Farbmaus

Systematik und Biologie

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Echte Mäuse (Murinae)
Gattung: Mus
Art: Hausmaus (Mus musculus)
Unterart: Farbmaus (Mus musculus forma domestica)


Farbmäuse bestechen u.a. durch ihr unkompliziertes Wesen

Unterarten:

Westliche Hausmaus
(Mus musculus domesticus)
[westlich der Elbe]
Nördliche Hausmaus
(Mus musculus musculus)
[östlich der Elbe]
Steppen-Hausmaus
(Mus musculus spicilegus)
[Balkangebiet und Ukraine]
Asiatische Hausmaus
(Mus musculus bactrianus)
[Innerasien]
Mandschurische Hausmaus
(Mus musculus manchu)
[Innerasien]
Wagner-Hausmaus
(Mus musculus wagneri)
[Ostasien]
Iberische Hausmaus
(Mus musculus spretus)
[Spanien, Portugal und NW-Afrika]


Wildtier Hausmaus

Die Hausmaus besiedelte ursprünglich Steppen, Halbsteppen und Halbwüsten des Mittelmeergebietes und Südostasiens. Dort ernährte sie sich hauptsächlich von Grassamen.
Wahrscheinlich schon mit Beginn des Ackerbaus vor über 8000 Jahren schloss sie sich dann dem Menschen an. Der eröffnete den Tieren mit seinen Kornkammern ein völlig neues, nie gekanntes Schlaraffenland. Wilde Hausmäuse benötigen täglich mindestens 35 bis 45% ihres eigenen Körpergewichtes an Nahrung, also deutlich mehr, als ihre domestizierten Verwandten.
In freier Wildbahn leben Hausmäuse immer im Familienverbund und bilden teilweise sehr große Rudel. Einzelgänger wurden hingegen noch nicht beobachtet. Sie hätten auch keine reelle Überlebenschance. Hausmäuse sind in ihrem Leben immer auf den Schutz der Gruppe angewiesen. Durch das Leben in Gruppen besitzen sie ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten, das im Kapitel Sozialstruktur und Verhalten näher betrachtet wird.

Wilde Hausmäuse haben sich schnell zu ungeliebten Kulturfolgern und Schädlingen in der Nähe des Menschen entwickelt. Doch nicht alle Menschen sehen sie als Plage an. Die in der Natur sehr seltenen weißen Mäuse werden teilweise als heilig verehrt. So gibt es in Indien sogar einen Tempel, in dem Mäuse - und zwar nicht nur weiße - als heilig verehrt werden, ähnlich wie in dem bekannteren Tempel für die Ratten.
mittelalterlichen Europa auch für verschiedene heilige Rituale gebraucht. Beispielsweise sollten sie Glück bringen und (als Medizin eingenommen) Krankheiten heilen.
Gezielt gezüchtet werden sie seit ca. 2000 Jahren in China und seit über 300 Jahren in Japan, von wo sie vor ca. 160 Jahren nach Europa kamen. Erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts traten sie ihre traurige Karriere als Labortiere an.


Anatomie und Erscheinung

Seltene Farbe: Ein Mäuserich in Chocolate Fox

Die Farbmäuse verdanken ihren Namen der enormen Farbenvielfalt, die ihr Fell an den Tag legt. Von ganz weiß über gelb, orange, rot, blau, lila bis ganz schwarz und deren Scheckungen sind fast alle Farben denkbar. Merle, Varigated und ähnliche Farbformen komplettieren die Palette um verschiedene Varianten..
Einige Farben gibt es wie Albinomäuse mit roten Augen. Diese Tiere sind lichtempfindlicher und neigen zu Veränderungen an der Hornhaut. Sie sollten sie deshalb nach Möglichkeit nicht mit Blitzlicht photographieren.
Die gesündeste Zuchtform der Farbmaus ist die normale, glatt- und kurzhaarige Form. Es gibt daneben noch verschiedenste andere Formen, die zum größten Teil als qualzüchtig eingestuft werden. Nähere Informationen zu Qualzuchten finden Sie HIER.

Daten und Fakten

Farbmäuse wiegen im Durchschnitt 25 bis 50g. Zwergwüchsige Tiere können aber auch nur 5g, adipöse Exemplare bis zu 100g auf die Waage bringen. Die Körperlänge schwankt zwischen 8 und 11cm. Dazu kommt ein 7,5 bis 10cm langer Schwanz. Rassemäuse vom sogenannten Showtyp können jedoch deutlich größer und bei Normalfigur auch entsprechend schwerer werden. Sie können schon als schlanke Tiere bis zu 100g wiegen.
Die Körpertemperatur einer gesunden Farbmaus liegt mit 38,5 bis 39,3°C höher als die des Menschen.
Die Atemfrequenz liegt bei ca. 100 - 200 Respirationen/min, die Herzfrequenz bei ca. 300-800 Schlägen/min.
Die Wahrnehmung der Maus führt den visuell betonten Menschen in eine völlig neue Welt, wie ein Lebewesen seine Umwelt sieht.

