Kleine Wüstenspringmaus
Systematik und Biologie
| Ordnung: | Nagetiere (Rodentia) |
| Unterordnung: | Mäuseverwandte (Myomorpha) |
| Familie: | Dipodidae (Springmäuse) |
| Unterfamilie: | Dipodinae (Wüstenspringmäuse) |
| Gattung: | Jaculus |
| Art: | Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) |
| Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) | Nordafrika, Sahelzone, Westasien ostwärts bis Iran |
| Blanford-Springmaus (Jaculus blanfordi) | Iran, Afghanistan, Pakistan |
| Große Wüstenspringmaus (Jaculus orientalis) | Nordafrika, Palästina |
| Turkmenische Springmaus (Jaculus turkmenicus) | Turkmenistan, Usbekistan |
Wildtier Kleine Wüstenspringmaus
Kleine Wüstenspringmäuse kommen im nördlichen Afrika von Marokko, Senegal bis Süd-West-Iran und Somalia vor. Dort bewohnen sie Küsten-, Sand-, Salz und Felswüsten, Halbwüsten, Savannen, aber auch Ausläufer von Gebirgen.
Im harten Boden ihres Lebensraumes legen die Wüstenspringmäuse ein weit verzweigtes Gangsystem an, das bis zu zwei Meter tief in den Boden reicht. Die Ausgänge dieser Bauten verschließen sie in den heißen Sommermonaten tagsüber mit Sand und Pflanzenteilen, um den Bau vor der Austrocknung zu bewahren und sich vor Fressfeinden zu schützen. Während der kühleren Wintermonate bleiben die Ausgänge offen.
Den Tag verschlafen die streng nachtaktiven Tiere in ihrer mit Kamelhaaren, Schafwolle und Pflanzenteilen gepolsterten Schlafklammer, die gleichzeitig auch als Nestkammer dient. Von dieser führen zwei bis drei Fluchtgänge direkt nach draußen. Außerdem gibt es Hinweise, dass diese Tiere Vorratskammern anlegen.
Darüber, ob Kleine Wüstenspringmäuse Winterschlaf halten, streiten die Experten noch. Als relativ sicher gilt, dass es bei Springmäusen eine Art Schlafstarre (Topor) gibt, in die die Nager bei Nahrungsknappheit und ungünstigem kalt-regnerischem Wetter verfallen. Auch eine Art “Sommerschlaf” wird erwähnt, den die Tiere bei zu heißer Witterung und knapper Nahrung halten. Durch die Drosselung des Energiehaushaltes versuchen die Tiere, die ungünstige Zeit besser zu überstehen.
Wenn sich die Tiere auf Nahrungssuche begeben, laufen sie mitunter 10km und mehr in einer einzigen Nacht. Dabei sammeln sie Samen, Pflanzenteile, Körner, Früchte, Wurzeln und Insekten. Das notwendige Wasser nehmen sie mit der Nahrung auf.
Kleine Wüstenspringmäuse haben in ihrer natürlichen Umgebung viele Feinde. Dazu gehören Fennek, Eulen, Schlangen und andere kleine Räuber. Auf der Flucht vor diesen Bedrohungen können die Tiere eine enorme Geschwindigkeit entwickeln. Fühlt sich eine Wüstenspringmaus bedroht, kann man allerdings auch beobachten, dass sie mit den Vorderpfoten Sand in das Gesicht des Gegners schleudert.
Anatomie und Erscheinung
Die Kleine Wüstenspringmaus ist mit einer Körperlänge von 9 bis 14 cm, einer Schwanzlänge von 13 bis 18 cm und einem Gewicht von etwa 55 g ein mittelgroßer Vertreter ihrer Gattung. Die namengebenden Hinterbeine, deren Füße je drei Zehen tragen, werden mehr als 10 cm lang und erlauben den Tieren Sprünge aus dem Stand von bis zu m Höhe und 2 bis 3 m Weite. In ihrer Heimat sorgt ein Büschel weißer Haare unter den Füßen dafür, dass die Tiere im Sand nicht zu sehr einsinken, auf festem Boden bewirken die scharfen, langen Krallen der Hinterfüße optimalen Bodenkontakt, da sie ähnlich wie Spikes wirken. Die vergleichsweise winzigen Vorderbeine tragen starke Krallen, mit denen die Tiere gut wühlen können.
