Mongolische Rennmaus

Systematik und Biologie

Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie:Mäuseartige (Muroidea)
Familie:Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie:Rennmäuse (Gerbillinae)
Gattung:Sand- und Wüstenrennmäuse (Meriones)
Art:Mongolische Rennmäuse (Meriones unguiculatus)

Alle heute in Gefangenschaft befindlichen Tiere stammen von 20 Zuchtpaaren ab, die 1935 in der östlichen Mongolei und der Mandschurei gefangen wurden. Diese kamen zunächst nach Japan und wurden dort weitergezüchtet. 1954 wanderten Nachkommen weiter in die USA. Von dort gelangten Mongolen auch zu uns nach Europa.
Um die Genvielfalt zu erweitern, kreuzen Züchter heute auch wieder Wildmongolen ein.

Wildtier Mongolische Rennmaus

Die Mongolische Rennmaus findet man in freier Wildbahn in Trocken- und Sandsteppen und Sandwüsten von der Mongolei und Nordchina bis nach Südsibirien. Diese Regionen unterliegen extremen Temperaturschwankungen im Jahres- und Tagesverlauf. So liegen die Sommertemperaturen um 30°C, die Wintertemperaturen dagegen um -10°C. Hinzu kommt eine sehr geringe Niederschlagsmenge.
An diesen stetigen Wechsel ist die Ernährung der kleinen Nager angepasst. Während sie im Sommer hauptsächlich Blätter verschiedener Pflanzen fressen, verzehren sie im Winter Samen und Gräser, die sie in ihren Vorratskammern lagern.
Die Vorratskammern sind Teil eines weit verzweigten Gangsystems, das bis zu 1,5 m unter der Erdoberfläche liegt und von den Tieren ständig erweitert wird. Dieses Gangsystem sowie das übrige Revier markieren sie mit Harn, Kot und speziellen Duftstoffen aus ihrer Ventraldrüse.
Ein Revier wird von einem vielköpfigen Familienverband bewohnt, der durch den Gruppengeruch zusammengehalten wird. Um diesen Duft aufrecht zu erhalten ist ein regelmäßiger Nase-Mund-Kontakt wichtig.
Ein weiteres Merkmal des ausgeprägten Sozialverhaltens der Mongolischen Rennmäuse ist die Aufgabenverteilung. So hat jede Gruppe Wachtposten. Diese warnen bei der geringsten Bewegung mit Warnsignalen in Form von lautem Fiepen oder Trommeln auf den Boden mit den Hinterbeinen. So erkennt die gesamte Gruppe frühzeitig eine mögliche Gefahr. Die ganze Gruppe flüchtet dann in den Bau.
Gegen Eindringlinge verteidigen sie ihr Revier jedoch erbittert. Dabei gelten nicht nur andere Tierarten, sondern auch fremde Artgenossen als Eindringlinge und werden ebenfalls sofort angegriffen. Kann das fremde Tier nicht rechtzeitig fliehen, wird es schwer verletzt oder gar getötet.
In ihrer Heimat sind die Mongolischen Rennmäuse von großer Bedeutung für die Ökosysteme Zentralasiens, da sie die Nahrungsgrundlage vieler Tiere bilden.
In der Nähe des Menschen können sie manchmal auch zu Agrarschädlingen werden. Außerdem kommt dieser Rennmausart eine nicht unwesentliche Bedeutung bei verschiedensten Laborforschungen zu.


Anatomie und Erscheinung

Mongolische Rennmäuse erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 8 bis 12 cm, wobei Männchen in Ausnahmefällen größer werden als die Weibchen. Das Gewicht der Tiere schwankt zwischen 60 und 120 g.
Die wildfarbene Variante der Mongolen ist auf der Oberseite sandfarben bis mittelbraun, die Unterseite hell cremefarben. Durch die Zucht gibt es die Tiere heute aber in sehr vielen Farbvarianten von ganz weiß bis (fast) ganz schwarz und deren Scheckungen. Das hat ihnen den Beinamen Farbmongolen im Gegensatz zu den immer agoutifarbenen Wildmongolen eingebracht.
Der Kopf ist rundlich mit langen Schnurrhaaren, großen (je nach Fellfarbe) schwarzen oder roten Augen und kleinen, ovalen Ohren. Damit erinnern die Nager vom Gesicht her eher an Hamster als an Mäuse.
Der Körper ist lang gestreckt. Die Hinterfüße sind verlängert und der Schwanz ist lang, dicht behaart und besitzt am Ende eine kleine Haarquaste.
Im Augenbereich befinden sich die Ausgänge der Harderschen Drüse. Diese erzeugt ein rotbraunes Sekret, das den Tieren zur Körperpflege dient. Wird eine große Menge des Sekretes produziert, ruft das beim Betrachter den Eindruck von Nasenbluten oder blutigen Tränen hervor. Es ist jedoch weder gefährlich noch behandlungsbedürftig.
In der Nähe des Nabels haben die Rennmäuse einen großen Komplex aus Talgdrüsen, die Ventraldrüse. Diese produziert ein gelbes, moschusartiges Sekret. Mit dem Sekret markieren die Tiere ihr Territorium, indem sie mit dem Bauch über den Boden kriechen.


