Rötelmaus

Systematik und Biologie

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Microtinae)
Gattung: Rötelmäuse (Myodes; früher:Clethrionomys)
Art: Rötelmaus (Myodes glareolus; früher: Clethrionomys glareolus)

Unterarten
Mitteleuropäische Rötelmaus (Myodes glareolus glareolus)
Donau-Rötelmaus (Myodes glareolus istericus)
Ruttner-Rötelmaus (Myodes glareolus ruttneri)

Wildtier Rötelmaus

roetelmaus-wildtier.jpg Die wechselaktive Rötelmaus oder Waldwühlmaus ist eine recht häufige Wühlmaus, die in großen Teilen Europas und Nordasiens beheimatet ist. Im Süden findet man sie nur im Norden der Iberischen Halbinsel und Nordgriechenland, in Skandinavien und England erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet bis zum 68. Breitengrad nach Norden, die östliche Grenze ihres Verbreitungsgebietes bildet das Altaigebirge. In den Alpen ist sie noch in Höhen oberhalb der Baumgrenze, bis in 2.400 m Höhe anzutreffen.
Besonders an Waldrändern von Buchen- und Mischwäldern und in waldnahen Hecken und Gebüschen, in nassen Erlenbrüchen und anderen feuchten und schattigen Biotopen ist sie bevorzugt zu finden. Auch sucht sie gern die Nähe von Fließgewässern. Ihr Vorkommen immer an bodendeckenden Bewuchs oder doch zumindest an eine dicke Laubschicht, unter der die Erde frisch bleibt, gebunden.
In waldnahen Gärten findet man sie auch in der Nähe des Menschen. Dort baut sie ihre Nester in wenig genutzten Scheunen, Lagerschuppen, Gartenhütten oder sonstigen Holzbauten, die ihr Deckung und Schutz vor dem Klima bieten.
Im Gegensatz zu ihren Verwandten gräbt die Rötelmaus weit weniger und legt nur relativ flache Gangsysteme mit zahlreichen Öffnungen direkt unter der Erdoberfläche an. Teilweise liegen die Gänge auch über dem Boden, direkt unter der Laubschicht. Im Winter baut die Rötelmaus auch Gänge im Schnee. Teilweise liegen sie aber auch bis zu 45 cm tief im Boden. Das Gangsystem umfasst auch einige Blindgänge und Erweiterungen, in denen Nahrungsvorräte eingelagert werden.
Ihr Schlafnest aus Gras, Laub und Moos baut die recht gut kletternde Maus sogar oft außerhalb des Bodens unter Steinen, in alten Baumstümpfen oder sogar in geringer Höhe im dichten Gestrüpp.
Der Speiseplan wilder Rötelmäuse orientiert sich am jahreszeitlichen Angebot. So fressen sie im Frühjahr vorwiegend vitaminreiche Keimlinge, Gräser und Kräuter, die im Sommer und Herbst durch Moose, Pilze, Früchte und Samen ergänzt werden. Im Winter wird sie dagegen sehr anspruchslos, lebt von ihren angelegten Vorräten und frißt notfalls sogar Baumrinde. Außerdem ergänzt sie ihren Speiseplan das ganze Jahr über mit Insekten, Würmern, Spinnen und anderen Wirbellosen.
Bei Freilanduntersuchungen in Polen haben Wissenschaftler herausgefunden, daß weibliche Rötelmäuse nur dann trächtig werden, wenn ihr Revier eine bestimmte Mindestgröße aufweist. Dieses verteidigen dominante Weibchen auch gegen andere Weibchen und niederrangige Männchen. Die Weibchenreviere können sich teilweise überschneiden. Dominante Männchen verteidigen größere Reviere. Diese überlappen sich mit denen mehrerer Weibchen. Haben die Weibchen die freie Auswahl, bevorzugen sie immer das dominante, ortsansässige Männchen gegenüber einem rangniederen, ortsfremden. War die Deckung erfolgreich und das Weibchen ist schwanger, wird es kurz vor der Geburt aggressiver. Außerdem schrumpft seine Reviergröße. Dafür steigt der Abstand zu anderen Revieren. Die Revierüberschneidungen gehen also in dieser Phase erheblich zurück.

