Woran erkenne ich gesunde Tiere?
Wenn Sie neue Mitbewohner zu sich holen, möchten Sie gesunde Tiere bekommen. Leider geben vor allem unseriöse Vermehrer und Zoohandlungen auch immer wieder kranke Tiere ab. Wenn Sie also Tiere anschaffen, schauen Sie sich Ihre neuen Hausgenossen vorher gut an. Wichtig sind vor allem folgende Punkte:
1. Augen
Die Augen der Tiere sollten klar sein und die Augenränder sollten sich in ihrer Farbe nicht von der umgebenden Haut unterschieden. Tränende und nasse Augen, kleine Ansammlungen von Eiter am Auge, rot verfärbte oder gar geschwollene Lidränder sind ein eindeutiger Hinweis auf eine Erkrankung des Auges.
2. Nase
Die Nase von Nagern ist bei gesunden Tieren sauber und trocken. Finden Sie dort Ablagerungen, sieht die Nase verstopft oder naß aus, ist das Tier krank.
3. Zähne
Nager haben oben und unten jeweils zwei gelblich bis orange gefärbte, gerade Nagezähne, die bei gesunden Tieren genau ineinander passen, wenn das Tier das Maul schließt. Schneeweiße Zähne weisen auf eine Mangelernährung hin, einzige Ausnahme: Satinmäuse haben immer weiße Zähne. Zu lange, fehlende und deformierte Nagezähne fallen beim Blick ins Maul meist ebenfalls sofort auf, Probleme mit den Backenzähnen lassen sich dagegen schlecht direkt erkennen. Sie fallen eher durch ein zu niedriges Gewicht des Tieres auf, da dieses mit deformierten Backenzähnen schlechter frisst.
4. Fell
Das Fell gesunder Tiere ist glatt, glänzend, geschlossen und gleichmäßig strukturiert. Es kann aber bei gesunden Tieren auch Lücken von Narben aufweisen. Dies beeinträchtigt aber die Tiere nicht und muß Sie daher auch nicht von der Anschaffung abhalten.
Abstand sollten Sie nehmen, wenn das Fell glanzlos und struppig wirkt. Ein stark verfettetes Fell weist vor allem bei einigen Rennmäusen und Springmäusen auf einen ungepflegten Zustand aufgrund falscher Haltung hin. Dieser lässt sich aber durch das Anbieten des richtigen Badesandes schnell beheben. Schauen Sie sich solche Tiere trotzdem sehr genau an!
5. Haut
Gesunde Haut ist glatt, weich und schuppenfrei. Sieht die Haut schuppig, trocken oder anderweitig verändert aus, kann das ein Hinweis auf verschiedenste Erkrankungen wie Parasiten, Pilze oder auch Mangelerscheinungen sein. Lassen Sie dann besser die Finger von diesen Tieren.
6. Afterregion
Die Afterregion muß sauber und trocken sein. Ist sie verklebt, hat das Tier Durchfall. Es ist also mit Sicherheit krank.
7. Atmung
Die meisten Mäuse geben kaum für den Menschen hörbare Laute von sich. Daher sollten Sie bei einem Tier, das ruhig vor ihnen sitzt, auch keinerlei Geräusche hören. Besonders bei Farbmäusen kommen häufig Atemwegserkrankungen vor. Zwitschern, knacken oder „erzählen“ die Tiere also, steckt eine Erkrankung des Atmungsapparates dahinter, die mitunter chronisch ist oder zumindest eine langwierige Behandlung erfordern kann.
8. Körperhaltung
Gesunde Mäuse haben einen meist flachen, gleichmäßigen Rücken und eine entspannte Haltung. Sieht ein Tier zusammengekauert aus oder hat es einen Buckel, ist es fast immer krank. Der Buckel kann jedoch auch bei sehr alten Tieren auftreten.
9. Ernährungszustand
Bei gesunden Mäusen hat der Körper nur leichte Kurven, der Schwanz ist gleichmäßig glatt ohne hervorstehende Schwanzwirbel. Wirkt ein Tier in den Flanken eingefallen oder kann man die Schwanzwirbel sehen, hat es deutliches Untergewicht und es ist von einer ernsten Erkrankung auszugehen.
10. Verhalten
Wenn Sie die Tiere zu ihrer Aktivitätszeit anschauen, sollten diese der Art entsprechend mobil sein. Nehmen Sie beim Erwerb in jedem Fall Abstand, von Exemplaren, die auffallend ruhig sind oder sich desorientiert bewegen. Diese Nager sind krank.
Übermäßiges Putzen oder Kratzen kann auf einen Parasiten- oder Pilzbefall hinweisen.
Auch für die entsprechende Art untypisch zahme Tiere können krank sein. Dies gilt auch für Ihre Tiere, wenn diese quasi über Nacht sehr menschenbezogen werden. Dies sollte immer ein Alarmzeichen sein, daß etwas nicht stimmt.