Durch die seitlich am Kopf befindlichen Augen haben die Tiere zwar einen guten Rundumblick, aber fast kein räumliches Sehvermögen. Somit können sie Entfernungen und Tiefe nur schwer abschätzen. Die Augen der Farbmaus sind dafür eingerichtet, Bewegungen gut wahrzunehmen. Das Farbsehen ist dagegen kaum entwickelt. Es wird ihr eine gewisse Farbtüchtigkeit im roten und gelben Spektralbereich zugesprochen. Sie soll auch in der Lage sein, bestimmte Spektralbereiche des ultravioletten Lichts wahrzunehmen.

Das Gehör der Tiere ist deutlich besser ausgebildet als der visuelle Sinn. Die Ohren können sie unabhängig voneinander in alle Richtungen bewegen und Töne wahrnehmen, die Mensch nicht mehr hört, weil sie im Ultraschallbereich liegen. Vorwiegend in diesem Bereich findet auch die akustische Kommunikation der Tiere statt.

Farbmäuse haben ein hoch entwickeltes Gleichgewichtsorgan

Der Geruchssinn ist ebenfalls sehr gut entwickelt und hilft dem Tier sowohl bei der Orientierung, wie auch in der sozialen Kommunikation. So verständigen sich die Mäuse über gelegte Duftspuren und laufen sogar auf Duftstraßen. Diese können sie auch in absoluter Dunkelheit zuverlässig und sicher beschreiten. Das erklärt die Gewandtheit, mit der sich die Tiere in vertrautem – und markiertem – Revier bewegen. Ihr Revier markieren Farbmäuse nämlich ebenfalls mit Düften. Außerdem orientieren sich bei der Partnerwahl und innerhalb des Rudels am Geruch der anwesenden Tiere.

Mäuse besitzen ein hochdifferenziertes Gleichgewichtsorgan im Innenohrbereich. Dieses ermöglicht ihnen sicheres Gehen und Klettern auch auf dünnen Ästen, schmalen Kanten und auf Seilen. Um den Gleichgewichtssinn der Tiere nicht verkümmern zu lassen, muss er regelmäßig angesprochen werden. Untrainierte Tiere bewegen sich in anspruchsvollem Gelände anfangs etwas unsicher, bis sie wieder gelernt haben, diesen Sinn richtig zu gebrauchen.

Mit Hilfe der Tasthaare (Vibrissen) können Mäuse auch in absoluter Dunkelheit ihre Umgebung gut wahrnehmen. Mit den seitlich am Körper befindlichen Tasthaaren schätzen sie unter anderem ab, ob sie durch ein Loch hindurchpassen oder nicht.

Farbmäuse besitzen insgesamt 16 Zähne. Vier davon sind die ständig nachwachsenden Nagezähne vorn im Kiefer, die mit einer starken Zahnschmelzauflage umgeben sind. Diese Auflage ist bei gesunden Tieren gelblich bis orange. Bei Mangelerscheinungen können diese Zähne heller bis weiß erscheinen. Die einzige Ausnahme bilden Satinmäuse. Bei diesen Farbmäusen sind die Nagezähne auch bei gesunden Tieren weiß.
Hinter den Nagezähnen haben die Tiere eine Lücke, nach der insgesamt 12 Backenzähne folgen. Im Gegensatz zu den Nagezähnen wachsen diese nicht nach. Deshalb haben Mäuse im Gegensatz zu Kaninchen auch bei falscher Ernährung kaum Probleme mit diesen Zähnen.

Bilder von den unterschiedlichsten Farbmäusen finden Sie in der Galerie.


Die Farbmaus als Haustier

Eignung

Farbmäuse sind ideal für Anfänger

Farbmäuse sind im Vergleich zu einigen ihrer exotischen Verwandten recht leicht zu halten. Doch auch sie haben gewisse Ansprüche. Nur wenn Sie diese erfüllen, haben Sie glückliche Mitbewohner.
Auch in der Fütterung sind Farbmäuse vergleichsweise unkompliziert. Weibchen und Kastraten haben zudem meist ein sehr friedliches Sozialverhalten, das sie zusammen mit den oben angeführten Punkten zum idealen Haustier für Mäuseanfänger macht. Unkastrierte Böckchen gehören jedoch aufgrund ihres schwierigen Sozialverhaltens nur in erfahrene Hände. Einem Anfänger sind sie auf keinen Fall zu empfehlen!
Allen Mäusen gleich ist, dass sie sich nicht zum Haustier für (kleinere) Kinder eignen. Dafür sind sie zu klein und auch zu stressempfindlich.
Da Farbmäuse - besonders unkastrierte Böcke - einen eigentümlichen, recht intensiven Geruch haben, sollten Sie vorher abklären, ob Sie mit diesem umgehen können oder nicht. Für extrem geruchsempfindliche Menschen sind Farbmäuse von vornherein nicht zu empfehlen.