Die Mongolische Rennmaus als Haustier

Eignung

Mongolische Rennmäuse sind in Fütterung und Haltung recht unkompliziert. Zudem verzeihen sie kleine Anfängerfehler noch recht gut. Das soll aber nicht heißen, dass diese nicht korrigiert werden müssen. Insgesamt sind die neugierigen, recht zahmen Nager gut für Anfänger geeignet.
Zudem werden sie recht zutraulich, lassen sich meist gut in die Hand nehmen und sind bei etwas täglicher Beschäftigung sehr auf ihren Halter bezogen.
Damit eignen sich die possierlichen Nager nicht nur gut für Rennmausanfänger, sondern auch für Menschen, die Tiere suchen, welche sie auch mal anfassen können.
Für Kinder sind sie aufgrund ihrer Lebhaftigkeit und ihrer geringen Größe jedoch nicht geeignet.


Handhabung

Da sich die meisten Mongolen problemlos anfassen lassen, ist das Handling recht einfach. Sie sollten lediglich darauf achten, dass die Tiere nicht herunterfallen, da sie sich nicht so gut wie etwa Farbmäuse an der Hand festhalten können. Sehr scheue Tiere fangen Sie besser mit einer Transportbox, für bissige Tiere empfiehlt sich ein derber Lederhandschuh.
Zur Geschlechtsbestimmung heben Sie die Tiere einfach über Augenhöhe und schauen unter den Po. In die Hand nehmen und umdrehen sollten Sie die Mäuse nach Möglichkeit nicht, da dies Stress für die kleinen Nager bedeutet. Scheue Tiere können Sie in einer durchsichtigen Box von unten betrachten.
Beim Tierarzt können Sie die Tiere genauso anfassen wie zu Hause. Wird eine feste Fixierung notwendig, setzen Sie das Tier am besten auf eine Unterlage, nehmen es im Nacken und an der Schwanzwurzel. So können auch Injektionen sicher verabreicht werden.
Entflohene Rennmäuse lassen sich am besten mit einer Transportbox, einer Gitterfalle oder einem Kescher einfangen.


Sozialstruktur und Verhalten

Mongolische Rennmäuse sind sehr lebhafte, geschäftige, wechselaktive Nager.
Auch wenn sie in der Natur in Familiensippen leben, hat doch jedes Paar sein Revier innerhalb der Familie. Daher ist in der Haustierhaltung ein gleichgeschlechtliches Paar oder ein Weibchen mit Kastrat die stabilste Konstellation. Je größer eine Gruppe ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass es zu Streitereien kommt und die Gruppe zerfällt. Weibchengruppen sind dabei streitsamer als Männchengruppen. Auch kann es vorkommen, dass Weibchen kastrierte Böcke ablehnen.
Während Mongolische Rennmäuse vor einigen Jahren noch recht stabile Gruppen bilden konnten, sind die Tiere heute problematischer. Die Vernachlässigung des Verhaltens in der Zucht und das oft zu frühe Trennen der Jungtiere von den Eltern haben deutliche Spuren hinterlassen. Daher sollten Sie heute nur noch Duos halten. Gruppen sollten sehr erfahrenen Haltern vorbehalten bleiben.
Die Rennmäuse zeigen ein großes Repertoire an sozialer Interaktion, das sehr interessant zu beobachten ist. So betreiben sie intensive Körperpflege zur Stärkung sozialer Bindungen. Mit eher harmlosen Balgereien, bei denen die Tiere sich aufrichten und sich mit den Vorderfüßen betrommeln, legen sie die Rangordnung fest. Fieplaute dienen der Kontaktaufnahme. Im Gerangel um Futter geben die Tiere aber auch Protestlaute von sich. Durch Trommeln mit den Hinterläufen warnen sie Artgenossen vor einer Gefahr oder zeigen an, dass sie das Gebiet als ihr Territorium beanspruchen. Das übrige Lautrepertoire der Tiere liegt jenseits des Hörbereiches des Menschen.
Auch in Gefangenschaft markieren Mongolische Rennmäuse ihr Revier durch Geruchsstoffe aus der Ventraldrüse. Der Halter entdeckt das Sekret dann an manchen, häufig markierten Ecken als klebrige, gelbliche Substanz.
Das Wanderverhalten der Wildmongolen zeigt sich auch bei Haustieren noch. Die Tiere, die ein Laufrad besitzen, laufen in ihrer Jugend deutlich mehr als erwachsene Mäuse. Mit der Geschlechtsreife lässt dieses langsam nach.
Wie ihre wilden Verwandten legen auch manche Farbmongolen besonders im Herbst und im Winter noch einen Nahrungsvorrat an.


Haltung

Mongolische Rennmäuse bringen Sie am besten in einem Aquarium von mindestens 120x50x50cm für 2 Tiere unter. Zur Erweiterung können Sie das Aquarium auch mit einem Aufbau ergänzen. Käfige, Terrarien und andere Unterbringungsvarianten eignen sich nicht, da sie nicht hoch genug eingestreut werden können und/oder die Tiere die halbe Einstreu im Zimmer verteilen. Denkbar wäre jedoch noch ein Selbstbau, der sich 30cm hoch einstreuen lässt. So können Sie dem enormen Wühltrieb der Tiere Raum geben. Damit die Mäuse beim Wühlen nicht erschlagen werden, müssen schwere Einrichtungsgegenstände wie Steine, Sandschale und ähnliches auf einem festen Untergrund (z.B. eingegrabenes Etagenbrett) angebracht werden.
Als Einstreu eignet sich eine staubarme Kleintierstreu im Mischungsverhältnis 50:50 mit Heu. Darin halten die Gänge sehr gut. Auch Baumwollstreu können Sie untermischen. Sand, Granulate oder Hanfstreu sind eher ungeeignet, da sie den Bau von stabilen Gängen nicht zulassen.
Die Einstreu sollten Sie 25 bis 40 cm hoch aufschütten.
Zur Einrichtung gehört in jedem Fall mindestens ein Sandbad mit Attapulgit oder Sepiolith zur Fellpflege.
Ein Röhrensystem in oder über der Streu ist für die Tiere ein attraktives Spielzeug. Es darf jedoch in keinem Fall aus Plastik bestehen. Auch müssen Sie sicherstellen, dass eine ausreichende Belüftung gewährleistet ist.
Als weiteres Inventar eignen sich Äste, Wurzeln, Steine, Häuschen aus verschiedensten Naturmaterialien, Dachziegel und vieles mehr.
Gerade für junge Mongolen ist durch das Wanderverhalten ein Laufrad vorteilhaft. Aber auch erwachsene und ältere Tiere laufen gern im Rad und spielen sogar damit. Möchten Sie Ihren Rennmäusen also ein Laufrad anbieten, sollte dieses drei wesentliche Kriterien erfüllen:

Es muß einen Durchmesser von 30 cm oder mehr haben. Es eignen sich nur Räder ohne Schereneffekt mit einseitiger Aufhängung, deren Rückwand und Lauffläche geschlossen sind. Im Idealfall ist das Rad aus Holz.

Eine Futterschüssel ist nicht unbedingt notwendig. Sie können das Futter auch einfach auf den Boden streuen. Die Nager sammeln es wie in der Natur ein. So sind sie länger mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt.
Auch Frischfutter können Sie ohne Schüssel reichen. Stellen Sie jedoch sicher, dass keine Reste im Gehege verbleiben, die schimmeln könnten.
Frisches Wasser bieten Sie am besten in einer Glastrinkflasche an, da Plastikflaschen schnell zernagt und Trinkschüsseln zugeschüttet werden.


Ernährung

Mongolische Rennmäuse fressen am Tag etwa 10 bis 15 g Trockenfutter. Das entspricht ungefähr 2 Teelöffeln. Viel mehr sollten die Tiere auch nicht bekommen, damit sie nicht zu dick werden.
Das ideale Trockenfutter besteht überwiegend aus Kleinsämereien, speziell Hirse. Im Handel entspräche das einer Mischung aus Wellensittich- und Exotenfutter, unter das Sie gern auch Waldvogelfutter mischen können. Darunter können Sie eine Getreidemischung und wenig Fettsaaten wie Kürbiskerne geben. Auch getrocknete Kräuter sind eine willkommene Ergänzung, die zudem die Mineralzufuhr sichert.
Der Schwerpunkt beim Frischfutter liegt auf Gemüse und sonstigem Grünfutter. Obst sollten Sie nur selten geben und auch dann keine zu süßen Früchte, da einige Farbschläge leider zu Diabetes neigen.
Damit die Tiere auch die fettlöslichen Vitamine erschließen können, geben Sie einige Tropfen eines kalt gepressten Olivenöls oder eines anderen hochwertigen Speiseöls auf Möhren und anderes Gemüse. Achten Sie aber darauf, dass die Tiere nicht zu viel Öl bekommen.
Ein weiterer essentieller Bestandteil der Ernährung ist tierisches Eiweiß. Dieses können Sie als lebende Futterinsekten (Heuschrecken, Heimchen, Mehlwürmer o.ä.) geben. Alternativen sind Trockeninsekten oder gekochtes Eiweiß.
Ein Kalkstein ist nur sinnvoll, wenn die Tiere eine Unterversorgung an Mineralien haben. Für gesunde Tiere besteht bei angebotenen Kalksteinen eher die Gefahr einer Überversorgung und damit der Bildung von Nierensteinen.


Fortpflanzung

Die Paarung beginnt mit Schnuppern und gegenseitigem Jagen durch das Gehege. Erst nach einigen Stunden erfolgt der Deckakt. Die Schwangerschaft erkennen Sie nach etwa 2 Wochen am deutlich gerundeten Bauch des Weibchens. Ab dieser Zeit beginnt das Weibchen auch, das Nest auszubauen und zu polstern.
Nach 22 bis 29 Tagen Tragzeit (laut anderen Quellen nur 22 bis 26 bzw. 24 bis 27 Tagen) bringt das Weibchen meist am frühen Morgen 1 bis 8, selten bis zu 12 Jungtiere mit einem Geburtsgewicht von 2,5 bis 3,5 g zur Welt. Es werden in der Regel mehr Weibchen als Männchen geboren.
Schon 1 bis 2 Stunden nach Geburt ist das Weibchen dann wieder paarungsbereit.
Nach 2 bis 3 Tagen haben die Kinder den ersten leichten Fellflaum, nach ca. 5 bis 6 Tagen öffnen sich die Ohren. Mit knapp 2 Wochen öffnen sie ihre Augen und haben ein fast vollständiges Fell. In diesem Alter beginnen sie auch, im Käfig umherzuwandern. Entwöhnt werden sie aber erst etwa eine Woche später. Eine weitere Woche müssen die Kleinen aber mindestens noch bei der Mutter bleiben. Spätestens im Alter von 8 Wochen sollten die Männchen dann ausziehen, da die Geschlechtsreife zwischen dem 63. und dem 84. Tag eintritt. Die Jungen wachsen jedoch noch bis zum 6. bis 9. Monat weiter. Von Zuchtreife wird bei Weibchen frühestens ab 70 Tagen, bei Männchen ab 84 Tagen gesprochen.
Tiere, die älter sind als 2 Jahre, sollten keinen Nachwuchs mehr bekommen, da die Gefahr von Komplikationen für das Weibchen dann zu hoch ist.
Farbmongolen werden heute aufgrund der starken Farbzucht nicht mehr so alt wie Wildmongolen in Gefangenschaft. Je nach Veranlagung werden sie 2 bis 5 Jahre alt. Mein ältestes Tier starb mit etwa 6,5 Jahren.

Da Mongolische Rennmäuse bis zu 10 Würfe pro Jahr haben können und ihre Zuchtgenetik eine komplizierte Materie ist, sollten Sie als Liebhaber grundsätzlich nur gleichgeschlechtliche Paare oder Kleingruppen halten. Die Nachfrage nach Mongolen ist im Vergleich zum Angebot deutlich kleiner, die Tierheime sind oft randvoll. Es wäre also schon von dieser Warte aus betrachtet unverantwortlich, noch mehr Tiere in die Welt zu setzen, deren Verbleib nicht gesichert ist.


Krankheiten

Bei Mongolischen Rennmäusen neigen einige Farbschläge zu Diabetes. Die Erkrankung bemerken Sie als Halter oft daran, dass das betroffene Tier sehr viel trinkt. Da Diabetes bei Mäusen nicht behandelbar ist, hilft hier nur Vorbeugung, indem Sie konsequent auf zu süße Nahrung (Leckerli, viel Obst) verzichten.
Ältere Tiere neigen zudem öfter zur Bildung von Tumoren. Diese liegen jedoch meist im Körper und sind somit schwer auffindbar. Im fortgeschrittenen Stadium lassen sie sich aber oft gut ertasten.
Recht häufig, in der Regel jedoch harmlos und gut zu behandeln ist die Entzündung der Ventraldrüse. Problematisch können dagegen die häufig auftretenden Tumore an dieser Drüse sein. Teilweise abszedieren sie und erscheinen Laien und auch unerfahrenen Tierärzten wie eine Entzündung. Heilt eine „entzündete“ Drüse trotz sorgfältiger Behandlung einfach nicht ab, sollten Sie die Möglichkeit eines Tumors in Betracht ziehen.
Durch die leider oft nicht fachgerechte Zucht und ihre Abstammung von wenigen Tieren sind Farbmongolen heute leider nicht mehr so gesund wie ihre Vorfahren. Das äußert sich am ehesten in der deutlich gesunkenen Lebenserwartung.
Für veterinärmedizinische Notfälle sollten Sie immer eine finanzielle Reserve von etwa 100 Euro im Hause haben.


Vergesellschaftung

Am unproblematischsten in der [vergesellschaftung:index|Vergesellschaftung]] sind junge Tiere bis zu einem Alter von 8 Wochen. Hier reicht es meist, die Tiere auf neutralem Boden zusammenzusetzen.
Bei erwachsenen Tieren gestaltet sich die Vergesellschaftung ungleich schwieriger, manchmal sogar unmöglich. Bewährt haben sich bei Mongolen die Etappenmethode, Trenngitter und Kleinsetzen. Beim Kleinsetzen besteht allerdings die Gefahr, dass sich die Tiere ernsthaft verletzen, wenn die Box nicht anfangs durchgehend beaufsichtigt wird. Die sogenannte Panikbox ist für Mongolen nicht geeignet. Zum einen setzen Sie die Tiere bei dieser Methode unnötigem Zwang und starkem Stress aus. Zum anderen ist das Verletzungsrisiko nicht unerheblich.
Für die Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen sollten Sie ca. 14 Tage bis 4 Wochen einplanen, um sicherzugehen, dass sich die Tiere auch wirklich dauerhaft vertragen.
Kommt es wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen, sollten Sie die Vergesellschaftung dieser beiden Tiere abbrechen. Die Erfolgsaussichten sind dann fast Null. Jedoch lässt sich daraus nicht schließen, dass Ihr Tier ein Einzelgänger ist. Mit einem anderen Partner kann es sich sehr gut vertragen. Allein wird es in jedem Fall nicht glücklich werden.


Anschaffung

Haben Sie nach der Lektüre festgestellt, dass Mongolische Rennmäuse die richtigen Tiere für Sie sind, werden Sie es nicht schwer haben, zwei Exemplare für sich zu finden.
Mongolen sind einer der häufigsten Nager in Tierheimen und Notstationen. Dort warten sie oft lange, manchmal lebenslang, auf ein neues zu Hause. Ihr erster Weg auf der Suche nach Ihren künftigen Mitbewohnern, sollte Sie also zum Tierschutz führen. Hier werden Sie fast immer fündig werden.
Wer eine ganz bestimmte, seltene Farbe sucht, sollte sich an einen seriösen Züchter wenden. Leider gibt es bei dieser Rennmausart das Problem, dass viele diese Tiere vermehren und sich Züchter nennen, jedoch von seriöser Zuchtpraxis weit entfernt sind. Für einen Laien sind diese Vermehrer manchmal nur schwer von seriösen Züchtern zu unterscheiden. Überlegen Sie deshalb gut, ob es der Gang zum Züchter sein soll.
Auch in Tierhandlungen werden die kleinen Nager oft angeboten. Vom Kauf dort sollten Sie allerdings Abstand nehmen. Die Gefahr, dass Sie kranke, parasitenbehaftete und/oder schwangere Tiere verkauft bekommen, ist hier sehr groß. Auch die Geschlechterbestimmung ist in den Läden meist alles andere als sicher.

Für die Anschaffung Mongolischer Rennmäuse sollten Sie je nach Gehegelösung für die Grundausstattung (Becken, Einstreu, Inventar, Futter, Transportbox) 100 bis 200 Euro einplanen. Wenn Sie ein gebrauchtes oder defektes Aquarium erwerben, können Sie einiges an Geld sparen.
Die laufenden Kosten für ein Duo belaufen sich im Monat für Trocken- und Frischfutter, sowie Sand und Einstreu auf etwa 20 Euro.


Artengesellschaft

Für Artengesellschaften sind Mongolische Rennmäuse aufgrund ihres Jagdtriebes und ihrer Aggressivität anderen Arten gegenüber nicht geeignet.


Interessante Links

Weitere Informationen

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Quellen:
http://www.diebrain.de/re-index.html
http://www.wuesten-rennmaus.de/
Uni Salzburg: Bio für Kids und Teens - Lebende Organismen - Rennmaus

 
arten/mongolische-rennmaus.txt · Zuletzt geändert: 04.02.2015 20:10 von angelus     Nach oben