Für den Menschen ist die Rötelmaus als Keim- und Parasitenüberträger von größerer Bedeutung. So dient sie etwa als Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm. Wesentlich gefährlicher können jedoch die pathogenen Keime werden, die sie tragen können.
Die Rötelmaus gilt in Endemiegebieten als Hauptüberträger des Serotyps Puumala - kurz PUU - des Hantavirus. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass das Auftreten von PUU-Infektionen beim Menschen in engem Zusammenhang steht mit der Größe der Rötelmauspopulationen. Die Infektion findet durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen - Urin, Kot oder Speichel – statt. Die Viren sind auch dann noch infektiös, wenn Kot oder Urin bereits ausgetrocknet sind. Daher können sie auch in mit Nagerausscheidungen verschmutzten Kellern, Schuppen, Ställen oder Speichern lauern und etwas beim Fegen aufgewirbelt und über die Atemwege aufgenommen werden.
Endemiegebiete in Deutschland sind die Schwäbische Alb, Unterfranken, Niederbayern und die Eifel, in Österreich waren es im Jahr 2004 Kärnten und die Steiermark. Vereinzelte Erkrankungsfälle wurden auch in Schweden, Finnland, Belgien, Frankreich, Italien, der Tschechischen Republik, Slowenien, Kroatien, Griechenland und Russland u.a. europäischen Ländern registriert.
Als Schadnager kommt der Rötelmaus nur geringe Bedeutung zu. Dafür ist sie ein wichtiges Glied in der Nahrungskette ihres Verbreitungsgebietes und die Ernährungsgrundlage für viele kleine Raubsäuger und Greifvögel.

Die Gattung Clethrionomys ist ziemlich alt und lässt sich in Europa schon im Spätpliozän nachweisen. Die Rötelmaus in heutigen Form konnte erst im Pleistozän nachgewiesen werden.

Anatomie und Erscheinung

roetel-erscheinung.jpg Die Rötelmaus ist mit einer Körperlänge von etwa 8 bis 10 cm, einer Schwanzlänge von 3 bis 4 cm und einem Gewicht von 12 bis 35 g eine eher kleine Wühlmaus. Das Fell der Körperoberseite ist fuchs- bis braunrot, die Unterseite beige bis grau mit einem schwach rostfarbenen Anflug. Die Unterwolle ist grau. Es gibt aber inzwischen auch die Albino-Zuchtform.
Als typische Wühlmaus hat sie ein recht rundes Gesicht, kleine Augen und runde Ohren.

Die Rötelmaus als Haustier

Eignung

Rötelmäuse sind muntere, sehr aktive Gesellen, die allerdings vom Menschen nicht angefasst werden möchten. Sie benötigen ein großes, abwechslungsreich strukturiertes Gehege, um ihrem Bewegungsdrang und ihrer Neugier freien Lauf zu lassen. Gewähren Sie den Tieren dieses Gehege, werden Sie sie recht oft zu Gesicht bekommen und vielfältige Verhaltensweisen beobachten können.
Die Tiere selbst riechen kaum, haben jedoch die Angewohnheit, ihre Streu so anzufeuchten, dass sie ihrem natürlichen Lebensraum näher kommt. Wenn Sie Holzstreu und Heu verwenden, kann das einen muffigen Geruch bilden.
Rötelmäuse sind interessante Pfleglinge für Menschen, die Spaß an der Gehegegestaltung und dar Beobachtung der Tiere haben.
Für Kinder sind die wuseligen Nager keine geeigneten Haustiere!

Handhabung

roetelmaus-handhabung.jpg Da Rötelmäuse eher scheue Pfleglinge sind, ist ihre Handhabung entsprechend schwierig. Wenn Sie die Tiere nur umsetzen müssen, fangen Sie sie am besten mit einer kleinen Transportbox und entlassen sie aus dieser in das neue Gehege, ohne sie direkt zu berühren. So ersparen Sie sich und vor allem den Tieren viel Streß.
Auch die Geschlechterbestimmung kann in einer durchsichtigen Transportbox stattfinden, in der Sie die Tiere in Ruhe von unten betrachten können.
Reicht beim Tierarztbesuch eine einfache Betrachtung des Tieres in der Box nicht aus, kann es auch mit dem Nacken- oder dem Nacken-Rückengriff fixiert werden. Da das Fell aber sehr weit ist, sollten Sie eine große Falte nehmen, damit sich das Tier in seiner Haut nicht zu weit drehen kann. Bei den scheuen Tieren erfordert dieser Griff zudem einige Übung. WICHTIG: Die Tiere regen sich bei diesem Griff sehr auf und können mit Kreislaufproblemen und Atemnot reagieren. Wenden Sie ihn daher nur an, wenn es unbedingt erforderlich ist und auch dann so kurz wie möglich. Muß nur eine Stelle exponiert werden, können Sie die Tiere auch versuchen, in ein weiches Handtuch zu wickeln, wo nur die betreffende Stelle frei bleibt.
Entflohene Tiere können Sie am besten mit einer Lebendfalle oder einem Kescher einfangen.

