Grauer Steppenlemming

Systematik

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Mäuseartige (Muridae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
Gattung: Lagurus
Art: Grauer Steppenlemming (Lagurus lagurus)


Der Graue Steppenlemming als Wildtier

lemming5.jpg Graue Steppenlemminge leben im Gebiet von der Ukraine über die Mongolei bis nach China. Dort besiedeln sie in erster Linie Steppengebiete, aber auch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Daher gelten Sie in ihrer Heimat teilweise als Schädlinge.
Über die natürliche Lebensweise der in großen Gruppen lebenden Nager ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass sich feste Paare bilden oder aber ein Bock mehrere Weibchen in einer Art Harem vereint. Böcke kämpfen um Vormachtstellungen und um Weibchen.
Bei einer starken Populationsdichte fallen die Gruppen auseinander und ein Teil der Tiere macht sich auf den Weg, um neue Territorien zu erobern. Dies geschieht im Schnitt nur alle 3 bis 5 Jahre, wenn die Population der Lemminge stark ansteigt. Möglicherweise sind diese Überpopulationen durch eine geringe Anzahl von natürlichen Feinden in diesen Jahren bedingt. Noch sind die Ursachen nicht ausreichend erforscht.
Die Tiere legen verschiedene Baue an. Zum einen gibt es dicht an der Oberfläche gelegene Fluchtbauten, diese dienen als Rückzugsmöglichkeit bei der Futtersuche, um drohenden Gefahren wie Greifvögeln, kleineren Raubtieren und dem Menschen aus dem Weg zu gehen. Die eigentlichen Wohnhöhlen liegen ca. 80 - 100 cm tief unter die Erdoberfläche. Jeder Bau hat mehrere, meist 2 bis 3, Ausgänge. In der zentralen, mit Gräsern und Fasern ausgepolsterten Wohnhöhle schlafen die Kleingruppen. Dort werden auch die Jungen zur Welt gebracht und von der Gemeinschaft versorgt.
Lemminge halten keinen Winterschlaf. Sie legen im Sommer Vorräte für den Winter an. Diese werden meist in einer gesonderten Höhle unter gebracht, ebenfalls gibt es wohl eine abseits gelegene Toilettenhöhle.
Ihre Hauptaktivitätszeit ist in den Abend- und Nachtstunden. In der Heimtierhaltung sind sie jedoch häufig wechselaktiv und auch am Tag zu beobachten.


Erscheinung

Der graue Steppenlemming hat ein dicht am Körper anliegendes Fell, das bei der Wildform auf der Oberseite graubraun ist mit einem dunkelgrauen, fast schwarzen Strich längs vom Kopf, über den Rücken bis zum Schwanz (dem sogenannten Aalstrich). Die Bauchseite ist hell cremefarben bis weiß. In der Heimtierhaltung werden Tiere gehalten, die eine Farbvarianz von mittelgrau bis braun zeigen.
Lemminge haben kleine, dicht am Körper liegende Ohren und verhältnismäßig große schwarze seitlich am Kopf sitzende Augen. Der 0,7 bis 1,7 cm lange Schwanz ist voll behaart.
Weibchen werden in der Regel etwas größer als Böcke.


Sozialstruktur und Verhalten

Lemminge leben in der Natur in großen Gruppen. Daher dürfen sie auch in Gefangenschaft nicht einzeln gehalten werden.
Als optimale Haltungsform empfiehlt sich die Haltung eines kastrierten Bockes mit einem oder mehren Weibchen. Jedoch ist es schwer, einen Tierarzt zu finden, der Lemminge auch kastrieren will und kann. Alternativ eignen sich für Anfänger 2 oder mehr Weibchen. Größere Gruppen sollten Sie erst halten, wenn Sie erste Erfahrungen mit Lemmingen gesammelt haben. Die Haltung von Böcken erfordert einen erfahrenen Halter, da sie zu Kämpfen innerhalb der Gruppe neigen. Kastration kann hier Ruhe bringen.


Der Graue Steppenlemming im Überblick

Sinnesleistungen

Augen: Lemminge haben durch ihre seitlich angebrachten Augen einen guten Rundumblick, haben dadurch aber kein räumliches Sehvermögen. Bewegungen nehmen sie gut, Farben kaum war. Sie sehen ihre Umwelt eher recht verschwommen und in Grautönen. Als reine Bodenbewohner können sie Höhen nicht abschätzen.
Ohren: Lemminge haben ein sehr gutes Gehör.
Nase: Lemminge haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn und nehmen ihre Umwelt über sehr differenzierte Gerüche wahr. Auch verständigen sie sich über gelegte Duftspuren, markieren ihr Revier mit Düften und orientieren sich auch bei der Partnerwahl und innerhalb des Rudels am Geruch.
Tasthaare: Lemminge besitzen einen recht ausgeprägten Tastsinn, mit dem sie sich auch in der Dunkelheit ihrer unterirdischen Baue gut orientieren können.

Steppenlemminge in Zahlen

Gewicht: 25 – 35g
Körpergröße: ca. 8 - 12cm + Schwanzlänge ca. 0,7 - 1,7 cm
Geschlechtsreife: mit ca. 6 Wochen, Männchen in einigen Fällen eher
Zuchtreife: mit 3 – 4 Monaten
Tragzeit: 20 Tage
Wurfgröße: durchschnittlich 4 – 8 Junge
Fortpflanzungsperiode: in Heimtierhaltung ganzjährig
Lebenserwartung: ca. 1,5 – 2,5 Jahre


lemming1.jpglemming3.jpg
lemming2.jpglemming4.jpg

Weitere Informationen

Da Graue Steppenlemminge keine dauerhaft Pfleglinge im Mäuseasyl sind und unsere Erfahrung daher zu einem umfassenden Steckbrief nicht ausreicht, finden Sie alle weiteren, detaillierten Informationen zu den kleinen Gesellen im Lemming-Info.
Sie haben noch Fragen zu Lemmingen? Dann können Sie diese gern im Forum stellen.





Entnommen bei:
http://www.diebrain.de/le-info.html

 
arten/steppenlemming.txt · Zuletzt geändert: 30.06.2010 15:35 von angelus     Nach oben
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó