: Bei Schläfern hat sich eine geringere Verträglichkeit bei Medikamenten gezeigt (z.B. Durchfall nach Metacamgabe). Sprechen Sie daher unbedingt Ihren Tierarzt darauf an, daß eine für Mäuse gut verträgliche Medikation von den Tieren eventuell schlechter vertragen wird. Besondere Vorsicht gilt daher bei Depotpräparaten.
Trotzdem sollten Sie für alle Fälle je nach Gruppengröße eine Rücklage in Höhe von 100 bis 200 Euro für veterinärmedizinische Notfälle anlegen.
Vergesellschaftung
Die Vergesellschaftung der kleinen Schläfer ist recht einfach. Nehmen Sie die vorhandene Gruppe vormittags mit ihrer/einer Schlafhöhle aus dem Gehege und stellen Sie die Höhle mitsamt den Tieren in eine große Transportbox. Lassen den/die neuen Schläfer mit in die Schlafhöhle schlüpfen. Stellen Sie den Tieren Futter und Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung.
Die Tiere sollten 2 bis 3 Tage in der Box verbleiben. Achten Sie in der Zwischenzeit auf das Verhalten der Tiere. Kleine Streits sind normal, aber Blut sollte keines fließen.
Reinigen Sie in der Zwischenzeit gründlich Gehege und Inventar der alten Gruppe. Nach 2 bis 3 Tagen können alle Tiere in das frisch gereinigte Gehege entlassen werden. Bei anhaltenden, ernsthaften Streitereien verlängern Sie die Zeit in der Box auf maximal 7 Tage. Dann sollten die Tiere in jedem Fall zurückgesetzt werden. Beobachten Sie sie in den nächsten Tagen noch aufmerksam auf Streit und eventuelle Verletzungen. Gab es in den folgenden 7 Tagen keine schwerwiegenden Zwischenfälle, können Sie davon ausgehen, dass die Integration erfolgreich war.
Anschaffung
Wenn Sie nach der Lektüre der vorangegangenen Texte Zwergschläfer als Haustiere für sich entdeckt haben, sollten Sie für die Erstausstattung (Gehege, Inventar, Streu, Futter, Transportbox) je nach Gehegelösung zwischen 200 und 400 Euro einplanen. Monatlich ergeben sich je nach Gruppengröße und Futterplan Kosten für Futter und Streu in Höhe von ca. 20 bis 50 Euro.
Zwergschläfer finden Sie eher selten Im Tierschutz. Dennoch lohnt es sich in jedem Fall, bei Tierheimen größerer Städte und privaten Nothilfen nachzufragen, da die kleinen Bilche leider immer öfter abgegeben werden.
Werden Sie im Tierschutz nicht fündig, sollten Sie sich an einen seriösen Züchter wenden. Dieser kennt seine Tiere, kann Sie gut beraten und ist sicher bei der Geschlechtertrennung.
Die Geschlechtertrennung ist auch das größte Problem, wenn Sie Ihre Tiere in der Zoohandlung erwerben wollen. Die Gefahr, wider Willen ein vermehrungsfreudiges Pärchen zu erstehen, ist enorm groß. Ebenso können die Tiere Parasiten oder Krankheiten haben, die nicht erkannt und/oder nicht behandelt wurden.
Auch auf Börsen werden Zwergschläfer angeboten. Schauen Sie sich Tiere und Verkäufer gut an. Denn auch schwarze Schafe versuchen dort, ihre Tiere an den Mann und die Frau zu bringen.
Artengesellschaft
Für Artengesellschaften sind Zwergschläfer aufgrund ihres Jagdverhaltens nicht geeignet. Sie würden jegliche Mitbewohner als Beute betrachten und fressen.
Weitere Informationen
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Quellen:
Rodent Info
Glirarium.org