Handhabung

Farbmäuse lassen sich meist recht einfach handhaben

Farbmäuse sind in der Regel recht einfach zu handhaben. Weder beißen sie, noch sind sie sonderlich scheu. Sie können die kleinen Nager bei Bedarf meist einfach auf die Hand nehmen.
Kommt die Maus nicht freiwillig, müssen Sie sie einfangen. Entweder nutzen Sie dafür eine Klorolle oder ähnliches oder Sie fangen die Maus mit den Händen, indem Sie von der Seite zufassen. Von oben auf die Maus zu greifen, verbietet sich, da das Tier dann einen Fressfeind vermutet und unter Stress gerät. Auch der Schwanz ist nur in absoluten Notfällen (z.B. sehr scheue Tiere) zum Anfassen da. In diesen Fällen müssen Sie das Tier mit der freien Hand unterstützen. Mit der anderen halten Sie es direkt an der Schwanzwurzel fest. Nehmen Sie Ihre Tiere niemals an der Schwanzmitte oder der Schwanzspitze hoch. Das tut ihnen weh!
Zur Geschlechtsbestimmung können Sie das Tier vorsichtig an der Schwanzwurzel ein kleines Stück anheben, sodass der vordere Körperteil noch auf der Unterlage verbleibt. Stressfreier und sicherer ist es aber, das Tier in eine durchsichtige Box oder Schüssel zu setzen, um es von unten zu betrachten. Letztere Methode hat den Vorteil, dass die Hoden nicht in den Körper zurückgezogen werden und damit deutlich sichtbar bleiben.
Beim Tierarzt wenden Sie die oben beschriebene Handhabung an. Für Injektionen und ähnliches können Sie die Maus auch mit dem Nackengriff und an der Schwanzwurzel auf einer Unterlage fixieren. Der Nackengriff kann auch für die Untersuchung, etwa im Kopfbereich, angewandt werden. Für den Nacken-Rückengriff sitzt bei den meisten Farbmäusen das Fell zu straff.
Bei unkastrierten Böckchen sollten Sie die ganze Gruppe mit zum Tierarzt zu nehmen, um Streit bei der Rückkehr zu vermeiden. Bei Weibchen- und Kastratengruppen können Sie auch nur das vorzustellende Tier einpacken. In der Gruppe ist die Reise für das erkrankte Tier jedoch stressärmer.
Entflohene Farbmäuse können Sie am besten mit einer TripTrap oder einer Gitterfalle wieder einfangen. Aber auch Kescher und Transportbox eignen sich zu diesem Zweck.


Sozialstruktur und Verhalten

Farbmäuse sind hochsoziale Tiere, die niemals allein gehalten werden dürfen

Farbmäuse sind sehr gesellige Tiere, die Sie auf keinen Fall einzeln halten dürfen! Entgegen hartnäckigen Gerüchten werden einzeln gehaltene Tiere auch nicht schneller zahm als Gruppen. Außerdem sind die einsamen Tiere keineswegs glücklich - auch wenn dies manchem Halter so erscheinen mag. Jede einsame Maus leidet sehr unter der Einzelhaft und kein menschliches Wesen kann ihr die Artgenossen auch nur ansatzweise ersetzen. Die in Einzelhaft gehaltenen Tiere werden krank, trägen psychische Schädigungen davon, zeigen Verhaltensstörungen oder sterben gar vor Einsamkeit.
Mäuse brauchen ihre Artgenossen zum Spielen, Rangeln, gegenseitigem Putzen, Kuscheln, um sich sicher zu fühlen und auch für die Kommunikation im Ultraschallbereich. Daher sollten Sie mindestens 2 gleichgeschlechtliche Mäuse oder Weibchen mit Kastraten halten. Reicht das Platzangebot aus und harmonieren die Tiere miteinander, können diese Gruppen 30 Tiere und mehr umfassen. Halten Sie reine Weibchengruppen, steigt mit der Zahl der Tiere allerdings auch die Gefahr von Zickenterror. Es empfiehlt sich also, in diese Gruppen einen oder mehrere Kastraten zu integrieren, die die Gruppe oft gut harmonisieren.
Ein wesentlich vielschichtigeres Thema ist die Haltung unkastrierter Böcke. Sie ist meist problematisch, da es unabhängig von der Gruppenstärke und dem Verwandtschaftsgrad im Laufe der Zeit zu Rangkämpfen und ernsthaften Beißereien kommt. Selbst die Haltung von nur 2 Böcken garantiert keinen Frieden. Nur in etwa 5% aller Fälle geht die Haltung einer Böckchengruppe ein Leben lang ohne Vorfälle gut.
Setzt man einen noch nicht geschlechtsreifen Jungbock zu einem Altbock, hat die Vergesellschaftung mehr Aussichten auf Erfolg. Doch auch wenn die Zusammenführung harmonisch und erfolgreich verläuft, kommt es nach Einsetzen der Geschlechtsreife des jüngeren Tieres häufig zu Kämpfen. Die einzige Lösung ist daher oft eine rechtzeitige Kastration des jüngeren Tieres.
Die Haltung gemischter Gruppen mit unkastrierten Böcken verbietet sich schon aufgrund der enormen Nachkommenflut von selbst. Im schlimmsten Fall können aus 2 Tieren in 3 Monaten knapp 100 werden. Dies überfordert jeden Halter!
Zudem können die Tiere versteckte, nicht bekannte Gendefekte tragen, die oft schlimme Folgen für den Nachwuchs haben.

Jede Gruppe kennzeichnet ihr Revier mit Urin und Kot. Daher riechen Mäuse auch nach dem Umzug in ein neues Heim intensiver als Tiere, die schon länger an einem Ort wohnen. Manche Halter versuchen, diesen Geruch wegzuputzen. Sie schrubben Käfig und Inventar übermäßig oder versuchen gar, dem Mausgeruch mit Duftmitteln beizukommen. Dann markieren die Tiere aber so intensiv nach, dass sie deutlich mehr riechen, als würden Sie Käfig und Inventar nur mit klarem Wasser (und Essig) abspülen.
Auch beduftete Streu ist hierfür keine Lösung. Zum einen ist der synthetische Duftstoff viel zu intensiv für die zarten Mäusenasen. Zum anderen kann er die Tiere krank machen. Außerdem gilt natürlich auch hier: Die Mäuse versuchen den Geruch mit ihrem eigenen zu überdecken.