Sozialstruktur und Verhalten

Rötelmäuse sind wechselaktiv. Die tägliche Gesamtaktivitätszeit von 1,5 bis 6 Stunden, verteilt sich über 3 bis 9 Aktivitätsphasen, wobei der Aktivitätsschwerpunkt am Tage liegt. Die Aktivität ist bei frei lebenden Rötelmäusen auch von der Jahreszeit abhängig. Dieser Effekt tritt bei den Haustieren nur abgeschwächt auf.
Wie die meisten Nager sind sie soziale Tiere, die Sie niemals allein halten dürfen. Bei den freundlichen und eher friedlichen Tieren ist es egal, ob Sie sich für eine Männchen- oder eine Weibchengruppe entscheiden. In der Regel sind beide Varianten stabil. Probleme kann es geben, wenn Männchen Weibchen in ihrer Nähe riechen.
Für den Halter macht sie vor allem ihr geschäftiges Treiben interessant. Wenn Sie den Tieren genügend Platz und eine gute, dreidimensionale Gehegegliederung bieten, werden Sie Ihre Tiere recht oft zu Gesicht bekommen, da diese in ihren Aktivitätsphasen geschäftig durch ihr Gehege rennen und klettern, sich mit angebotenem Neuen, Futtersuche, Nestbau oder ähnlichem beschäftigt sind.

Haltung

roetel-albino.jpg Rötelmäuse sind Wühler, klettern jedoch auch gern und viel, wenn man sie lässt. Dem muß ein Gehege Rechnung tragen. Da sich Nagerschränke so gestalten lassen, dass man sie hoch einstreuen kann, jedoch auch viel Raum für Etagen nach oben bieten, sind sie für Rötelmäuse die optimale Unterbringung. Aber auch Eigenbauten und Terrarien, die diese Eigenschaften aufweisen sowie Aquarien mit Volierenaufsatz, sind durchaus eine geeignete Unterkunft für die possierlichen Nager, wenn sie (für 2 bis 4 Tiere) mindestens 100x50x100cm groß sind.
Wichtig beim Gehegebau ist die feuchtigkeitsresistente Gestaltung der Oberfläche. Holzgehege müssen also lackiert oder noch besser mit Epoxydharz behandelt werden.
Als Untergrund eignet am besten ein saugfähiges Torf-Erde- oder Terrarienhumus-Erde-Gemisch, da die Tiere gern ihre Einstreu anfeuchten. Sie können aber auch Kleintierstreu, Leinen, Hanf oder ähnliches verwenden. Jedoch müssen diese Untergründe öfter getauscht werden als bei anderen Nagern, da die feuchte Streu schnell Keime entwickelt und auch unangenehm riecht. Haben Sie ein Gehege mit mehreren Etagen, feuchten die Tiere meist nur die Wühletage am Boden an. Auf den höheren Etagen können Sie daher jeglichen Untergrund problemlos verwenden. Die Streu am Boden sollte mindesten 20cm hoch sein. Auf den Etagen reichen 5cm.
Bei der Einrichtung des Geheges können Sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Verwenden können Sie für Häuschen und Klettermöglichkeiten alles aus Naturstoffen: Keramik-, Ton- und Holzhäuser, Kork, Kokosnüsse, Steine, Äste, Wurzeln und vieles mehr. Bedenken Sie dabei: Rötelmäuse sind zwar Wühlmäuse, klettern aber auch recht geschickt. Nur mit Seilen und schmalen Zweigen können sie nicht anfangen.
Bei manchen Tieren auch gern gesehen ist eine Badeschale mit Wasser. Bieten Sie diese aber nur an, wenn Sie ein saugfähiges Erde-Gemisch als Untergrund haben, da die Tiere mit dem Wasser auch die gesamte Umgebung befeuchten werden. Mit einer Schicht Seramis unter der Erde können Sie sicherstellen, dass sich am Boden keine Staunässe bildet.
Sie können auch lebende Pflanzen als Dekoration verwenden. Am besten eignen sich hier Gräser, Schilf oder Getreide. Aber auch robuste, schnell wachsende, ungiftige Zimmerpflanzen wie die Grünlilie können Sie anbieten. Da die Pflanzen auf Dauer nicht im Gehege überleben, empfehlen sich hier Topfpflanzen, die sie zur Erholung der Pflanzen auch austauschen können. Decken Sie den Topf mit Gitter ab, sonst haben die kleinen Wühler ihr lebendes Inventar schnell ausgegraben. Beachten sie bei neu gekauften Topfpflanzen: Diese sind meist mit Insektiziden und/oder Dünger behandelt. Waschen Sie sie daher gründlich ab und pflanzen Sie sie in unbedenkliche Erde um.
Ebenfalls zur Ausstattung gehören je eine Schüssel für jede Futtersorte sowie eine Trinkflasche.

Ernährung

roetel-ernaehrung.jpg Das Basisfutter für Rötelmäuse sollte mindestens zu 60% aus Kleinsaaten bestehen. Dafür eignet sich eine Mischung aus Wellensittich- und Exotenfutter, die auch durch Wild- und Unkrautsamen ergänzt werden kann. Die restlichen maximal 40% können dann aus größeren Saaten wie Hafer, Weizen, Gerste, Buchweizen, Kürbiskern, aber auch getrockneten Kräutern und Trockengemüse bestehen.
Als Feuchtfutter sollten Sie hauptsächlich Gemüse füttern. Am beliebtesten sind dabei jegliche Salate und Blattgemüse. Aber auch sonstiges Grünfutter wie Vogelmiere und Löwenzahn sind gern gesehen. Obst finden Rötelmäuse in freier Natur nur selten etwa in Form von Beeren und Fallobst. Daher sollten Sie auch bei den Haustieren sparsam in der Fütterung sein. Verfüttern Sie außerdem nur einheimische Früchte.
Tierisches Eiweiß ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung. Manche Rötelmäuse gehen gar nicht an Lebendfutter, andere fressen, was auch immer man ihnen vorsetzt. Anbieten können Sie den Tieren beispielsweise Mehlwürmer, Asseln, Tauwürmer, Heimchen und ähnliches. Fressen die Tiere keine lebenden Insekten, können Sie auch getrocknete verfüttern.

Fortpflanzung

roetelmaus-anschaffung.jpg In freier Wildbahn dauert die Fortpflanzungsperiode der Rötelmäuse vom Frühjahr bis zum Herbst. In der Haustierhaltung vermehren sie sich aber auch das ganze Jahr über.
Nach einer Tragzeit von 17 bis 24 Tagen (durchschnittlich nach 21 Tagen) bringt die Mäusin 3 bis 7 nackte und blinde Jungtiere zur Welt, die nach 3 Tagen ihr erstes Rückenhaar entwickeln. Am elften Lebenstag öffnen sich die Gehörgänge, einen Tag später die Augen. Entwöhnt sind die kleinen Rötelmäuse aber erst nach 20 bis 25 Tagen. Auch dauert es bis zu 25 Tage, bis das noch graue Jungendfell voll entwickelt ist. Die Geschlechtsreife tritt nach etwa 9 Wochen ein, wobei weibliche Jungtiere sehr frühreif sein können. Sie können in seltenen Fällen schon nach vier Wochen geschlechtsreif sein.
Männliche Jungtiere erscheinen dagegen schon fast als Spätzünder. Bei ihnen tritt die Geschlechtsreife frühestens nach acht Wochen ein. Leben dominante Männchen in nächster Nähe zu den Jungtieren, kann sich die geschlechtliche Entwicklung männlicher Rötelmäuse verzögern.
Rötelmäuse haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 1,5 Jahren.

Krankheiten

Rötelmäuse sind bei korrekter Haltung und Fütterung sehr gesunde und robuste Tiere, die nur selten krank werden.
Jedoch sind die Tiere ziemlich stressempfindlich. Vermeiden Sie daher Geräusche über Zimmerlautstärke sowie direktes Anfassen und andere Stressfaktoren. Streß kann in einzelnen Fällen sogar zu Kreislaufversagen und zum Tod der Tiere führen.
Auch wenn die Tiere eher selten krank werden, sollten Sie für veterinärmedizinische Notfälle eine Reserve von etwa 100 Euro anlegen.

Vergesellschaftung

Auch wenn Rötelmäuse im allgemeinen recht friedliche Gesellen sind, kann es bei der Vergesellschaftung erwachsener Böcke zu Reibereien kommen.
Jungtiere und Weibchen können Sie mit der Methode des neutralen Bodens vergesellschaften. Vertragen sich die Tiere, sollten Sie sie dann nach und nach einrichten, so dass kein Streit um die besten Plätze entbrennt.
Bei erwachsenen Männchen empfiehlt sich die Etappenmethode. So wird die Gruppe stabiler.
Achten Sie darauf, dass die Männchen keine artgleichen Mäuseweibchen riechen können. Sonst besteht die Gefahr, dass Kämpfe um das oder die Weibchen in ihrer Nähe entbrennen und so den Erfolg der Vergesellschaftung gefährden.

Anschaffung

roetelmaus-info.jpg Rötelmäuse sind noch keine Pfleglinge in Tierheimen und Notstationen. Wenn Sie also für sich befunden haben, dass diese Mäuseart das richtige Haustier für Sie darstellt, dann sollte Ihr erster Gang Sie zu einem seriösen Züchter führen.
Auch auf Messen und sehr selten auch in Zoohandlungen werden die kleinen Wühlmäuse angeboten. Schauen Sie auf der Messe genau hin. Machen die Tiere einen gesunden und kräftigen Eindruck? Kann der Verkäufer auf ihre Fragen mit fundiertem Wissen antworten? Denn hier gibt es auch schwarze Schafe, die mitunter kranke Tiere verkaufen. Vom Kauf in Zoohandlungen ist generell abzuraten. Hier laufen Sie immer Gefahr, kranke, mit Parasiten verseuchte, zu junge Tiere zu kaufen oder schlicht nicht (nur) das gewünschte Geschlecht zu bekommen.

Artengesellschaft

Bitte bedenken Sie in jedem Fall: Artengesellschaften gehören immer in Hände erfahrener Halter und benötigen deutlich mehr Platz als die artreine Haltung!
Rötelmäuse sind friedliche und freundliche Tiere, die keinerlei Aggression gegenüber anderen Mäusearten zeigen. Daher eignen sie sich charakterlich gut für eine Artengesellschaft.
Aufgrund ihrer Vorliebe für Feuchtbiotope fallen afrikanische Mäuse, die meist eher trockene bis aride Gebiete bewohnen, als Mitbewohner aus. Mit anderen Wühlern oder Rennmäusen bekommen die kleinen Rötelmäuse oft Probleme, da die meist größeren Arten sie versuchen, aus dem Gehege zu vertreiben. Von solchen Gesellschaften ist also in jedem Fall abzuraten. Einzig Farbmäuse und Feldmäuse, eventuell auch Zwergmäuse könnten interessante Mitbewohner für Rötelmäuse darstellen.
Wichtig ist hier, dass beide Arten genug Raum haben, um sich ihren Bedürfnissen entsprechend zu entfalten. So sollten die Farbmäuse wählen können, ob sie sich auf der meist feuchten Bodenetage der Rötelmäuse überhaupt aufhalten wollen, da sie es eigentlich eher warm und trocken mögen. Um beiden Arten entsprechende Nischen zu schaffen, sollte das Gehege für eine solche Artengesellschaft mindesten 2q m Grundfläche besitzen, von der etwa 2/3 auf Etagen entfällt.
Wichtig ist, dass Sie beide Arten schon einmal artrein eine längere Zeit gehalten haben, um die Bedürfnisse und Eigenarten jeder der beiden Mäusearten kennen zu lernen, so dass Sie diesen bei der Einrichtung des Gesellschaftsgeheges auch gerecht werden.
Können Sie diese Grundbedingungen nicht sicherstellen, sollten Sie von einer Artengesellschaft in jedem Fall absehen!


Weitere Informationen

Sie haben noch Fragen, die dieser Steckbrief noch nicht beantwortet hat? Dann können Sie diese ganz einfach in unserem Forum stellen!





Quellen:
http://www.world-of-animals.de/tierlexikon/tierart_Roetelmaus.html
http://www.biologie.de/biowiki/Rötelmaus

 
arten/roetelmaus.txt · Zuletzt geändert: 30.06.2010 15:33 von angelus     Nach oben
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