Am rundlichen Kopf sitzen große Ohren. Die großen Augen weisen das Tier als nachtaktiv aus.
Das Fell der Tiere ist auf der Oberseite blassgelb bis beigebraun, auf der Unterseite hell cremefarben bis weiß. An den seitlichen Oberschenkeln tragen sie einen mehr oder minder deutlichen weißlichen Streifen. Auffallend ist der Büschel schwarzweißer Haare am Ende des sonst nur sehr spärlich behaarten Schwanzes.
Einen weiteren Eindruck von diesen Tieren können Sie sich in der Bildergalerie verschaffen.
Die Kleine Wüstenspringmaus als Haustier
Eignung
Kleine Wüstenspringmäuse versprühen durch ihr starkes Kindchenschema viel Charme. Vergessen Sie darüber nicht, daß es sich um recht sensible, anspruchsvolle Nager handelt, die enorm viel Platz brauchen und in der Regel nicht gern angefasst werden wollen. Zudem muß sich der Halter mit ihrer recht strengen Nachtaktivität arrangieren können.
Mit diesen Tieren holen Sie sich Mitbewohner ins Haus, die Ihre Wohnung unter Umständen ziemlich umkrempeln können, da Sie diese Tiere nicht einfach in ein Gehege einsperren können. Die Platzansprüche dieser possierlichen Nager sollten Sie auf keinen Fall unterschätzen!
Damit qualifizieren sie sich lediglich als Hausgenossen für echte Liebhaber und erfahrene Exotenhalter, die ihnen auch alles bieten können und wollen, was die Nager zum Wohlfühlen brauchen.
Für Kinder sind die sensiblen Geschöpfe als Haustiere völlig ungeeignet!
Handhabung
Die Handhabung hängt stark von der Zahmheit der Tiere ab. Ruhige, ausgeglichene Tiere können Sie einfach in die Hand nehmen, um sie umzusetzen oder das Geschlecht zu bestimmen. Lassen Sie dabei die langen Hinterbeine zwischen Fingern herausschauen, so dass die Tiere ins Leere strampeln, wenn sie zappeln. Das vermindert das Verletzungsrisiko für die Tiere erheblich.
Achten Sie dabei darauf, dass die Tiere dabei nicht zu weit mit den Füßen in Richtung Kopf kommen, da sich die Tiere mit ihren scharfen Krallen ernsthaft selbst verletzen können. Die Krallen sind so scharf, dass Sie auch menschliche Haut mitunter durchtrennen können.
Scheue Tiere sollten Sie nach Möglichkeit niemals anfassen. Läßt es sich nicht vermeiden und Sie können die Tiere nicht mit der Hand fangen, verwenden Sie ein Handtuch, das sie auf das betreffende Tier werfen und das Tier so mitsamt Handtuch greifen. Achten Sie hier sorgfältig darauf, dass sich die Tiere nicht im Stoff verfangen. Das erhöht das Verletzungsrisiko für die dünnen Beine enorm. Frotteehandtücher sind daher für diesen Zweck ungeeignet.
Wickeln Sie das Tier fest in das Handtuch und legen Sie nur die zu betrachtende Stelle, bei der Geschlechtsbestimmung die Afterregion, frei. Wenn Sie die Augen der Springmaus bedecken, wird diese etwas ruhiger.
Geht es nur um das Umsetzen der Tiere, können Sie sie auch einfach mitsamt Häuschen von einem Gehege ins andere verfrachten.
Beim Tierarzt handhaben Sie zahme Tiere wie zu Hause. Scheue Tiere sollten Sie ein einer nicht allzu großen Box zum Arzt transportieren. Wenn die Tiere an den Deckel stoßen, wenn sie sich aufrichten, ist die Gefahr wesentlich kleiner, dass sie mit Kraft dagegen springen und sich schwer verletzen. Müssen sehr scheue Exemplare vom Tierarzt untersucht werden, empfiehlt sich eine leichte Gasnarkose. So kann die Untersuchung besser und schneller ablaufen. Außerdem sinkt die Gefahr, dass die Springmaus bei der Untersuchung flüchtet oder verletzt wird.
Entflohene Tiere können Sie einfach wieder einsammeln, wenn sie zahm sind. Scheue Nager fangen Sie am besten mit einem dünnwandigen, möglichst großen Karton. Der gibt im Gegensatz zu einer Faunabox, mit der man sonst scheue Exoten gut fangen kann, etwas nach, wenn die Tiere dagegen springen. Zudem sehen die Tiere die Wände im Gegensatz zur durchsichtigen Fauna. Das Fangen mit dem Karton minimiert also wieder das Verletzungsrisiko für die Tiere.
Zur Handhabung von Kleinen Wüstenspringmäusen benötigen Sie allerdings keine Lederhandschuhe. Diese Nager würden ihren Halter niemals beißen. Selbst Wildfänge beißen nicht. Auch bei schmerzhaften, notwendigen Behandlungen sind die Tiere dem Halter gegenüber kein bisschen aggressiv, geschweige denn bissig.
Für alle Situationen gilt: Gehen Sie ruhig vor. Vermeiden Sie schnelle und hektische Bewegungen. Wenn Sie es langsam angehen, lassen sich auch scheue Tiere deutlich besser handhaben!
Sozialstruktur und Verhalten
Diese streng nachtaktiven Nager leben in freier Natur solitär, also als Einzelgänger. In Menschenobhut gibt es aber auch Berichte über friedlich zusammenlebende Gruppen, die ich aus meiner Erfahrung bestätigen kann. Sie sollten also immer mindestens zwei Tiere halten. Wenn Sie eine Gruppe halten möchten, erkundigen Sie sich unbedingt beim vorherigen Halter, wie harmonisch die Tiere miteinander gelebt haben.
In der Haltung im Gehege (Grundfläche 300×70 cm) haben die Tiere leichte Aggressionen gezeigt und sich aber nicht gegenseitig verletzt. Dies ließ mit der Änderung der Haltungsform (siehe Kapitel „Haltung“) stark nach.
Interessant ist die Schlafposition der Wüstenspringmäuse. Entweder schlafen sie auf der Seiten liegend und drehen den Kopf leicht ein oder sie sitzen dabei auf ihren Hinterbeinen, den Kopf zur Brust hin eingedreht.
Die Tiere sind hochintelligent, langweilen sich schnell und wollen beschäftigt werden. Egal, ob Sie Ihre Tiere in einem Gehege oder frei in einem Zimmer halten, Sie sollten den Tieren permanent neues Spielzeug anbieten. Dabei sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wir lassen den Tieren öfter etwas im Zimmer stehen, das sie untersuchen, beklettern und zernagen können oder worin sich Futter versteckt. Dazu gehören: alte Naturfaserteppiche, volle Altpapierkartons, Weinsteine mit verstecktem Futter, Inventar aus anderen Gehegen, das ausgiebig untersucht und beschnuppert wird, Foodbälle und ähnliches.
Im Gegensatz zur Großen Wüstenspringmaus konnten wir aber eher selten beobachten, dass die Kleinen Springmäuse etwas gezielt zernagten.
Haltung
Einige Quellen empfehlen für die Haltung von Kleinen Wüstenspringmäusen Aquarien ab einer Größe von 150 cm. Ich habe aber schnell feststellen müssen, dass selbst unser Gehege von 300 x 70 cm Grundfläche noch zu klein für die sehr agilen, neugierigen Tiere ist. Meine Springmäuse leben daher freilaufend in der Wohnung. Mehr darüber finden Sie im Exkurs zur Wohnungshaltung.
Möchten Sie die Tiere lieber im Gehege halten, sollten Sie von einem Mindestmaß von 300×300 cm für zwei Tiere ausgehen. Deutlich besser und geeigneter wäre jedoch ein ganzes Zimmer für die bewegungsfreudigen Nager.
Aquarien sind keine optimale Haltungsalternative. Manche Halter berichten von panikartigem Umherspringen, wenn man im Becken hantiert. Die scheuen Tiere versuchen mit großen Sprüngen zu fliehen, wenn sie sich erschrecken oder der Halter nach ihnen greift. Dabei tendieren sie dazu, ungebremst gegen die Aquarienscheibe zu laufen, was schwere bis tödliche Verletzung nach sich ziehen kann. Ein Experiment zeigte bei uns ein ähnliches Problem, da die Tiere die Glasscheiben nicht sehen. Diese Gefahr besteht bei Haltung im Wohnungsfreilauf nicht. Auch wenn die Tiere hier je nach Strecke enorme Geschwindigkeiten entwickeln, gab es bei uns nie derartige Verletzungen.
Bauen Sie Ihr Gehege also ganz oder teilweise aus Glas, sollten Sie die Scheiben so mit Inventar versehen, daß die Tiere noch vor der Scheibe abgebremst werden. Ein Stein, ein Häuschen oder ähnliches erfüllen diesen Zweck sehr gut. Damit die Tiere im Gehege gar nicht zuviel Tempo kriegen können, sollte die Einrichtung so verteilt sein, dass die Tiere Slalom laufen müssen. Aus einer geraden Strecke machen die Nager schnell eine Sprintstrecke.
Als Einstreu empfiehlt sich in jedem Fall Sand. Mindestens einen Teil des Geheges sollten Sie mit Attapulgit oder Sepiolith auslegen oder den Sand mit Talkum oder Urgesteinsmehl versetzen, so dass die Tiere darin ihre Fellpflege betreiben können. Bekommen Springmäuse keinen geeigneten Sand, verfettet das Fell stark und die Tiere erkälten sich schnell. Den Rest des Geheges können Sie beispielsweise mit durchgesiebtem Flusssand oder Strandsand auffüllen.
Ebenfalls sehr gern angenommen wird eine nach oben offene Kiste, die mit Erde oder einem Erde-Humus-Gemisch gefüllt wird. Diese Kiste darf gern bis 10 cm unter den Rand gefüllt werden und 50 cm und höher sein.
Obwohl Kleine Wüstenspringmäuse von Natur aus eher solitäre Tiere sind, schlafen meine Tiere meist zusammen in einem Unterschlupf. Trotzdem sollten Sie mindestens einen Unterschlupf pro Exemplar anbieten, sonst streiten die Tiere eventuell um das Häuschen. Als Einrichtung für das Gehege eignen sich größere Wurzeln, Stammteile und Äste sowie Weinsteine, Tontöpfe oder größere Holzhäuschen für Nager.
Als Nistmaterial können Sie beispielsweise Heu anbieten, aber auch Zellstoff wird gern angenommen. Manche Tiere freuen sich auch über Kokosfasern, Schafwolle oder Hundehaare. Auch Kleidung aus Naturfasern wird mit Leidenschaft zerlegt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie aber auch in einem Zoo, der Kamele hält fragen, ob Sie etwas Kamelhaar für Ihre Tiere bekommen können.
Kleine Wüstenspringmäuse genießen gern ein Rotlicht, mit dem Sie am besten gezielt eine Sandfläche oder einen Stein bestrahlen. Besonders im Übergang vom Sommer zum Herbst und auch im Winter, wenn es kühler wird, empfiehlt sich ein solches Rotlicht, da sich die Tiere sonst eventuell durch die ungewohnt niedrigen Temperaturen erkälten. Alternativ können Sie den Tieren auch Heizsteine oder Wärmeplatten anbieten. Auch auf diesen halten sich die Springmäuse besonders bei kühleren Raumtemperaturen ab und zu gern auf.
Ernährung
Die Ernährung Ihrer Kleinen Wüstenspringmäuse sollte sich an der natürlichen Nahrung orientieren. Daher empfiehlt sich als Basisfutter ein Mix aus Exoten- und Wellensittichfutter, dem Sie nach belieben Grassamen und verschiedenste Mischungen von Wild- und Unkrautsamen beimischen können. Der Versuch, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln zu verfüttern, ist bis jetzt aber gescheitert. Auch Leckerli wie Kürbiskerne stießen nur auf mäßiges Interesse.
Neben dem losen Saatenmix können Sie den Springmäusen auch Hirsekolben und –rispen sowie Getreideähren anbieten. Auch gern genommen werden Fruchtstände von Gräsern, die Sie im Sommer auf fast jeder Wiese finden. Dieses Futter hat zudem den Vorteil, dass die Tiere länger mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind.
Obst und Gemüse werden meist verschmäht. Sie können es aber trotzdem immer wieder anbieten. Manche Tiere entdecken erst nach einiger Zeit ihre Leidenschaft für ein bestimmtes Obst oder Gemüse. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Obst nur selten anbieten, da die Tiere nicht zu süß gefüttert werden sollten.
Auch bei Eiweißfutter dauert es oft lange, bis die Tiere überhaupt etwas annehmen. Um dennoch die Eiweißversorgung zu sichern, mische ich zerbröselte getrocknete Seidenraupen unter die Kleinsaatenmischung.
Ebenfalls anbieten können Sie einen Nagerstein oder eine Sepiaschale zur Kalkversorgung. Achten Sie hier darauf, dass die Tiere nicht zuviel davon fressen. Nehmen Sie den Stein notfalls für einige Zeit aus dem Gehege.
Die Saaten bieten Sie den Tieren am besten in einer Schüssel an. Fruchtstände von Gräsern und Getreiden können Sie einfach im Gehege verteilen oder aufhängen.
Auch wenn die Tiere sehr wenig trinken, sollten Sie ihnen immer eine Wasserschüssel mit frischem Wasser zur Verfügung stellen. Da die Tiere aus der hohlen Hand trinken, kommt ihnen diese Form der Wasserquelle eher entgegen als eine Trinkflasche.
Fortpflanzung
Die Nachzucht Kleiner Wüstenspringmäuse gelingt zumindest bei einigen Haltern inzwischen regelmäßig. Nachzuchten vermehren sich dabei eher als Wildfänge. Auch erhöht die Haltung im dauerhaften Freilauf die Chance auf Nachwuchs.
War die Paarung erfolgreich, werden nach durchschnittlich 25 bis 30 Tagen drei bis vier nackte und blinde Jungtiere geboren. Maximal 4 Würfe zieht eine Springmausmutter dabei im Jahr groß. Erst mit etwa 5 Wochen verlassen die kleinen Wüstenspringmäuse mit geöffneten Augen das Nest. In den nächsten 8 bis 10 Tagen sind sie damit beschäftigt, das Gehen auf den stelzenartigen Beinen zu üben. Insgesamt benötigen aber noch mindestens weitere vier Wochen, bis sie selbständig sind. Mit 6 Wochen beginnen sie Grünfutter zu probieren, wenig später auch Saaten. Erst nach mindestens 2,5 Monaten können die Jungen ihre Eltern verlassen.
Hilfreich bei der Aufzucht hat sich die Verwendung von Nagerhäuschen erwiesen, deren Eingang mehrere Zentimeter über dem Boden liegt. So wird vermieden, dass die Mutter den Nachwuchs an den Zitzen aus Versehen mit aus dem Nest schleppt. Dies kann fatal für die Springmauskinder enden, da bei vielen Exemplaren kaum ein Instinkt zum Zurückholen der Jungen ins Nest vorhanden ist und die Jungtiere schlicht „vergessen“ werden. Alternativ können Sie spezielle Schlafhäuschen selbst bauen.
Ruhe ist für die Aufzucht der Kleinen unabdingbar. Verzichten Sie daher auf Nestkontrollen, sonst besteht die Gefahr, dass die Eltern ihren Nachwuchs verlassen und Sie die Waisen mit der Flasche aufziehen müssen. Sie müssen das Nest auch nicht kontrollieren. In der Regel ist aus dem Nest das leise Fiepen der Jungen zu hören.
Die Geschlechtsreife tritt bei der Kleinen Wüstenspringmaus mit 8 bis 12 Monaten ein.
Diese Nager erreichen ein durchschnittliches Lebensalter von etwa 3 bis 5 Jahren, manchmal auch über 6 Jahre.
Krankheiten
Wenn Sie die grundlegenden Bedürfnisse dieser Tiere in Haltung und Ernährung beachten, sind Wüstenspringmäuse eher selten krank.
Empfindlich reagieren sie allerdings auf starke Temperaturschwankungen oder auf ein stark verfettetes Fell. Beides kann Erkältungen auslösen, die in jedem Fall behandelt werden müssen.
Auch wenn die Tiere eher selten erkranken, sollten Sie in jedem Fall eine finanzielle Reserve für veterinärmedizinische Notfälle in Höhe von etwa 100 Euro anlegen.
Vergesellschaftung
Die Vergesellschaftung KLeiner Wüstenspringmäuse im Gehege ist eher schwierig und risikobehaftet. Hier kann es durchaus vorkommen, daß sich die Tiere ernsthaft verletzen, wenn sie anfangs wild umgherspringen.
Bei Vergesellschaftungen im dauerhaften Freilauf ist dieses Problem noch nicht aufgetreten.
Bewährt hat es sich, die Tiere vormittags einander vorzustellen. Zu dieser Zeit sind sie ruhiger. Meist fällt das Kennenlernen dann recht kurz aus, bevor alle wieder schlafen gehen. Nutzen Sie für die Vergesellschaftung ein Wochenende, um auch am ersten Abend und der darauffolgenden Nacht ein Auge auf die Tiere haben zu können. Im Idealfall nutzen Sie einen Raum dafür, den die Tiere sonst nicht betreten dürfen.
Bewährt hat sich auch, ein neues Tier einfach in das Nest der schlafenden Gruppe zu setzen. Hier verschläft es mit den anderen den Tag und nimmt so schon den Gruppengeruch an. Auch hier sollten Sie am Vormittag anfangen und die erste Nacht gut überwachen.
Da die Tiere sehr unterschiedlich reagieren, kann hier nicht jeder Fall für die folgende Zeit beschrieben werden. Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie diese aber in unseren Forum stellen.
Anschaffung
Haben Sie nach der Lektüre festgestellt, dass Kleine Wüstenspringmäuse die richtigen Hausgenossen für Sie sind, beginnt die Suche nach den passenden Tieren.
Da die Tiere sehr selten sind, werden Sie im Tierschutz kaum fündig werden. Suchen Sie daher in Kleinanzeigen und Foren nach einem seriösen Züchter. Stellen Sie sich dabei auf eine längere Suche ein.
Alternativ können Sie auf Messen und Börsen nach Ihren neuen Mitbewohnern suchen. Hier gilt jedoch besondere Vorsicht, da nicht alle Angebote auf einem solchen Event seriös sind und Sie auch kranke Tiere verkauft bekommen. Zudem ist es nicht ausgeschlossen, dass sie hier Wildfänge erwerben.
Sehr selten verkaufen auch spezialisierte Zoohandlungen Kleine Wüstenspringmäuse. Die Gefahr, kranke und/oder parasitenbehaftete Tiere verkauft zu bekommen, ist hier aber durchaus vorhanden. Zudem führen die Läden oft auch Wildfänge.
Für die Anschaffung Kleiner Wüstenspringmäuse sollten Sie je nach Gehegelösung für die Grundausstattung (Gehege, Einstreu, Inventar, Futter, Transportbox) 300 bis 500 Euro einplanen.
Die laufenden Kosten für ein Paar belaufen sich im Monat für Trocken- und Frischfutter, sowie Sand auf etwa 30 bis 40 Euro.
Artengesellschaft
Kleine Wüstenspringmäuse sind sehr friedliche Tiere, die sich mit jedem Nager vertragen, der ihnen freundlich begegnet. Jedoch würden Artengesellschaften mit Kleinen Wüstenspringmäusen soviel Platz beanspruchen, dass es für den normalen Nagerhalter nicht praktikabel ist. Daher sollten Sie davon absehen, diese Tiere mit anderen Arten zu vergesellen.
Weitere Informationen
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Quelle:
http://www.rodent-info.net/kleine_wuestenspringmaus_allgemeines.htm