Verschiedene Verhaltensweisen

Die emporgereckte Nase sagt: „Ich bin neugierig.“

Mäuse haben eine ausgeprägte Rangordnung, welche sie mit diversen Ritualen festigen. Die Bindung der Mitglieder untereinander etwa wird durch die gegenseitige Körperpflege gestärkt.
Auch dem Menschen gegenüber zeigen sie einige Verhaltensweisen, die sich recht gut deuten lassen:

Weicht die Maus vor der menschlichen Hand zurück oder verharrt ruhig mit zusammengekniffenen Augen, ist sie unsicher und hat Angst. In diesem Fall sollten Sie die Hand dem Tier einfach ganz ruhig hinhalten. Generell gilt es für scheuere Tiere, ruckartige und zu schnelle Bewegungen zu vermeiden.

Neugierige Mäuse, die ihre Umgebung beobachten, tun dies mit aufgerichteten Ohren und indem sie Männchen machen.

Putzt sich die Maus ausgiebig in der Gegenwart des Menschen, ohne ihn zu beachten, fühlt sich das Tier sicher und ist gelassen. Wiederholtes, kurzes Putzen dagegen ist ein Anzeichen von Nervosität und Angst.

Wird die Maus beim Streicheln unruhig, will weglaufen oder zwickt ihren Menschen in den Finger, hat sie genug vom Kuscheln und möchte eine Ruhepause.

Zähneknirschen kann verschiedene Bedeutungen haben. Abhängig von der Situation kann es größte Angst, größte Wut oder Drohung, aber auch Entspannung zum Ausdruck bringen.

Schwanzschlagen hat im Wesentlichen zwei Bedeutungen: Zum einen ist es eine Drohung und Anzeichen größter Wut. Zum anderen kann es auf starke Erregung hindeuten.


Haltung

Für die Haltung sind Farbe und Fellform unwichtig, da alle Farbmausformen die gleichen Ansprüche an ein schönes Heim haben. Die Mindestgröße für 2 bis 4 Weibchen und/oder Kastraten beträgt 100x50x50cm.
Für unkastrierte Böcke empfiehlt man meist eine maximale Gehegegröße von 60 x 40 cm, damit sie sich nicht streiten. Oft streiten die Tiere aber selbst in dieser Gehegegröße früher oder später. Zum anderen ist ein so kleiner Käfig für die neugierigen Tiere keine Dauerlösung. Die Haltung von Böcken ist also nur möglich, wenn sich die Tiere auch auf großen Flächen dauerhaft vertragen – was eher selten der Fall ist. Für verträgliche Böcke gilt dasselbe Mindestmaß wie für Kastraten und Weibchen.
Hat die Unterbringung ein Maschengitter, so ist die größte noch verwendbare Masche Vierpunktgitter mit 12 mm Kantenlänge. Bei Parallelgitter sollte der Abstand maximal 8 mm betragen. Verwenden Sie kein Sechspunktgitter, da die Tiere darin schnell hängen bleiben können.
Unabhängig von der gewählten Unterbringung brauchen die Nager in jedem Fall mindestens eine Ebene, besser mehrere.
Um Farbmäuse unterzubringen, gibt es sehr vielfältige Möglichkeiten:

  • Gitterkäfige in ausreichender Größe
  • Mäuseschränke
  • Volieren
  • Mäuseburgen

Von Terrarien sollten Sie besser Abstand nehmen. Sie sind für Farbmäuse als gute Kletterer und Tiere mit empfindlichen Lungen nicht geeignet. Aquarien eignen sich nur dann für Farbmäuse, wenn sie nicht höher als breit sind und Sie den Tieren einen Volierenaufsatz mit Klettermöglichkeiten spendieren. Weitere Informationen zu Eignung, Vor- und Nachteilen der einzelnen Gehegeformen finden Sie in den Gehegebeurteilungen.

Für die Einstreu gibt es sehr viele Varianten. Allen muss gemein sein, dass sie staubarm und natürlich sind. Sie können also beispielsweise diese Streusorten verwenden:

  • normale Kleintierstreu
  • Hanfstreu
  • Leinenstreu
  • trockenen) feinen Rindenmulch

Dazu sollten Sie den Mäusen zusätzlich Nistmaterial anbieten. Gern genommen werden beispielsweise:

  • Heu
  • Stroh
  • Kokosfasern
  • Hanffasern
  • unparfümierte Taschentücher
  • normale Küchentücher (keine reißfesten!)
  • Kapok

Auch ein mit Sand und/oder Erde gefüllter Buddelplatz wird gern angenommen. Dabei sollten Sie beachten, dass die Erde niemals ganz austrocknen darf, da sie sonst meistens extrem staubt. Laub von bodenfernen Ästen bildet eine willkommene Abwechslung.
Farbmäusen können Sie auch ein Sandbad anbieten. Allerdings nutzen sie es weniger zum Baden als vielmehr als Toilette. Um das Fell nicht zu schädigen, sollte es mit einem rundkörnigen Sand gefüllt sein. Abgerundeter Quarzsand ist hier ideal. Manche Halter greifen auch zu Attapulgit oder Sepiolit oder einem Tonmineral, wie sie für sandbadende Arten verwendet werden. Problematisch kann bei diesen Sandarten allerdings der Staubanteil werden. Katzenstreu sollten Sie auf keinen Fall verwenden, da diese giftig sein kann und der Staub die Lungen der Tiere schädigt.

Altes Geschirr gibt mitunter sehr schöne Mäusehäuschen ab.

Als Inventar für Farbmäuse eignet sich fast alles, was es aus Naturmaterialien gibt. Nagertunnel, Korkröhren, Äste und Wurzeln jeder Größe und Ausführung sind beliebtes und artgerechtes Inventar. Letztere sind dazu noch sehr günstig, wenn man sie selbst sucht. Wichtig ist dabei, keine bodennahen Äste zu verwenden und die Wurzeln richtig zu desinfizieren.
Häuschen können aus verschiedensten Materialien wie etwa Holz, Ton und Keramik bestehen und in den verschiedensten Formen angeboten werden. Die Eingänge sollten mindestens 3 cm im Durchmesser sein, sodass kein Tier stecken bleiben kann. Auch Nistkästen für Sittiche sowie Finken- und Exotennester aller Art werden sehr gern angenommen. Kokosnüsse in den verschiedensten Ausführungen sind bei Farbmäusen ebenfalls sehr beliebt.
Auch Heu kann für Mäuse sehr interessant sein. Als Heunest bietet es einen fertigen Unterschlupf. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen großen Korb, Krug oder ähnliches randvoll mit Heu zu füllen. Die Mäuse klettern darin sehr gern herum und bauen ihre Nester hinein.
Seile schulen Koordination und Muskulatur der Tiere. Ebenso eignen sich dafür Spielplätze, bei deren Bau Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.
Auch Steine können Sie in die Einrichtung integrieren. So sind Weinsteine, Dachziegel, etc. eine schöne Ergänzung des Inventars. Selbst gesammelte Natursteine müssen gründlich desinfiziert werden. Schnell wieder zernagt, aber dafür kostenlos überall zu haben sind Pappröhren und Klorollen, über die sich die meisten Mäuse freuen. Sie können sie gleichzeitig auch zum Einfangen der Tiere nutzen.
Ob Mäuse ein Laufrad brauchen, darüber scheiden sich die Geister. Als Spielzeug ist es bei den meisten Farbmäuse sehr beliebt. Möchten Sie Ihren Tieren also ein Laufrad anbieten, sollte dieses mehrere Kriterien erfüllen: Es sollte einen Mindestdurchmesser von 25 cm oder mehr haben. Halten Sie sehr große Tiere wie etwa Rassefarbmäuse vom Showtyp, sollte das Rad einen Mindestdurchmesser von 30 cm haben. So beugen Sie Wirbel- und Bandscheibenschäden sowie einer Wirbelsäulenverkrümmung und dem sogenannten „Laufradschwanz“ vor. Das Rad muss weiterhin einseitig völlig geschlossen sein, damit die Tiere sich beim Ein- und Aussteigen nicht einklemmen können. Auch die Lauffläche muss völlig geschlossen sein, um ein Hängenbleiben der Tiere in den Sprossen zu verhindern.
Ebenfalls zum Inventar gehört eine Trinkflasche. Wassernäpfe werden schnell eingebuddelt oder durch Kot und Urin verunreinigt.
Auch ein Futternapf und eine Frischfutterschüssel sollten nicht fehlen. Beides stellen Sie am besten etwas erhöht, so dass es von den Tieren nicht zu gegraben wird.


Ernährung

Gänseblümchen sind bei Farbmäusen ein beliebtes Frischfutter

Farbmäuse haben einen sehr raschen Stoffwechsel. Aufgenommene Nahrung scheiden sie schon nach 3 bis 4 Stunden wieder verdaut aus. Deshalb brauchen sie im Vergleich zum Körpergewicht deutlich mehr Nahrung als ein Mensch, nämlich täglich 25 bis 30 % des Körpergewichtes. Die Hauptnahrung von Farbmäusen sollte aus einer Saaten- und Getreidemischung bestehen, welche sich mindestens zu 60% aus Kleinsaaten zusammensetzt. Zusätzlich kann sie getrocknetes Gemüse und in kleinen Anteilen auch Obst, Fettsaaten und Nüsse enthalten. Durch den Zusatz getrockneter Kräuter können Sie den Mineralhaushalt der Tiere gut regulieren. Wichtig ist, dass möglichst wenig stark verarbeitete Bestandteile enthalten sind. Pellets und andere Presslinge haben in einem guten Farbmausfutter nichts verloren.
Neben dem Futter, das Sie in die Schüssel geben, können Sie die Mäuse ihr Futter auch erarbeiten lassen. Dabei empfiehlt es sich, auf natürliche, ungezuckerte Futtermittel wie Kolbenhirse, Flachs- und Haferrispen zurückgreifen. Industriell hergestellte Kräcker und Bisquits sind aufgrund ihres hohen Zucker- und/ oder Fettgehaltes nicht zu empfehlen.
Auch mit Futterspießen aus Obst und Gemüse können Sie die Nager beim Nahrungserwerb beschäftigen. Für die Tiere auch sehr spannend sind ausgesäte Mischungen aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras und einem kleinen Anteil Kräuter.
Bei Frischfutter gilt immer, mehr Gemüse und sonstiges Grün als Obst zu füttern. Obst kommt im natürlichen Speiseplan der Mäuse nämlich deutlich seltener vor. Auch Keimlinge sind ein guter Vitaminlieferant. Nicht verfüttern sollten Sie die meisten Kohlarten, da sie stark blähen. Auch rohe Kartoffeln samt Kraut, Papaya, Avocado (hochgiftig!) sowie Zimmerpflanzen sind nichts für den Speisezettel von Farbmäusen.
Da die Farbmaus kein Vegetarier ist, benötigt sie unbedingt tierisches Eiweiß. Dieses können Sie in Form von Lebendfutter als Mehlwürmer, Zophobas oder kleine Schaben anbieten. An Lebendfutter wie Grillen, Heuschrecken und große Schaben trauen sich Farbmäuse eher selten heran. Solche Insekten sollten Sie tot verfüttern, wenn die Mäuse sie nicht jagen.
Wer auf Lebendfutter verzichten möchte, kann beispielsweise gekochtes Eiweiß und Trockeninsekten verfüttern. Milchprodukte wie Magerquark, Magermilchjoghurt, fettarmer milder Käse ohne Schimmel und Rinde und Hüttenkäse sind eher eine Notlösung. Schlagsahne ist wider irrtümliche Annahmen kein adäquater Eiweißspender, da sie 30% Fett, aber nur 2,5% Eiweiß enthält.
Reine Leckerli für die Tiere, um sie zu locken, zu belohnen oder zu verwöhnen sind beispielsweise Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Gurkenkerne, Erdnüsse, Backoblaten und Rosinen. Bei Rosinen empfiehlt es sich, auf Ökoprodukte zurückzugreifen, da diese deutlich weniger mit Pestiziden belastet sind. Industriell gefertigte Leckerlis wie Drops sind leider oft nicht mausgerecht, da sie zu süß und mitunter auch zu fett sind.

Beispiel für ein ernährungsphysiologisch gerecht zusammengesetztes Mäusefutter 1):

SpurenelementeMineralstoffeRohnährstoffe
Mangan 90,0 mgCalcium 1,00 %Rohprotein 19,00 %
Kupfer 12,0 mgPhosphor 0,70 %Rohfett 3,50 %
Zink 75,0 mgNatrium 0,25 %Rohfaser 3,90 %
Jod 2,0 mgMagnesium 0,20 %Rohasche 6,80 %
Eisen 220,0 mgKalium 0,90 %
Selen 0,2 mg
Cobalt 2,0 mg
AminosäurenVitamine
Lysin 1,30 %A 15000 IE
Methionin 0,40 %D3 1000 IE
Cystin 0,03 %E 100 mg
Glycin 1,00 %B1 10 mg
Leucin 1,60 %B2 20 mg
Isoleucin 0,90 %B6 12 mg
Arginin 1,50 %B12 80 µg
Phenylalanin 1,10 %Biotin 400 µg
Tryptophan 0,30 %Pantothensäure 30 mg
Histidin 0,6 %Cholin 1600 mg
Asparaginsäure 2,10 %Nikotinsäure 60 mg
Glutaminsäure 4,3 %K3 5 mg
Valin 1,00 %Inosit 50 mg
Threonin 0,80 %

Die angegebenen Werte für Rohprotein und Rohfett entsprechen dem Bedarf bei reiner Haustierhaltung. Bei schwangeren und säugenden Tieren steigt der Bedarf an Protein auf 22,00 % und der an Fett auf 4,50 %.


Fortpflanzung

4 Wochen altes Farbmauskind

Das Überleben ihrer Art sichert die Maus mit vielen Nachkommen. Das ist bei der wilden Hausmaus genauso wie bei unserer Farbmaus. So kann ein Weibchen nach 21 Tagen Tragzeit bis zu 16 Junge gebären und ist schon Stunden nach der Geburt wieder empfängnisbereit. So kommt der nächste Wurf schon 3 Wochen später zur Welt.
Da sich Farbmäuse auch noch unter ungünstigsten Bedingungen vermehren, ist bei ihnen die Vermehrung kein Indikator dafür, dass sich die Tiere wohl fühlen.
Die Mäusekinder öffnen nach ca. 14 Tagen ihre Augen und erkunden ihre Umgebung. Sie werden jedoch noch bis zum Ende der 3. Woche weiter gesäugt. Auch wenn sie danach unabhängig von der Muttermilch sind, sollten Sie die Mäusekinder noch eine weitere Woche bei der Mutter belassen. In dieser Zeit erlernen sie viele wichtige Verhaltensweisen von ihr und anderen älteren Tieren. Mit 28 bis 46 Tagen sind die Kleinen dann geschlechtsreif. Daher ist es angeraten, sie am Ende der 4. Woche nach Geschlechtern zu trennen. Die sogenannte Zuchtreife tritt jedoch erst mit 3 bis 4 Monaten ein. Werden Weibchen früher gedeckt, ist dies sowohl für die Mutter als auch für den Nachwuchs sehr von Nachteil. So können zu kleine, kranke oder gar tote Kinder geboren werden oder die Mutter verlässt oder frisst ihre Kinder.
Aufgrund der immensen Vermehrungsrate muss man bei der Anschaffung aus nicht fachkundigen Quellen (z.B. Zoohandlung) immer sicherstellen, keine gemischte Gruppe zu erwerben. Wer ganz sicher gehen will, wendet sich auf der Suche nach seinen neuen Mitbewohnern an einen seriösen Züchter oder eine anerkannte Notfallstation, da man dort viel Übung mit dem Erkennen und Trennen der Geschlechter hat. Farbmäuse werden durchschnittlich 1,5 bis 2,5 Jahre alt, selten älter.

Entwicklung der Jungen

  • 1-2 Tage die Jungen sind nackt und blind
  • 2-4 Tage die Pigmentierung wird erkennbar
  • 3-5 Tage die Ohren öffnen sich
  • 10-14 Tage die Augen öffnen sich
  • 14-16 Tage die Mäuse beginnen feste Nahrung zu fressen, werden aber weiterhin gesäugt
  • 19-28 Tage ab dem 28. Tag können die Weibchen geschlechtsreif werden, die Männchen folgen mit etwa dem 30. Tag und sollten jetzt von den Schwestern und der Mutter getrennt werden.

Hier finden Sie eine Hilfe zur Geschlechtertrennung bei Farbmäusen.


Krankheiten

Durch die enorm lange Zeit der Zucht sind Farbmäuse zu recht sensiblen Tieren geworden, sodass sich für sie einige klassische Erkrankungen ausmachen lassen.
Am häufigsten treten bei den kleinen Nagern Atemwegserkrankungen auf. Behandelt werden müssen die Tiere im Falle von Symptomen meist mit Antibiotika. Generell sind die Lungen der Tiere sehr empfindlich, sodass die Tiere auch zu Erkältungen, Lungenentzündungen und Schädigungen der Lunge durch Ammoniak neigen. Ein sauberes, warmes, trockenes und zugfreies Gehege ist hier die beste Vorbeugung.
Neben der Anfälligkeit der Lunge sind bei Mäusen vor allem Tumore als Erkrankung von Bedeutung. Längst nicht alle Tumore sind bösartig. Oft handelt es sich um Geschwülste des Fettgewebes. Auch das Wachstumstempo ist höchst unterschiedlich. So kann auch ein Tier mit einem Tumor immer noch seine natürliche Lebensspanne vollenden, bevor der Tumor so belastend wird, dass das Tier eingeschläfert werden muß. Tumore können mitunter auch operativ entfernt werden. Hier muß der Tierarzt entscheiden, ob der Eingriff Aussicht auf Erfolg hat und eine deutliche Lebensverlängerung für das Tier bedeutet.
Andere Krankheiten sind bei Farbmäusen eher selten.
Für veterinärmedizinische Notfälle sollten Sie eine Finanzreserve von mindestens 100 bis 200 Euro anlegen, je nach Gruppengröße.


Vergesellschaftung

Erstes Kuscheln in der Vergesellschaftungsbox

Weibliche und kastrierte Farbmäuse sind recht einfach zu vergesellschaften. Meist reicht es, neutralen Boden zu schaffen, auf dem sich die Tiere kennen lernen. Auch Kleinsetzen ist bei diesen Tieren geeignet. Schwierigere Charaktere sollten mit der Etappenmethode zusammengebracht werden, um eine harmonische Gruppe zu erhalten.
Schwieriger als die Vergesellschaftung Weibchen - Weibchen oder Weibchen - Kastrat ist die Vergesellschaftung von Kastraten. Dabei gilt: Je länger die Tiere kastriert sind, umso einfacher und friedlicher läuft die Vergesellschaftung in der Regel ab. Ab ca. 3 bis 4 Monaten nach der Kastration sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Frischkastrierte Böcke hingegen reagieren noch wie unkastrierte Vertreter ihrer Art. Daher sollten Sie hier noch abwarten. Frühestens 3 bis 4 Wochen nach der Kastration ist ein Versuch für erfahrene Halter sinnvoll. Wenig erfahrene Halter sollten mindestens 8 bis 12 Wochen verstreichen lassen – je nachdem wie aggressiv sich die Vergesellschaftungskandidaten vor der Kastration gezeigt haben.
Manche raten zum Kleinsetzen zur Vergesellschaftung von Böckchen, um Beißereien beim Kennenlernen zu verhindern. Dies verzögert jedoch die Kämpfe maximal zeitlich nach hinten. Manchmal verbeißen sich die Tiere sogar in der kleinen Box schon ineinander.
Beißen sich die Tiere blutig und gebärden sich hochaggressiv, unterlassen Sie besser jeden weiteren Vergesellschaftungsversuch. Der Erfolg wird ausbleiben. Weitere Versuche stellen daher nur unnötigen Stress dar.
Im Idealfall sollten Sie gar nicht erst versuchen, zwei unkastrierte Böcke zu vergesellschaften, da die Erfolgsaussichten einer solchen Vergesellschaftung nahe Null liegen. Solche Unterfangen sollten Haltern mit langjähriger Erfahrung vorbehalten bleiben!
Einmal richtig zerstrittene männliche Tiere, die vorher zusammen saßen, können Sie unkastriert mit keiner Methode wieder vergesellschaften. Sie riskieren sonst den Tod eines oder gar mehrerer Tiere.
Eine Notlösung für einsame Farbmausmänner ist die Artengesellschaft - vorrangig mit Vielzitzenmäusen oder Weißfußmäusen. Nähere Informationen dazu finden Sie unter der Rubrik Artengesellschaft. Besser ist ein Versuch mit länger kastrierten Kastraten.


Anschaffung

Farbmäuse holen Sie am besten beim Tierschutz

Sollten Sie sich nach der Lektüre des Textes für Farbmäuse entschieden haben, gibt es mehrere Möglichkeiten, Tiere zu adoptieren.
Farbmäuse gibt es sehr oft in Tierheim und privaten Pflegestellen. Deshalb sollte Ihr erster Weg Sie zum örtlichen Tierheim oder im Internet zu einer entsprechenden Tierschutzorganisation führen. Private Nothilfen wissen oft, wo Tiere dringend auf ein Zuhause warten. Dorthin können Sie sich also wenden, wenn sie in Ihrem Tierheim nicht fündig werden. Transporte aus anderen Teilen des Landes können in der Regel organisiert werden. Sie können also auch Tiere aus entfernteren Nothilfen oder Tierheimen aufnehmen.
Auch wenn Sie eine bestimmte, eher seltene Farbe suchen, können Sie durchaus im Tierschutz fündig werden. Kann man Ihnen hier nicht weiterhelfen, sollten Sie sich an einen Rassezüchter wenden. Dort finden Sie Mäuse in der gewünschten Farbe oder der Züchter kann Ihnen einen Züchter nennen, der sie züchtet. Auch auf entsprechenden Messen sind oft Rassemäuse vertreten. Gesündere Tiere als aus der Nothilfe dürfen Sie aber auch beim Züchter nicht erwarten.
Von Tieren aus der Zoohandlung sollten Sie in jedem Fall Abstand nehmen. Das Risiko, kranke, mit Parasiten behaftete, zu junge oder schwangere Mäuse zu kaufen, ist enorm groß. Auch können die Händler oft die Geschlechter nicht sicher unterscheiden, sodass Sie Gefahr laufen, wider Willen ein Pärchen zu erwerben.
Die Anschaffungskosten für Farbmäuse schwanken je nach geplantem Gehege und Inventar sehr stark. So können sie für Gehege, Futter und Inventar von ca. 100 Euro bis weit über 250 Euro liegen. Der Unterhalt richtet sich dann stark nach der Gruppengröße, der verwendeten Streu und der Gehegegröße/-art. Er kann deshalb auch zwischen 20 und 50 Euro schwanken.
Immer wichtig: Planen Sie einen finanzielle Reserve für veterinärmedizinische Notfälle ein. Diese sollte je nach Gruppengröße bei mindestens 100 bis 200 Euro liegen.


Artengesellschaft

Bitte bedenken Sie in jedem Fall: Artengesellschaften gehören immer in Hände erfahrener Halter und benötigen deutlich mehr Platz als die artreine Haltung!
Farbmäuse sind durch ihr meist freundliches Wesen gut für Artengesellschaften geeignet. Schaffen Sie sie jedoch niemals an, wenn Sie bei Nichtvertragen nicht auch die Möglichkeit haben, beide Arten getrennt zu halten. Denn es ist ja nicht unbedingt gesichert, dass die zweite Art die Farbmäuse auch akzeptiert - es sei denn, die andere Art kennt schon Farbmäuse oder ihre Verträglichkeit ist zumindest bekannt.
Idealerweise sollten Sie beide Arten, die Sie vergesellen möchten, schon als artreine Gruppe längere Zeit gehalten haben. Nur so sind Sie ausreichend über die Bedürfnisse und Eigenheiten beider Arten informiert. Damit vermeiden Sie Artenkombinationen, unter denen einige Bedürfnisse der Tiere leiden würden.
Bei nicht kastrablen Farbmausböcken ergibt sich aber oft die Notwendigkeit, möglichst schnell Partner zu finden. Wenn Sie keinen verträglichen Kastraten für den einsamen Bock finden, eignen sich Vielzitzenmäuse und Weißfußmäuse am besten als Gesellschaft für den Herrn. Auch verschiedene Stachelmäuse können als Gesellschaft dienen. Streifengrasmäuse sind dagegen als Gesellschafter für Einzelmäuse ungeeignet.
Bei Gesellschaften mit einsamen Farbmausböcken gelten für das Gehege die Mindestmaße der jeweils dazugesellten Art. Möchten Sie zwei Gruppen zusammen halten, sollte das Gehege ein Mindestmaß von 1 - 4qm haben - je nach geplanter zweiter Art. Auch sollten Sie sicher sein, dass die zweite Art mit den Bedürfnissen und Ernährung der Farbmäuse gut zurecht kommt und umgekehrt. Können Sie diese Grundbedingungen nicht sicherstellen, sollten Sie von einer Artengesellschaft absehen!


Weitere Informationen

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Quellen:
http://www.diebrain.de/ma-index.html
http://www.farbmaus-rassezucht.de/
http://www.projekt-biomaus.de/

1) Tabellenwerte entnommen von: www.farbmaus-rassezucht.de
 
arten/farbmaus.txt · Zuletzt geändert: 06.12.2015 09:57 von angelus     Nach oben